Deftones: Deftones

Ein Album unter dem eigenen Namen herauszubringen ist meist ein Zeichen von Neuanfang oder Rückbesinnung. Bei Deftones ist es ein Kumulieren der bisherigen drei Alben. Speziell „Hexagram“ und „When Girls Telephone Boys“ sind wieder um einiges härter und lassen dem Riffmonster freien Lauf. Dafür loten die Fünf aus Sacramento aber auch die Balladen tiefer aus. „Lucky You“ ist mit seinem stumpfen Beat wunderbar zermürbend und „Deathblow“ wahrhaft beängstigend.

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Sammy Hagar And The Wabo’s: Live Hallelujah

Sammy Hagar wird wahrscheinlich auf ewig der ex-Sänger von Van Halen bleiben. Und als Bonusfluch erinnern sich die meisten an Oberposer David Lee Roth. Sammy Hagar versucht erst gar nicht, dieses Stigma loszuwerden und spielt bei seinen Live-Auftritten munter die alten Songs. Inklusive der lustig altmodischen Keyboardintros, aber was soll’s, „Live Hallelujah“ ist pures Entertainment! Sammy Hagar singt immer noch wie ein eingeklemmtes Steroid und seine Band ist so hungrig, dass die 17 Livetracks keine Sekunde langweilig werden. Mit angemessenem Druck und der nötigen Härte gelingen simple Rocker genauso wie Balladen.

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Knife In The Water: Cut The Cord

Langsam sind sie, die Jungs und das Mädel von Knife In The Water. Auf ihrem neuen Album kann man sich mal wieder fragen, wie langsam ein Schlagzeuger spielen kann, bevor er überflüssig wird. Das US-Quintett steht felsenfest in der zweiten Reihe hinter artverwandten Bands wie Western Electric oder skandinavischen Melancholikern. Was zum ganz großen Wurf fehlt, sind die richtig großen Songs und eine durchgängige Magie, wie sie z.B. ein Midnight Choir Album ausstrahlt.

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Martin L. Gore: Counterfeit²

Martin L. Gore, das ist der von Depeche Mode, der jahrelang durch seltsame Frisuren und bizarre Klamotten auffiel und dann irgendwann bei den Elektro-Poppern mit Gitarre auf die Bühne stapfte. Wer jetzt bei seinem zweiten Soloalbum deswegen einen akustischen Ausflug erwartet, liegt komplett daneben. „Counterfeit²“ ist, wie auch sein Vorgänger, ein reines Cover-Album und zeigt auf angenehme Weise, dass auch elektronische Musik eine Seele hat.

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M. Hederos & M. Hellberg: s/t

Stellt euch folgende Szene vor: Der livrierte Hotelpianist hat den Deckel zugeklappt und geht nach Hause als zwei schräge Typen mit Biker-Boots und Rock’n’Roll T-Shirt die Bühne entern und die verbliebenen Gäste in nachtblaue Schwermut singen. Lieder, die in Alkohol geschwängerten Nächten bestens dafür geeignet sind, wenn einem gar nicht nach Singen zu Mute ist. Tom Waits, Lou Reed oder auch „His Bobness'“ wunderschönes „You’re A Big Girl Now“.

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Luka Bloom: Amsterdam

Wer heutzutage nach sechs Alben weder eine Best Of-Compilation noch ein Live-Album draußen hat, dem muss man die Beteuerung glauben, dass er eigentlich nie eins machen wollte. Jetzt hat es Luka Bloom doch gewagt und man möchte laut „Danke!“ schreien. Sein charakteristisches Gitarrenspiel bringt jeden Hobbygitarristen an den Rand des Wahnsinns, gepaart mit seinen Geschichten und seiner warmen Stimme ist „Amsterdam“ ein Live-Mitschnitt, der die Stimmung eines Luka Bloom Konzerts 100% wiedergibt.

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Edguy: Hellfire Club

Die mir vorliegende Promo-CD von „Hellfire Club“ wird „veredelt“ mit Audiokommentaren von Tobias Sammet, der zwischen witzig und ein bisschen zu selbstbewusst mitten in die Lieder quasselt. Mal abgesehen davon, dass man sich dabei nicht auf die Atmosphäre einer Platte einlassen kann, hat es hier den witzigen Nebeneffekt, dass sich der Edguy Sänger den Apfel selbst auf den Kopf legt.

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The Gathering: Souvenirs

Die langen Pausen zwischen The Gathering Alben sind zwar schwer zu verkraften, aber bei dem Ideenreichtum der Niederländer braucht es ja sowieso ein paar Monate, bis man alle Feinheiten entdeckt hat. Das neue Album ist eine ähnliche Entdeckungsreise und wird der von der Band definierten Stilrichtung Trip-Rock mehr als gerecht. Wenn man die Geschichte der Band kennt, kann man beim Hören von „Souvenirs“ nicht erahnen, aus welcher musikalischen Ecke sie kommen.

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Ani DiFranco: Evolve

Um im rührigen Schaffen der Kanadierin den Überblick nicht zu verlieren, muss man sich ganz schön Mühe geben, aber bislang scheinen dem Power-Schlumpf die Ideen nicht auszugehen. Seit dem harschen Folk-Punk von „Dilate“ (1996) hat sich Ani DiFranco über die Jahre komplett gehäutet und präsentiert sich seit einigen Jahren erwachsener denn je. Geschrien wird nur noch selten, stattdessen setzt sie ihre Stimme emotional ein und verknüpft ihren Folk immer stärker mit Jazz-Anleihen. Wobei „Anleihen“ bei „Evolve“ stark untertrieben ist.

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Dan Bern & The IJBC: Fleeting Days

Auf Dan Bern ist Verlass – in einem Affentempo haut er neue Alben raus und keiner muss Angst haben, dass sie dadurch schlechter werden. Diesmal verpackt er seinen beißenden Spott schon in dem Namen seiner Band: IJBC steht für International Jewish Banking Conspiracy. Vorurteile und starre Sichtweisen sind der Scharfzunge Bern ein Greuel. Wenn er sich ein Thema vorknöpft, kann man sicher sein, dass der Blickwinkel überraschend ist.

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