Mark Eitzel: Caught in a trap and I can’t back out ‚cause I love you too much, baby

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Bereits bevor sein letztes Album „West“ erschien, hatte Mark Eitzel seine nun veröffentlichte neue CD mit dem schönen, aber langen Namen schon eingespielt. Im Interview, das er Hinter-Net! im letzten Jahr gab, erzählte er davon. Warum „West“ zuerst veröffentlicht wurde, erzählte er uns nicht. Es ist nur eine Mutmaßung, aber vielleicht sollte die Zusammenarbeit mit R.E.M.-Gitarrist Peter Buck auf „West“ dem eigenwilligen Künstler den Weg zum breiteren Publikum ebnen und wurde deshalb zeitlich vorgezogen. Vermutungen über die Beweggründe des Songwriters aus San Francisco, ausgerechnet mit dem „Vielspieler“ und musikalischen Mastermind der sanften Rocker aus Athens/Georgia eine Platte aufzunehmen, gab es ja viele.

Ich bin ganz ehrlich: Mir hat „West“ ausgezeichnet gefallen (nachzulesen auch in diesem Magazin – ein paar Zeilen weiter unten), obwohl ich mir vorstellen kann, daß ältere Eitzel-Fans (hallo Mitty!) mit den lockeren Songs und Arrangements nicht sehr viel anfangen konnten. Zumindest die irritierten Alt-Fans kann ich jetzt wieder beruhigen: „Caught in a trap and I can’t back out ‚cause I love you too much, baby“ ist nicht nur ein Zitat aus einem Elvis-Song, es ist auch ein Album, das mehr mit dem Mark Eitzel zu tun hat, wie wir ihn aus American-Music-Club-Zeiten kennen. Eitzel präsentiert sich wieder als introvertierter Singer/Songwriter, ganz so, wie es seinem Image in der Öffentlichkeit entspricht. Keines der elf Stücke auf der neuen CD hat solche Arrangements wie die Lieder von „West“, keines der Stücke will unbedingt ein Pop-Song sein.

Gut die Hälfte des neuen Materials hat Mark Eitzel alleine eingespielt. Mit seiner eindringlichen, zweifelnden Stimme erzählt er seine Geschichten, begleitet von der akustischen Gitarre. Wie immer sind es spröde Songs, die ihre Schönheit erst nach und nach vermitteln, grandiose Kammermusik, die wieder einmal verdeutlicht, warum viele ihn für einen der besten aktuellen Singer/Songwriter halten.

Aber Mark Eitzel ist nicht nur ein Poet der leisen, akustischen Töne. „Ich mag es, seltsame Geräusche und Noise einzubauen. Das macht Musik für mich interessanter“, hatte er uns im Interview mitgeteilt. Und auf „Caught …“ finden sich auch diese Vorlieben wieder: Mit Drummer Steve Shelley (Sonic Youth), Bassist James McNew (Yo La Tengo) und Gitarrist Kid Congo Powers (Nick Cave, Gun Club) hat Eitzel fünf Stücke mit Band-Arrangement eingespielt, die im Gegensatz zur Musik auf „West“ alle sparsam instrumentiert sind und knochentrocken präsentiert werden. Für das Noise-Element sorgt Kid Congo Powers, der im Hintergrund mit den Rückkopplungen seiner E-Gitarre experimentiert und dabei wie ein ausgedünnter, zäh splitternder Neil Young klingt. Eitzel hat sich genau die richtigen Mitmusiker ausgesucht: Auf unaufdringliche Weise unterstützt die Band seine Kompositionen und zeigt, wie schön und dennoch scharfkantig ein typischer Mark-Eitzel-Song auch ohne akustische Instrumente klingen kann.

Ruft man sich „West“ in Erinnerung und bedenkt, welche Ausdrucksmöglichkeiten Mark Eitzel noch zur Verfügung stehen, dann darf man in Zukunft noch einiges von diesem Mann erwarten. „I’m gonna move myself ahead“ – wir freuen uns drauf.

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