Judas Priest: Live In London

Seit Rob Halford nicht mehr dabei ist, müssen sich Judas Priest ständig anhören, dass nichts mehr so ist wie früher und Ripper Owens steht nach wie vor hart in der Kritik. Dass es dafür nicht wirklich einen Grund gibt, unterstreicht die Doppel-Live-CD „Live In London“. Bestens aufgelegt präsentiert die Band insgesamt 25 Kracher und klingt dabei immer noch frischer als so mancher dauergewellte Italiener.

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Eyes Adrift: Eyes Adrift

Curt Kirkwood (Meat Puppets), Krist Novoselic (Nirvana) und Bud Gaugh (Sublime) – was müssen die drei Jungs der Musikwelt noch beweisen? Allein die Namen ihrer Bands stehen für Qualität und teilweise schon ikonenhafte Verehrung. Als Eyes Adrift haben sie sich jetzt zusammengeschlossen und statt einem rauschenden Schlussplädoyer gibt es ein bescheidenes Statement: Ein guter Song ist ein guter Song und der Independent-Geist hat weiterhin keine Lust auszusterben.

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Blindside: Silence

Wenn eine Band kommerziell gesehen durch die Decke startet, spült das immer eine Hand voll Bands mit hoch, die im Dunstkreis der Künstler stehen. P.O.D-Sänger Sonny schwärmt vollmundig und hat die vier Schweden fleißig mit auf Tour genommen. Selbst wer P.O.D. nicht mag, sollte Blindside antesten. Die grundsätzliche Richtung ist zwar ähnlich, aber die das Quartett geht um einiges variabler und melodischer zu Werke. Ähnlich wie im vergangenen Jahr Liquid Gang überraschen Blindside mit einer ungehobelten Energie und gekonntem Songwriting in allen Facetten.

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Curly: Natural

Bei einer Casting-Combo nicht genommen worden zu sein, ist ja eher ein Kompliment als ein Misserfolg. Curly wäre beinah ein Nicht Engel geworden und hat das knapp verpasste Ziel und den Popularitätsschub genutzt, um jetzt ihr erstes Soloalbum auf den Markt zu bringen. Althase Leslie Mandoki hat sie unter seine Fittiche genommen und ihr zwölf Popsongs zur stimmlichen Veredelung vorgesetzt.

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Sixpence None The Richer: Divine Discontent

Der Überhit „Kiss Me“ wird dieser Band wahrscheinlich wie ein Stigma anheften. Nur Wenige wissen, dass sie vorher schon fleißig Alben in einem Reifegrad veröffentlicht haben, den andere Bands nie erreichen. Den kreativen Kern der Band bilden der Songwriter und Gitarrist Matt Slocum und die wunderbare Leigh Nash, die mit ihrer trotzigen Feenstimme die Zuhörer verzaubert. Ich habe damals Wochen gebraucht, um mich an ihre Stimme zu gewöhnen – heute begeistert mich jeder Ton.

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Prong: 100% Live

Prong waren früher mal das, was man wohl Innovatoren nennt. Von der damaligen Besetzung ist nur Mastermind Tommy Victor übrig geblieben, der jetzt mit einem okayen Live-Dokument seine Rückkehr einläutet. Was vielleicht früher State of the Art war, ist heute in erster Linie ein Schmankerl für die Fans. Wenn Prong mit ihrem angekündigten Album an vergangene Zeiten anschließen wollen, müssen sie noch ordentlich eine Schippe drauflegen.

(5 Fritten)

Prong: 100% Live
(Locomotive/Point Music)

Leon & Eric Bibb: A Family Affair

Auch wenn Coverversionen von Sting’s „Fields Of Gold“ mehr als ausgelutscht sind – hier geht sie absolut in Ordnung. Eric Bibb und sein Vater Leon konzentrieren sich auf der gemeinsamen Platte „A Family Affair“ auf Folkmusik und präsentieren überwiegend Fremdtitel. Irgendwie ist da „Fields Of Gold“ dazwischengerutscht und die Beiden ziehen eine ganze Menge Emotionalität aus der Vorgabe heraus.

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The Willy DeVille Acoustic Trio: In Berlin

Willy DeVille ist so ein bisschen wie Kermit: Born in the swamp und unverwüstlich. (OK, er ist in NY geboren, aber er wohnt im Sumpf) Das Cover seiner aktuellen Live-Scheibe ist symptomatisch für den ganzen Mitschnitt. Als leicht versiffter Dandy schmachtet und ächzt er sich durch die Songs wie man es von ihm gewohnt ist. Aber in der spärlichen Besetzung mit David Keyes (Bass) und Seth Farber (Piano) kommen die Songs um einiges intimer und direkter. Da wird dann ordentlich geknurrt (It’s Too Late She’s Gone) oder auch melodisch der große Herzschmerz beschworen (Spanish Harlem).

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Un Kuartito: No Pares! Non Stop

Im vergangenen Jahr haben wir euch hier den Sampler von Übersee Records vorgestellt, jetzt hat das Label das erste komplette Album über den Teich geholt. Un Kuartito kommen aus Argentinien und sind trotz Exotenbonus der Beweis dafür, dass zwei starke Nummern nicht ein ganzes Album tragen können. Nach einem furiosen Ska-Rock-Einstieg verliert sich die Truppe überwiegend in Kaspereien und zumindest ich kann das nicht lustig finden.

(4 Fritten)

Un Kuartito: No Pares! Non Stop
(Übersee/EFA)

The Flower Kings: Unfold The Future

Bei den Großen der Prog-Rock-Szene scheint es dieses Jahr fast Pflicht zu sein, dass sie mit einem Doppel-Live-Album an den Start kommen. Nach Dream Theater und Spock’s Beard ziehen jetzt The Flower Kings nach. Mich hat wirklich überrascht, dass „Unfold The Future“ vergleichsweise wenig verkopft daherkommt. Sind doch die Schweden um einiges kopflastiger, als die bereits erwähnten Kollegen. Gefrickel und Jazzanleihen sind selbstverständlich, aber The Flower Kings bleiben dieses Mal um einiges nachvollziehbarer und melodischer als auf ihrem letzten Output „The Rainmaker“.

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Kettcar: Du und wieviel von deinen Freunden

Das waren noch Zeiten, als man mit 16, 17 Jahren mal locker anhand von einem Album eine komplette Weltanschauung definierte. Mit missionarischem Eifer wurde die Schallplatte dann jedem unter die Nase gerieben und so oft umgedreht, bis sogar meine Mutter die Texte konnte. Auch wenn sich diese pubertäre Begeisterung mit den Jahren gelegt hat – „Du und wieviel von deinen Freunden“ ist ein Album, das nicht nur „gut“ oder „super“ ist, sondern bei dem ich das Gefühl habe, es könnte sogar wichtig sein. Das Hamburger Quintett gibt Antworten auf Fragen, die du nicht gestellt hast, und fragt Dinge, für die es keine Lösung gibt. Du verstehst und wirst verstanden.

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Blackmore’s Night: Past Times With Good Company

Über Alben von Blackmore’s Night herzufallen ist wahrlich eine leichte Übung, sie gut zu finden ist dann schon eine etwas schwierigere Erfahrung. Als mir das Doppel-Live-Album „Past Times With Good Company“ ins Haus geflattert ist, hatte ich mich eigentlich schon auf einen Verriss gefreut und muss jetzt –mich verwundert am Kopf kratzend–gestehen, dass es mir gut gefällt.

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Aynsley Lister: Everything I Need

Cool, endlich ein neues Album von Blues-Youngster Aynsley Lister. Moment, neu? Leider nicht wirklich, 6 der 11 Tracks waren auch schon auf seinem selbstbetitelten Album von 1999. Obwohl in leicht veränderten Fassungen komplett neu eingespielt, hinterlässt sowas immer etwas Frust beim Konsumenten. Auf der anderen Seite ist es ein Track wie „Angel O‘ Mine“ wert, mehrmals aufgenommen zu werden. Wer Aynsley Lister noch nicht kennt, kann also gleich mit dem neuen Album anfangen.

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Schandmaul: Narrenkönig

Rund ein Jahr nach ihrem Debüt-Album sind die Happy-Schergen von Schandmaul mit einem neuen Werk zurück. Grundsätzlich ist alles beim Alten geblieben, es fällt nur auf, dass der Gesang nicht so deutlich im Vordergrund steht wie beim Vorgänger „Von Spitzbuben und anderen Halunken“, was zu Gunsten eines etwas raueren Gesamtklanges geht. Ohne den düsteren Mittelalter-Max zu machen oder sich anderen seltsamen Peinlichkeiten hinzugeben, macht das Sextett genau das, was Gaukler und Spielleute tun – unterhalten.

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