Beth Hart: Screamin‘ For My Supper

Vier Jahre ist es her, daß die Beth Hart Band ihr Debüt-Album „Immortal“ veröffentlicht hat. Mit Ausnahme des Drummers hat das Team wieder zusammengefunden und legt jetzt das Nachfolgewerk vor. Der ungestüme Blues-Rock des Erstlings ist einem melodischen Gesamtklang gewichen. Dank Beth Hart´s rotziger Stimme ist aber das dichte, intensive Feeling geblieben.

Sie vermischt ihr eigenwilliges Vibrato mit Trotz und Zorn (z.B. „Get Your Shit Together“), um an anderer Stelle zerbrechlich und fast kindlich zu singen (L.A. Song). Höchste Intensität ist garantiert, wenn ihre Blues- und Soul-Einflüsse im Gesang durchblitzen. Die Klavierballade „Mama“ ist so authentisch, daß man bei geschlossenen Augen sofort eine rauchige Bar mit kleiner Bühne vor sich sieht.

Die Intensität kommt nicht von ungefähr – in der Vergangenheit hat Beth Hart nach eigener Aussage in kleinen Clubs alte Blues- und Soul-Songs gesungen. Das ist die richtige Musik für mich: Musik, die´s bei den Leuten im Bauch kribbeln läßt, weil sie dazu entweder weinen oder ficken möchten. Naja, immerhin läßt sie den Zuhörern die Wahl… Diese Blues-Wurzeln lassen sich auch auf ihrem zweiten Album nicht verleugnen. Daß Beth Hart auch das Talent für die „große Bühne“ hat, habe ich hoffentlich deutlich genug gemacht. Sie ist jung, talentiert und unbekannt – alt wird sie von alleine, berühmt nicht. Kaufen!

Beth Hart: Screamin' For My Supper
(eastwest)

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