Der Name lässt es ja schon so ein bisschen vermuten: Alberto Cereijo ist Spanier. Die Info tönt selbstbewusst von einem der besten Gitarristen Spaniens und irgendwie habe ich ein kleines Egomanen-Album erwartet, bei dem sich einer seine Läufe zurecht frickelt, jegliche Songaufbauten vergisst und die Begleitband nur Staffage ist.
„Evasion“ eröffnet mit einem akustisch gezupften Stück, um dann direkt mit dem zweiten Titel voll einzusteigen. Und jetzt kommt die Überraschung: Sehr songorientiert peitscht Alberto Cereijo die Nummern nach vorne, arbeitet mit harten Riffs und lässt seine Gitarre erkennbare Melodielinien singen. Dabei rockt er so dermaßen, dass man das ein oder andere Mal an Actionfilmen der 80er Jahre erinnert wird. Vier Vocalnummern sind drauf, die einen ordentlichen Hardrock-Standard halten, wobei besonders die Ballade „Lejos De Tí“ heraussticht. Über die komplette Lauflänge wirkt das Tempo, das Alberto Cereijo anschlägt, zwar etwas ermüdend, aber in Etappen gehört ist „Evasion“ für Gitarristen ein echtes Feuerwerk.
Alberto Cereijo: Evasion
(Locomotive/Point )