Für die Jugend der Welt

Über all dem konzeptuellen Brimborium, das er um seinen Output herum veranstaltet – die hochgradig albernen Videoclips, in denen ein weißer Kubus auf einem weißen Tisch herumrollert und sich verformt, während Hawtin vergeistigt unter seiner Frisur hervorschaut – und über der ganzen Ich-will-an-die-Grenzen-des-Machbaren-gehen-Rhetorik: Man vergisst immer wieder leicht, wie großartig und wegweisend diese Musik dann doch ist.

Der Techno-DJ Richie Hawtin komponiert für die Eröffnung der Turiner Winterspiele: → Minimal große Gesten

Intensiv und Rebellisch


intensiv und rebellisch?

Die Wissenschaft hat mal wieder was festgestellt. US-amerikanische Forscher – wer sonst? – suchten nach einem Zusammenhang zwischen Musikvorlieben und Persönlichkeit – und sind fündig geworden: →Musikwahl lässt auf Charakter schließen. Demzufolge bin ich wohl ein intoleranter, geschwätziger, konservativer Linksparteiwähler, der glaubt, dass die Mädels auf ihn fliegen.


Zu den weiteren aufregenden Erkenntnissen gehört, dass

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Martin macht’s

Gefunden auf der SWR-Seite zur frühsamstäglichen Sendung Literatur im Foyer:

Walsers unveröffentlichten Tage- und Notizbücher sind legendär. Wo, wenn nicht in ihnen, findet die deutsche Literaturgeschichte seit den 50er Jahren statt?

So lobt man sich doch die „deutsche Literaturgeschichte“: sie ist äußerst preisgünstig, da sie Walser ja im Alleingang wuppt und solange sie unveröffentlicht blieb war sie vielleicht legendär, hat aber niemanden belästigt.

Schluss mit lustig

Aber sehen wir doch mal das Positive: Wenn die Deutschen sonst keine Sorgen haben als das Stammtischgezeter eines unter anal-retentiven Kontrollzwängen leidenden Laienpredigers, ist eigentlich alles in Ordnung mit diesem Land.

Denis Scheck über Platz 1 (Peter Hahne) der Top-10 der Spiegel-Sachbuchbestsellerliste: → Nüchtern durch mehr Saufen

Das Johlen im Wald

Gegenüber so viel Glück und Diesseitigkeit kann natürlich eine muffige, von alten Männern und autoritärem Ansatz geprägte Kirche nicht mithalten. Zumal sie intellektuell unredlich mit ihren Quellen umgeht und die Auseinandersetzung mit dem Kuschelchristentum scheut. Ihre Funktion sinkt auf die eines Dienstleisters für die Gläubigen, die außer Hochzeit, Taufe und Beerdigung neuerdings eben auch Popveranstaltungen wie Papstbeerdigungen und Weltjugendtage organisiert.

Rüdiger Suchsland in Telepolis: → „Gott ist geil, irgendwie“

Cooles Koteletten-Kolorit

Das nach diesem Film Allernaheliegendste können seine Autoren aber nicht sehen: dass christlicher Fundamentalismus und industrielle Pornokultur zwei Symptome des gleichen Defekts sind. Nur wo der family-values-Terror sein Regime errichtet, gibt es die Idee der Hure und das Bedürfnis nach Bildern solcher Huren, die man wiederum dafür bestrafen und erniedrigen muss, dass sie einen erregen.

In der Zeit mosert Diedrich Diederichsen über den gerade angelaufenen Dokumentarfilm „Inside Deep Throat“: → Der gute alte Schnauzbart-Sex

Wissenswertes über Burda

Nach der Lektüre dieses → Artikels von Juliaan B. Schnitter fragt man sich: wer gehört eigentlich noch dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) an?
Gerade ist die Verlagsgruppe Milchstrasse (Cinema, TV Spielfilm) ausgetreten, um ihre Mitarbeiter weiter untertariflich entlohnen zu können, der Heinrich Bauer Verlag ist auch schon weg und der Präsident des VDZ gibt zwar viele Zeitschriften heraus, die aber alle selbst nicht im VDZ organisiert sind.
[via medienrauschen]

Immer im Kreis…

Meine Lieblingsstelle aus der heutigen Süddeutschen (über die CDU-„Hoffnung“ Jochen Seidel):

Als Landrat des Müritz-Kreises residiert er im idyllischen Waren an der Mecklenburgischen Seenplatt, wo er als Landrat den Müritz-Kreis regiert.