Ein Album unter dem eigenen Namen herauszubringen ist meist ein Zeichen von Neuanfang oder Rückbesinnung. Bei Deftones ist es ein Kumulieren der bisherigen drei Alben. Speziell „Hexagram“ und „When Girls Telephone Boys“ sind wieder um einiges härter und lassen dem Riffmonster freien Lauf. Dafür loten die Fünf aus Sacramento aber auch die Balladen tiefer aus. „Lucky You“ ist mit seinem stumpfen Beat wunderbar zermürbend und „Deathblow“ wahrhaft beängstigend.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Sammy Hagar And The Wabo’s: Live Hallelujah
Sammy Hagar wird wahrscheinlich auf ewig der ex-Sänger von Van Halen bleiben. Und als Bonusfluch erinnern sich die meisten an Oberposer David Lee Roth. Sammy Hagar versucht erst gar nicht, dieses Stigma loszuwerden und spielt bei seinen Live-Auftritten munter die alten Songs. Inklusive der lustig altmodischen Keyboardintros, aber was soll’s, „Live Hallelujah“ ist pures Entertainment! Sammy Hagar singt immer noch wie ein eingeklemmtes Steroid und seine Band ist so hungrig, dass die 17 Livetracks keine Sekunde langweilig werden. Mit angemessenem Druck und der nötigen Härte gelingen simple Rocker genauso wie Balladen.
WeiterlesenMike Tramp: More To Life Than This
Mike Tramp parkt auf dem Stilparkplatz direkt neben Bon Jovi. Während sich diese aus der Stretchlimo heben, um auf Hitsuche zu gehen, rappelt sich Mike Tramp aus einem verbeulten Van und stöpselt direkt die Gitarre ein. Unglaublich, wie jemand, der so nah an Bon Jovi steht, so frisch klingen kann.
WeiterlesenSteve Skaith Band: Mexile
Als Latin Quarter Fan hat man in den letzten Jahren nicht gerade Freude gehabt. Nach einer Auflösung, einer Reunion, zwei überragenden Alben stand die nächste Auflösung ins Haus. Jetzt hat sich Sänger Steve Skaith aus dem Exil in Mexiko zurückgemeldet und veröffentlicht mit „Mexile“ ein Album mit drei alten Latin Quarter Songs und acht neuen Tracks.
WeiterlesenKnife In The Water: Cut The Cord
Langsam sind sie, die Jungs und das Mädel von Knife In The Water. Auf ihrem neuen Album kann man sich mal wieder fragen, wie langsam ein Schlagzeuger spielen kann, bevor er überflüssig wird. Das US-Quintett steht felsenfest in der zweiten Reihe hinter artverwandten Bands wie Western Electric oder skandinavischen Melancholikern. Was zum ganz großen Wurf fehlt, sind die richtig großen Songs und eine durchgängige Magie, wie sie z.B. ein Midnight Choir Album ausstrahlt.
WeiterlesenFireside: Get Shot
Fast könnte man meinen, Fireside tragen jetzt auch das „The“ im Namen. Mit der zappeligen Ungeduld von The Strokes oder The White Stripes präsentieren sie mit „Get Shot“ eine volle Rock’n’Roll-Klatsche. Kristofer Åström hat sich scheinbar genug im Solo-Wohlklang ausgetobt, mit seiner Band Fireside wird jetzt wieder der Putz von der Wand musiziert.
WeiterlesenMartin L. Gore: Counterfeit²

Martin L. Gore, das ist der von Depeche Mode, der jahrelang durch seltsame Frisuren und bizarre Klamotten auffiel und dann irgendwann bei den Elektro-Poppern mit Gitarre auf die Bühne stapfte. Wer jetzt bei seinem zweiten Soloalbum deswegen einen akustischen Ausflug erwartet, liegt komplett daneben. „Counterfeit²“ ist, wie auch sein Vorgänger, ein reines Cover-Album und zeigt auf angenehme Weise, dass auch elektronische Musik eine Seele hat.
WeiterlesenRay Wilson: Change
Cut, Stiltskin, Genesis – Ray Wilson ist gerade mal Mitte dreißig, hat aber in seinem Musiker-Leben schon eine Menge Bands hinter sich gelassen. Dank seiner charakteristischen Stimme ist er immer sofort zu erkennen, sodass letztendlich immer „Ray Wilson“ draufsteht.
WeiterlesenSeventh Day Slumber: Picking Up The Pieces
Die vier Jungs von Seventh Day Slumber könnte man optisch problemlos bei den Deftones oder P.O.D. beisortieren und keiner würde es merken. Musikalisch gehen sie etwas gemäßigter zu Werke und wenn man bei Creed das Pathos halbiert und bei Liquid Gang die Aggressionsattacken zurückschraubt, hat man eine ungefähre Vorstellung, wo Seventh Day Slumber stehen.
WeiterlesenThe Allman Brothers Band: Hittin‘ The Note
Ani DiFranco meets Portishead – synkopierte Songaufbauten treffen auf dreiteilige Harmonien und während die Gitarren-Arpeggios aus den Boxen quellen, ringen Flügelhörner mit modernen Loops um die Vorherrschaft. Hallo? Hallo???
WeiterlesenM. Hederos & M. Hellberg: s/t
Stellt euch folgende Szene vor: Der livrierte Hotelpianist hat den Deckel zugeklappt und geht nach Hause als zwei schräge Typen mit Biker-Boots und Rock’n’Roll T-Shirt die Bühne entern und die verbliebenen Gäste in nachtblaue Schwermut singen. Lieder, die in Alkohol geschwängerten Nächten bestens dafür geeignet sind, wenn einem gar nicht nach Singen zu Mute ist. Tom Waits, Lou Reed oder auch „His Bobness'“ wunderschönes „You’re A Big Girl Now“.
WeiterlesenLuka Bloom: Amsterdam
Wer heutzutage nach sechs Alben weder eine Best Of-Compilation noch ein Live-Album draußen hat, dem muss man die Beteuerung glauben, dass er eigentlich nie eins machen wollte. Jetzt hat es Luka Bloom doch gewagt und man möchte laut „Danke!“ schreien. Sein charakteristisches Gitarrenspiel bringt jeden Hobbygitarristen an den Rand des Wahnsinns, gepaart mit seinen Geschichten und seiner warmen Stimme ist „Amsterdam“ ein Live-Mitschnitt, der die Stimmung eines Luka Bloom Konzerts 100% wiedergibt.
WeiterlesenKatatonia: Viva Emptiness
Jetzt mal alle Vorurteile bei Seite geräumt – Katatonia sind zwar eine ehemalige Grunzband, aber was die Schweden seit „Tonight’s Decision“ an emotionalem Düster-Rock abliefern, ist oberste Spitzenklasse. An dem überragend starken Vorgänger „Last Fair Deal Gone Down“ zieht das neue Album zwar nicht vorbei, aber zumindest gleichauf.
WeiterlesenEdguy: Hellfire Club

Die mir vorliegende Promo-CD von „Hellfire Club“ wird „veredelt“ mit Audiokommentaren von Tobias Sammet, der zwischen witzig und ein bisschen zu selbstbewusst mitten in die Lieder quasselt. Mal abgesehen davon, dass man sich dabei nicht auf die Atmosphäre einer Platte einlassen kann, hat es hier den witzigen Nebeneffekt, dass sich der Edguy Sänger den Apfel selbst auf den Kopf legt.
WeiterlesenIn Flames: Soundtrack To Your Escape
In Flames sind einen so weiten Weg gegangen, dass man ihnen eine kleine Verschnaufpause gerne gönnt. Große Sprünge wie von „Colony“ zu „Clayman“ zu „Reroute To Remain“ wären wahrscheinlich auch illusorisch. Mit „Soundtrack To Your Escape“ halten In Flames das Niveau von „Reroute To Remain“, machen aber faktisch noch einmal das selbe.
WeiterlesenThe Gathering: Souvenirs
Die langen Pausen zwischen The Gathering Alben sind zwar schwer zu verkraften, aber bei dem Ideenreichtum der Niederländer braucht es ja sowieso ein paar Monate, bis man alle Feinheiten entdeckt hat. Das neue Album ist eine ähnliche Entdeckungsreise und wird der von der Band definierten Stilrichtung Trip-Rock mehr als gerecht. Wenn man die Geschichte der Band kennt, kann man beim Hören von „Souvenirs“ nicht erahnen, aus welcher musikalischen Ecke sie kommen.
WeiterlesenAni DiFranco: Evolve

Um im rührigen Schaffen der Kanadierin den Überblick nicht zu verlieren, muss man sich ganz schön Mühe geben, aber bislang scheinen dem Power-Schlumpf die Ideen nicht auszugehen. Seit dem harschen Folk-Punk von „Dilate“ (1996) hat sich Ani DiFranco über die Jahre komplett gehäutet und präsentiert sich seit einigen Jahren erwachsener denn je. Geschrien wird nur noch selten, stattdessen setzt sie ihre Stimme emotional ein und verknüpft ihren Folk immer stärker mit Jazz-Anleihen. Wobei „Anleihen“ bei „Evolve“ stark untertrieben ist.
WeiterlesenDan Bern & The IJBC: Fleeting Days
Auf Dan Bern ist Verlass – in einem Affentempo haut er neue Alben raus und keiner muss Angst haben, dass sie dadurch schlechter werden. Diesmal verpackt er seinen beißenden Spott schon in dem Namen seiner Band: IJBC steht für International Jewish Banking Conspiracy. Vorurteile und starre Sichtweisen sind der Scharfzunge Bern ein Greuel. Wenn er sich ein Thema vorknöpft, kann man sicher sein, dass der Blickwinkel überraschend ist.
WeiterlesenBlaze: As Live As It Gets
Als Blaze Bayley bei den eisernen Jungfrauen einstieg, war meine Iron Maiden Zeit schon lange vorbei. Was ich dann zufällig von dem Album „Virtual XI“ gehört habe, hat mich auch nicht wirklich aus dem Sessel gehebelt. Von daher war ich dezent überrascht, dass Blaze Bayley auf der vorliegenden Doppel-CD „As Live As It Gets“ eine erstaunlich gute Figur macht.
WeiterlesenIsolation Years: It’s Golden
Hey, in Schweden gibt es Cowboys. Oder die Jungs hören auch 16 Horsepower und mischen den Saloonsound von David Eugene Edwards mit skandinavischer Schrulligkeit und fröhlichen Arrangements.
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