Subway to Sally: Henkersbraut

Hilfe, hilfe, hilfe! Ougenweide trifft Rammstein! Hatten wir das nicht schon? Bands, die beim geringsten Zucken der Mundwinkel auf die Streckbank müssen, mit grimmigem Blick vom Cover starren, erbarmungslose Texte über infantile Folter-Phantasien schreiben und ihre Gitarren mit Brechstangen bearbeiten?! Ja, aber vielleicht noch nicht ganz so schlecht wie von „Subway to Sally“.

Und noch nicht mit diesen mittelalterlich-archaischen Sujets (da wimmelt es nur so von Henkern, Priestern, Myrtenkränzen, Lumpen, vergewaltigten Kindsmörderinnen, Kreuzen, Wölfen, Schlangen und so weiter), vorderasiatisch-chromatisch mäandernden Sängerinnen, Streichern und Instant-Mystik-Flair. Über den literarischen Gehalt der Texte will ich mich gar nicht näher auslassen, mit dem „Kleinen Reimlexikon“ ging das sicher recht flott…

Wenigstens ihre Hausaufgaben haben „Subway to Sally“ gemacht, immer schön vor den Gitarre-Stunden geübt und in der Jugend viel Metal gehört. Der Sound an sich klingt satt und deftig, und zumindest von der musikalischen Seite her ist es äußerst bedauerlich, daß das Septett (!) sich nicht wenigstens für anständigen Stadion-Rock entscheiden konnte. Das wär akustisch vertretbar und insgesamt weniger ridikül gewesen. Schade.

Subway to Sally: Henkersbraut
(BMG)

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