Tracy Chapman hat an ihrer 17 Jahre alten Tradition festgehalten und beginnt ihr Album mit dem einprägsamsten Song. Der Opener und gleichzeitig die erste Single „Change“ macht eigentlich schon alles klar und begeistert mit hinreißendem Saitengerutsche im Refrain.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Gus Black: Autumn Days
Gus Black ist für einen kuscheligen Herbst vorbereitet und hat alles weich gepolstert. Mit Watte auf dem Mikro, im Verstärker und im Schallloch der Akustischen sowieso.
WeiterlesenCarptree: Man Made Machine
Da Musik immer eklektizistischer wird, ist es schwer, Innovation und Kreativität als Maßstab heranzuziehen. Aber wenn ein Sänger genau so klingt wie Fish (ex-Marillion) und sich ähnlicher Musik verschrieben hat, sitzt man doch ziemlich ratlos vor den Lautsprechern.
WeiterlesenEric Burdon And The Animals: Athens Traffic Live
Man kennt das: Alte Männer kommen auf Tour und spielen alter Männer Lieder. Obwohl Eric Burdon im vergangenen Jahr mit „My Secret Life“ ein ordentliches Album ablieferte, setzte er bei der darauffolgenden Europatour vorwiegend auf Standards und huldigte den Inspirationsquellen.
WeiterlesenThe Rolling Stones: A Bigger Bang
The Rolling Stones zu rezensieren ist wie Schwarzbrot zu beschreiben – Band und Brot sind irgendwie schon immer da und da sich an der Sache an sich nichts ändert, kommt es nur auf die Frische an. Die hat bei den Stones in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten und „Bridges To Babylon“ war mit Sicherheit alles andere als eine gute Rolling Stones Platte. Für „A Bigger Bang“ haben sie die Experimente weit hinten im Schrank versteckt und spielen wieder die Blues-Rock-Standards, die man von ihnen erwartet.
WeiterlesenSubway To Sally: Nord Nord Ost
Subway To Sally sind verschreckt zurück auf ‚Los‘ gezogen. Nach dem vermurksten Album „Engelskrieger“ sind sie jetzt bei Nuclear Blast unter Vertrag und wirken wie eine Band zwischen allen Stühlen. Versuchte sich die Band auf dem letzten Albums erstmals auch an aktuellen Themen, stehen auf „Nord Nord Ost“ wieder Fabeln und Geschichten im Vordergrund.
WeiterlesenThe Walkabouts: Acetylene
Chris Eckman ist sauer. Anscheinend so sauer, wie schon lange nicht mehr. Wer The Walkabouts als schwelgende Band mit beeidruckenden Kompositionen abgelegt hat, wird für „Acetylene“ umdenken müssen. Bereits im Opener „Fuck Your Fear“ drischt Terri Moeller schnörkellos auf ihre Drums ein und Chris Eckman und Carla Torgerson lassen die Gitarren rauchen.
WeiterlesenWashington: A New Order Rising
Als die Musikgötter die Muse überraschend über Norwegen ausgossen, trafen sie ausgerechnet a-ha. Heute, rund 20 Jahre nach „Take On Me“, ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Norwegen großartige Bands hervorbringt. Unter dem doch sehr un-norwegischen Namen Washington debütiert jetzt ein junges Trio, das mit „A New Order Rising“ ein Album vorlegt, das die Kinnlade direkt nach unten wandern lässt.
WeiterlesenKaizers Orchestra: Maestro
Dass das Kaizers Orchestra dem Wahnsinn gerne mal die Hand schüttelt, haben die Norweger mit den zwei bisher erschienen Alben hinreichend bewiesen. Bei ihrem neuen Werk „Maestro“ fragt man sich aber, ob der Titelsong nicht etwas über’s Ziel hinaus schießt. Wenn der überschnappende Backgroundchor in bester Rocky-Horror-Manier „Swing din hammer“ skandiert, ist das verdammt nah am Kasperletheater.
WeiterlesenMick Harvey: One Man’s Treasure
Mick Harvey hat allen Grund entspannt zu sein. Die Beweisführung, dass er ein respektabler Musiker ist, hat er nicht nur mit The Bad Seeds seit Jahren abgeschlossen, und frönt jetzt mit seinem ersten ‚richtigen‘ Soloalbum „One Man’s Treasure“ hemmungslos seinen Vorlieben.
WeiterlesenSchandmaul: Kunststück
Es gibt wenige Bands, die so gern mit Häme überzogen werden wie Schandmaul, aber selbst ohne große Unterstützung durch TV und Radio haben sich die sechs Süddeutschen an die Spitze der modernen Spielleute gefiedelt und gedudelsackt. „Kunststück“ wurde mitgeschnitten im April 2005 im Circus Krone und überzeugt mit Gefühl und Liebe zum Detail.
WeiterlesenMXPX: Panic
Die frommen Melodic-Punker gehören inzwischen zum Inventar und zeigen mit „Panic“ erneut, dass sie in Sachen Songwriting vorne mitspielen.
WeiterlesenBob Mould: Body Of Song
Anscheinend hat Bob Mould den Computer wieder aus dem Musikzimmer verbannt. Manchmal drückt er noch drauf rum, aber diesmal stehen die elektronischen Einsprengsel gleichberechtigter neben den Stromgitarren. Unerklärlich bleibt seine Vorliebe für Vokoder-Experimente, die an Chers „Believe“ erinnern.
WeiterlesenHobotalk: Notes On Sunset
„Notes On Sunset“ ist das perfekte Album für alle, die auf der Suche nach ’schöner Musik‘ sind. Basis sind – wie so oft – leicht verspulte Typen, die sich in der Musikgeschichte bedienen und schüchtern Hymnen aus dem Hut ziehen.
WeiterlesenIggy Pop: A Million In Prizes & Live At Avenue B
Iggy Pop hat sich in seiner fast 40jährigen Karriere nie geschont. Seine Bühnenshow und seine exzessive Art sind legendär und sein Name steht wie kein anderer für die schlechten, aber verlockenden Seiten des Rock’n’Roll. Wenn man den knapp 60jährigen heute ankuckt, weiß man nicht, ob ‚durchtrainiert‘ oder ‚mumifiziert‘ der richtige Ausdruck ist, aber er scheint von seiner Energie nichts verloren zu haben.
Hört man die Songs der jetzt vorliegenden Anthology, stellt man schnell fest, wie sehr ein wildes Drumherum auch die Vorstellung der Songs prägt. Gerade in den Anfangstagen waren The Stooges aus heutiger Sicht gesehen musikalisch relativ zahm, aber 1969 hatte „I Wanna Be Your Dog“ alles am Start um die Leute zu erschrecken.
John Hiatt: Master Of Disaster
Ich wäre gerne den Beweis angetreten, dass bei John Hiatt ein seltsames Cover immer auf ein großartiges Album schließen lässt, aber leider funktioniert das nicht.
„Little Head“ war seltsam gestaltet und nur OK, „Crossing Muddy Waters“ war schön gemacht und ein Jahrhundertwerk. Aber was soll sich der US-Songwriter auch um die Optik kümmern, wenn er die Ohren so superb verwöhnt, wie mit „Master Of Disaster“?! Nach zwei guten Alben schwingt er sich jetzt wieder in die Höhen seiner besten Werke auf.
Midnight Choir: All Tomorrow’s Tears
Am Besten jetzt schon an Weihnachten denken. Ein geschmackvolles Doppelpaket zum Preis einer CD kann zwar den Schmerz der Trennung nicht wegwischen, zeigt aber 28 Songs lang, wie großartig Midnight Choir waren. Und da es zu viele Menschen gibt, die dieser Band nie die nötige Aufmerksamkeit geschenkt haben, sollte man mit „All Tomorrow’s Tears“ genau das tun – verschenken.
WeiterlesenRay Wilson: Live
Bei Ray Wilson beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass schon der Nachlassverwalter das Regiment übernommen hat. Bei den meisten Tätigkeiten des schottischen Sängers steht ein ‚Ex‘ davor und so zeigt er gerne auf Live-Platten, was er schon so alles gemacht hat.Nach dem super Akustikalbum „Live And Acoustic“ folgt jetzt ein randvoll gepackter Doppeldecker mit 32 Songs in Bandbesetzung, die alle Phasen seines Schaffens abdecken. Stiltskin, Cut, seine Soloplatten und natürlich auch Erinnerungen an seine kurze Zeit als Sänger von Genesis. Dabei sieht Wilson das Genesis-Repertoire als ‚All you can sing‘-Büffet und bedient sich nicht nur bei der „Calling All Stations“-Phase, sondern wildert auch noch in alten Zeiten.
WeiterlesenFury In The Slaughterhouse: Acoustic Grand Cru Classé
Auch wenn Fury In The Slaughterhouse schwer zur Vermögensverwaltung übergegangen sind, hat die neue Akustik Doppel-CD ihre Existenzberechtigung. Die Studio-Alben wollen nicht mehr so richtig zünden, aber live sind die Hannoveraner einfach unschlagbar.
WeiterlesenBedouin Soundclash: Sounding Amosaic
Netter, ähm, Soundclash aus Reggae, Rock und arabischen Elementen. Mit dem Namen und dem Albumtitel ist eigentlich alles erklärt: Bedouin Soundclash sind drei junge Musiker, die bunt ihre Songs zusammenbasteln, als hätten UB40 zu viel Rock gehört.
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