The Rolling Stones: A Bigger Bang

The Rolling Stones zu rezensieren ist wie Schwarzbrot zu beschreiben – Band und Brot sind irgendwie schon immer da und da sich an der Sache an sich nichts ändert, kommt es nur auf die Frische an. Die hat bei den Stones in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten und „Bridges To Babylon“ war mit Sicherheit alles andere als eine gute Rolling Stones Platte. Für „A Bigger Bang“ haben sie die Experimente weit hinten im Schrank versteckt und spielen wieder die Blues-Rock-Standards, die man von ihnen erwartet.

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Washington: A New Order Rising

Als die Musikgötter die Muse überraschend über Norwegen ausgossen, trafen sie ausgerechnet a-ha. Heute, rund 20 Jahre nach „Take On Me“, ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Norwegen großartige Bands hervorbringt. Unter dem doch sehr un-norwegischen Namen Washington debütiert jetzt ein junges Trio, das mit „A New Order Rising“ ein Album vorlegt, das die Kinnlade direkt nach unten wandern lässt.

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Kaizers Orchestra: Maestro

Dass das Kaizers Orchestra dem Wahnsinn gerne mal die Hand schüttelt, haben die Norweger mit den zwei bisher erschienen Alben hinreichend bewiesen. Bei ihrem neuen Werk „Maestro“ fragt man sich aber, ob der Titelsong nicht etwas über’s Ziel hinaus schießt. Wenn der überschnappende Backgroundchor in bester Rocky-Horror-Manier „Swing din hammer“ skandiert, ist das verdammt nah am Kasperletheater.

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Iggy Pop: A Million In Prizes & Live At Avenue B

Iggy Pop hat sich in seiner fast 40jährigen Karriere nie geschont. Seine Bühnenshow und seine exzessive Art sind legendär und sein Name steht wie kein anderer für die schlechten, aber verlockenden Seiten des Rock’n’Roll. Wenn man den knapp 60jährigen heute ankuckt, weiß man nicht, ob ‚durchtrainiert‘ oder ‚mumifiziert‘ der richtige Ausdruck ist, aber er scheint von seiner Energie nichts verloren zu haben.
Hört man die Songs der jetzt vorliegenden Anthology, stellt man schnell fest, wie sehr ein wildes Drumherum auch die Vorstellung der Songs prägt. Gerade in den Anfangstagen waren The Stooges aus heutiger Sicht gesehen musikalisch relativ zahm, aber 1969 hatte „I Wanna Be Your Dog“ alles am Start um die Leute zu erschrecken.

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John Hiatt: Master Of Disaster

Ich wäre gerne den Beweis angetreten, dass bei John Hiatt ein seltsames Cover immer auf ein großartiges Album schließen lässt, aber leider funktioniert das nicht.
„Little Head“ war seltsam gestaltet und nur OK, „Crossing Muddy Waters“ war schön gemacht und ein Jahrhundertwerk. Aber was soll sich der US-Songwriter auch um die Optik kümmern, wenn er die Ohren so superb verwöhnt, wie mit „Master Of Disaster“?! Nach zwei guten Alben schwingt er sich jetzt wieder in die Höhen seiner besten Werke auf.

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Midnight Choir: All Tomorrow’s Tears

Am Besten jetzt schon an Weihnachten denken. Ein geschmackvolles Doppelpaket zum Preis einer CD kann zwar den Schmerz der Trennung nicht wegwischen, zeigt aber 28 Songs lang, wie großartig Midnight Choir waren. Und da es zu viele Menschen gibt, die dieser Band nie die nötige Aufmerksamkeit geschenkt haben, sollte man mit „All Tomorrow’s Tears“ genau das tun – verschenken.

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Ray Wilson: Live

Bei Ray Wilson beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass schon der Nachlassverwalter das Regiment übernommen hat. Bei den meisten Tätigkeiten des schottischen Sängers steht ein ‚Ex‘ davor und so zeigt er gerne auf Live-Platten, was er schon so alles gemacht hat.Nach dem super Akustikalbum „Live And Acoustic“ folgt jetzt ein randvoll gepackter Doppeldecker mit 32 Songs in Bandbesetzung, die alle Phasen seines Schaffens abdecken. Stiltskin, Cut, seine Soloplatten und natürlich auch Erinnerungen an seine kurze Zeit als Sänger von Genesis. Dabei sieht Wilson das Genesis-Repertoire als ‚All you can sing‘-Büffet und bedient sich nicht nur bei der „Calling All Stations“-Phase, sondern wildert auch noch in alten Zeiten.

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