
Die Welt spielt verrückt und da kommt einer wie Chilly Gonzales gerade zur rechten Zeit mit seiner Auffassung von weltumspannender Musik daher. Dass er nach der Veröffentlichung der groovigen Vorab-Single „Let’s Groove Again“ in Großbritannien derzeit so angesagt ist und in den Charts landen konnte, ist nicht weiter verwunderlich.
„Gonzales Uber Alles“ (Uber, nicht Über, sonst könnten es die Briten ja nicht tippen geschweige denn aussprechen), das „Europadebüt“ des kanadischen MCs, der jüdische Vorfahren hat und sich in Berlin niedergelassen hat (Seine Begründung übrigens: „As I Jewish MC I had to go into the belly of the beast. Where else for a Jewish MC to go and flourish but the same place that killed six million of his ancestors, know what I mean?„, Quelle: NME), ist bereits heute als Klassiker anzusehen. Das sage nicht nur ich, nein, der NME stimmt mir da zu. Die britische Wochenzeitschrift beschreibt sein Erscheinungsbild als Mischung aus Kramer, dem Verrückten aus der US-Sitcom „Seinfeld“, und einem wuscheligen Pete Sampras. Ob das zugleich seine menschlichen Charakterzüge definiert, weiß ich nicht.
Eins scheint jedoch klar zu sein, Chilly Gonzales, der übrigens von seinem Kollegen Musical Truth unterstützt wird, liebt abgedrehte Experimente und mischt Samples mit Easy Listening, Gitarre und Rap. Was dabei herauskommt ist schwer in Worte zu fassen, groovt aber wie die Hölle und begeistert.
Gonzales: Gonzales Uber Alles (Kitty-Yo/EfA)