„You Should Be Living“ ist ein schwieriges Album. Nicht im Sinne von vertrackt, ich habe schlicht und ergreifend keine Ahnung, was ich schreiben soll. Viel zu gut, um es unter den Tisch fallen zu lassen, aber selbst nach 10 mal hören, kann ich mich mit Mühe und Not nur an einen Song erinnern. Der heißt „The Sticks Are Woven In The Spokes“ und ist ziemlich gut.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Kansas: Device – Voice – Drum
Auch wenn Kerry Livgren nicht dabei ist, spielt hier der harte Kern von Kansas. Nach dem überraschend starken 2000er Album „Somewhere To Elsewhere“ legen die Prog-Dinos jetzt eine Doppel-Live-CD nach. Von einem Lehrstück für jüngere Bands zu reden, ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Kansas müssen in dieser Verfassung keinen Vergleich mit der jungen Garde fürchten.
WeiterlesenMolly Hatchet: Locked And Loaded
„‚Ne Wutz aufzublasen und fliegen zu lassen – das ist doch wirklich nicht so schwer.“ Bislang ist mir nicht bekannt, dass es eine Parallele zwischen den Rodgau Monotones und Molly Hatchet gibt, aber nachdem sich beide Bands in mehr als einem Vierteljahrhundert als Frontsäue etabliert haben, passt „Volle Lotte“ sowohl für die Einen als auch für die Anderen.
WeiterlesenBangles: Doll Revolution
Vergessen wir einmal kurz die Rehaugen von Susanna Hoffs und den nimmermüden Formatradio-Kracher „Manic Monday“ und nähern uns vorurteilslos einer Band, deren Comeback niemand wirklich auf dem Zettel hatte. Knietief in den 60ern verwurzelt, beweist das Damenquartett, dass „nett“ nicht gleichzeitig „flach“ bedeutet. Die Byrds sind in vielen Gesangsharmonien genauso erkennbar wie die Beach Boys und dann ist es auch nicht wirklich schlimm, dass die Background-Vocals manchmal an das schon lang vergessene Damentrio Wilson Phillips erinnern.
WeiterlesenEvergrey: Recreation Day
Beim Opener „The Great Deceiver“ mussten die Jungs von Evergrey scheinbar erstmal ihr Mütchen kühlen. Da wird alles ausgepackt, was eine Progressive-Band zu bieten hat und das Quintett tobt sich durch leicht nervige Keyboards, Frickel-Attacken und seltsame Chöre. Danach lassen sie es etwas ruhiger und gemäßigter angehen und man merkt schnell, dass das dritte Werk der Schweden um einiges offener ausgefallen ist als die beiden Vorgänger.
WeiterlesenEzio: The Making Of Mr. Spoons
Ich habe es Ezio nicht mehr wirklich zugetraut, dass sie es schaffen, ihren mitreißenden Gitarrenfolk adäquat zum Liveerlebnis auf Platte zu bannen. Der Vorgänger „Higher“ war zwar schon auf dem richtigen Weg, aber erst „The Making Of Mr. Spoons“ erreicht die schon lange erhoffte Plattenreife.
WeiterlesenSubway To Sally: Engelskrieger
Wenn man in einer Sackgasse steckt, sollte man zusehen, dass man möglichst schnell wieder herauskommt. Da sich Mittelalter und Rock in den vergangenen Jahren nicht gerade zur Schnellstraße entwickelt hat, haben Subway To Sally einen Ausweg gesucht und sich in eine noch düsterere Sackgasse manövriert.
WeiterlesenAnouk: Graduated Fool

Lange hat es gedauert, bis Frau Teeuwe mit einem neuen Album über den Deich geschwappt kam. Dabei herausgekommen ist „nur“ ein ganz gewöhnliches Rockalbum. Wer ein aufwändig produziertes Werk erwartet hat, bekommt mit „Graduated Fool“ das puristische Gegenteil: Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Schluss, aus. Soweit das Booklet nichts verschweigt oder meine Ohren mich nicht betrogen haben, hört man kein anderes Instrument oder Samples irgendeiner Art.
WeiterlesenThe Minus 5: Down With Wilco
Mehr kann man eigentlich nicht auffahren! Nicht nur, dass The Minus 5 mit Scott McCaughey, Peter Buck und Ken Stringfellow drei große Namen an Bord haben – jetzt haben sie sich auch noch Wilco dazugeholt, um mit einem scheinbar unscheinbaren Album der Musikwelt zu zeigen, wie man Songs schreibt.
WeiterlesenSaga: Marathon
Saga, Asia und Journey waren für mich immer Bands, die durch sagenhaft kitschige Comic-Cover aufgefallen sind und die mein Freund Udo rauf und runter gedudelt hat. Ermattet durch seine Penetranz ist es ihm irgendwann gelungen, mich für Journey zu erwärmen, mir für Saga Respekt abzuringen und Asia verdränge ich bis heute. Insofern hat „Marathon“ für mich eher etwas drolliges, weil es mich ziemlich wundert, dass es eine Band schafft, über Jahre dermaßen an ihrem Sound festzuhalten.
WeiterlesenJulian Dawson: Hillbilly Zen
Der Sound von Julian Dawson müsste Globalisierungsgegner komplett auf die Palme bringen; der britische Singer/Songwriter hat sich auf seinen 14 Alben nie auf einen Stil festgelegt. Bisher hing er zwischen allen Kontinenten und klang weder typisch europäisch noch amerikanisch.
WeiterlesenRPWL: Stock
„Stock“ – passender Name für Material, das auf Halde liegt. Die zehn Titel stammen aus den Sessions der ersten beiden Alben und lassen weder den Pink Floyd Geist des Debüts „God Has Failed“ vermissen, noch die superben Kompositionen von „Trying To Kiss The Sun“.
WeiterlesenMidnight Choir: Waiting For The Bricks To Fall
Norwegen rockt! Nein, nicht Turbonegro und Konsorten, sondern inzwischen auch die Leisetreter. Nachdem Madrugada auf ihrem aktuellen Album schon ordentlich losscheppern, haben sich auch Midnight Choir einen großen Schritt von ihrem symphonischen Klang entfernt. Sollen doch die Isländer elegische Popsongs machen, Midnight Choir haben dieses Feld kampflos geräumt und sind auf ihrem fünften Album deutlich in die härtere Ecke gerückt. „Hart“ nicht im Sinne von wilden Gitarren, sondern „hart“ im Sinne von mystisch und düster.
WeiterlesenEternal Tears Of Sorrow: A Virgin And A Whore
Auf dem vierten Werk der Finnen sind die Vorbilder zwar auch immer noch deutlich zu erkennen, aber Eternal Tears Of Sorrow haben sich eine eigene Nische geschaffen. Gekonntes Songwriting und feine Arrangements treffen auf die Traditionen von In Flames, Sentenced oder The 69 Eyes. Dass die neun Tracks im ersten Anlauf etwas gleichförmig klingen, liegt in erster Linie an den Grunzvocals von Altti Veteläinen.
WeiterlesenMammuth: Shine
Wer grundsätzlich etwas mit Bands wie P.O.D. oder Blindside anfangen kann, sollte in „Shine“ reinhören. Das Debüt der fünf Schweden startet amtlich und klingt für dieses ausgelutschte Genre erstaunlich frisch. Aber nach drei Nummern geht auch bei Mammuth die Luft raus und es bleibt ein nettes Album, das sich in sich selbst wiederholt.
(5 Fritten)
Mammuth: Shine
(Talking Music /Asaph)
Christian Kjellvander: Songs From A Two-Room Chapel
Erst haut Kristofer Åström zwei Alben binnen zwölf Monaten raus, und jetzt lugt schon der nächste melancholische Schwede aus dem Hause V2 um die Ecke. Die Vorzeichen sind ähnlich: Auch Christian Kjellvander hat eine Hauptband (Loosegoats), gibt aber genauso gern den verzweifelten Singer/Songwriter. Auch wenn die Parallele zu Kristofer Åström überdeutlich ist, klingen seine Songs insgesamt offener und weniger depressiv, worunter aber die Tiefe keinesfalls leidet.
WeiterlesenWoven Hand: Blush Music
David Eugene Edwards wirkt ja generell nicht wie jemand, der gerne viele Worte macht. Auch auf „Blush Music“ ringt er sich jedes gesungene Wort förmlich ab und die meisten der zehn Titel offenbaren in mehrminütigen Klangmalereien häufig nur in der Mitte, dass sie die Bezeichnung Lied zu Recht tragen. „Animalitos (Ain’t No Sunshine)“ wächst hier auf eine mehr als 14 Minütige Version an, wobei aber die Essenz nicht länger ist als auf dem Woven Hand Debüt. Umrahmt wird das Ganze von Klängen, Ächzen und Geräuschen, die einem recht schnell klar machen, dass die Sonne weiter nicht sein kann.
WeiterlesenBeth Gibbons & Rustin Man: Out Of Season

Es gibt so Kombinationen, die klingen schon auf dem Blatt gut: Die Sängerin von Portishead Beth Gibbons zusammen mit Paul Webb, dem ehemaligen Bassisten von Talk Talk. Wer jetzt auf Grund des Portishead-Einflusses ein elektronisches Album erwartet, wird mit zehn überaus organischen Stücken überrascht.
WeiterlesenRon Sexsmith: Cobblestone Runway
Früher ist man in einen Schallplattenladen gestiefelt, hat eine LP nur wegen eines Liedes gekauft, und dieses zuhause zehn Mal am Stück gehört. Auch wenn ich diese Vorgehensweise schon den ein oder anderen Tag abgelegt habe, „Cobblestone Runway“ hat genau so einen Song, der sich immer und immer wieder in den Vordergrund drängt: „Gold In Them Hills“ strahlt aus einem wirklich guten Album hervor wie der Morgenstern.
WeiterlesenSt. Thomas: I’m Coming Home
Muss blöd sein, wenn man noch gar nicht tot ist, und die Erben schon alles verjubeln. St. Thomas ist Thomas Hansen, ein norwegischer Postbote, der speziell in dem Opener „The Cool Song“ so dermaßen an Neil Young erinnert, dass Plagiatsvorwürfe gar nicht weit hergeholt wären. Im weiteren Verlauf wächst sich die Ähnlichkeit zwar etwas aus, zur Eigenständigkeit will es trotzdem nicht reichen.
Weiterlesen
