Pulp und die Moderne. Krimi und die Theorie vom Werden der Kunst im Auge des Betrachters. Das passt nicht? Passt! In Charles Willefords „Ketzerei in Orange“.
Ist der Kunstkritiker James Figueras ein Psychopath? Nun, er ist ehrgeizig und skrupellos, beides Eigenschaften, die er braucht, als ihm der reiche Sammler Cassidy ein unmoralisches Angebot macht: Ich vermittle dir ein Interview mit dem legendären Maler Jacques Debierue und du stiehlst ihm im Gegenzug ein Bild für mich. Debierue ist ein Nichtmaler. Einmal hat er einen leeren Bilderrahmen über einen Mauerriss gehängt, mehr war nie von ihm zu sehen. Jetzt sitzt der alte Franzose in der Wildnis Floridas, verzehrt Fertiggerichte, guckt sich drittklassige Komiker im Autokino an, während in der Welt draußen die Mythen gedeihen und der Ruf des Künstlers ins Maßlose wächst. Figueras braucht nicht lange zu überlegen. Ehrgeizig, skrupellos: Zusammen mit seiner Freundin fährt er zu Debierue, parliert ein wenig, will ein Bild stehlen, aber findet keines. Er steckt das Haus in Brand, vorher hat er genügend Malutensilien entwendet, um selbst ein Bild zu malen, das dann ein Bild Debierues werden soll. Ja, und dann auch noch ein Mord und ein überraschendes Ende.
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