V.A.: Dirty Laundry

Einmal mehr schafft es ein Sampler aus dem Hause Trikont, auf ein ansonsten in Europa weniger beachtetes Stück Musikgeschichte aufmerksam zu machen. Der Sampler zeigt, dass die Klischees des weißen Country aus der Mittelschicht und dem schwarzen Soul aus dem Ghetto nicht so einfach funktionieren.Zum Beweis gibt es 24 Stücke, in denen sich Country, Soul und Blues die Hand reichen. Für das ungeübte Ohr klingt das meist entweder nach klassichem Soul ODER klassischem Country, bei genauerem Hinhören fällt dann doch einiges auf: Was machen z.B. Bläsersätze und Gospel-orientierte Backgroundvocals in einem Country-Song?

Auch der Ku-Klux-Klan war sich einmal zu sicher über den weißen Charakter des Country und mußte Solomon Burke schnell wieder ausladen, als sie mehr über die Farbpigmente in seiner Haut erfuhren. Diese und weitere Anekdoten stehen im wie immer ausführlichen Booklet, das sich allen KünstlerInnen kurz widmet und auch noch einiges zum Thema Country & Soul zu sagen hat. Dabei wird selbstverständlich auch aufgezeigt, wie willkürlich die Trennung von Musik nach Hautfarben war und ist.

Der Sampler bietet eine abwechslungreiche Sammlung innerhalb der Grenzen des Sounds des 70er Soul, der immer wieder in Country überkippt und sich mit diesem vermischt. Zusammen mit einigen gelungenen Cover-Versionen bekannter Country-Standards ist ein nicht nur historisch aufschlussreicher sondern auch sehr unterhaltsamer Sampler entstanden.

Für Fans der White Stripes ist noch wichtig zu wissen, dass der Sampler den Song Jet Black Daddy Lilly White Mama von Andre Williams & 2 Star Tabernacle enthält – mit Jack White am Piano, an der Dobro und zweiter Sänger (Background). Der Song war bisher nur als rare Single B-Seite der gleichen Band zu haben.

Various Artists: Dirty Laundry - The Soul of Black Country
Trikont
VÖ: 15.11.2004
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