Unerwartete Ereignisse

Zuerst kam die Regionalzeitung und wollte von mir etwas über Regionalkrimis wissen. Ich habe es ihnen gesagt, und am Freitag erfahrt ihr, wo man das – hoffentlich – nachlesen kann. Über Regionalkrimis hat auch Margit Breuss geschrieben, und zwar im Krimijahrbuch 2009. Sie, als Frau →Krimi.Krimi die österreichische Antwort auf unsere Krimilady, ist jetzt nach monatelangem Schweigen wieder bloggend zugange und hat auch gleich einen wissenschaflichen Aufsatz zu bieten. – Jedenfalls: Bei all diesen Neuigkeiten kommt unsereiner heute nicht zum Bloggen. Aber wozu hat man eine neue Kollegin (siehe oben).

All in one. Ein Kurzkrimi für jede Geschmacksrichtung

Die Augen! Genau: die Augen. Weit aufgerissen, ins Leere gedreht. Farbe: wasserfarbenblau. Kommissar Janzig wird es ganz anders. Die Augen. Wasser-farben-blau.
Kein Zufall. Janzig kennt sich aus. Suche nach den Gemeinsamkeiten. Der Tote hat blaue Augen, der Tote vor drei Tagen – hatte grüne Augen. Schnell durch die Akten gelesen: blau – grün – blau – grün – blau – grün – braun. Aha. Die mit den braunen Augen aussortieren, das ist der Braune-Augen-Serienkiller, der geht ihn nichts an. Aber der andere, der blaue-und-grüne-Augen-Serienkiller. Das ist seiner.

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Erwähnen

sollte ich vielleicht, dass die heutige Rezension auf das Angebot zurückgeht, mir direkt vom Autor resp. einem kleinen Verlag zur Verfügung gestellte Titel zu lesen und bei Gefallen zu rezensieren. Dieses Angebot gilt immer noch. Verrisse gibt es nicht – oder nur auf Wunsch. Kontaktaufnahme →hier.

Der Krimisamstag lebt!

… und zwar auch davon, dass andere tot sind. →Raymond Chandler z.B., an den Matthias Penzel ausführlich und kundig erinnert. Mehrteilig. Auch der Schweizer →Ernst Solèr weilt nicht mehr unter uns. Joachim Feldmann hat sein letztes Buch, „Staub im Paradies“, gelesen. Und damit zurück zu den Lebenden. Wiewohl →Frau Dr. Lehmann über den geistigen Selbstmord referiert und Chef Wörtche vor lauter →„Horror, Horror!“ arg zu kollabieren droht. Wie der Raubtierkapitalismus, zu dem es jetzt auch einen Krimi von →Tobias Hill gibt, findet Beate Mainka. Von Anfang an am Rande des Grabes wähnt Jörg von Bilavski →Christian Böhms „Tod am Inn“. Eine „Harfe ohne Saiten“, findet jedenfalls →Edward Gorey.

Das Wattestäbchen

Meistens haben Krimis wenig mit der Wirklichkeit zu tun und die Wirklichkeit hat wenig mit Krimis im Sinn. DAS jedoch versprach eine Ausnahme zu sein: die mysteriöse Phantommörderin.
Jene geheimnisvolle Frau also, die seit Jahren durch die Lande reist und Verbrechen begeht: ein Polizistenmord hier, ein Schuleinbruch da, vor allem im Saarland ist die Lady schwer aktiv und hinterlässt überall ihre DNA. Das hat was, das ist STOFF – und man wundert sich schon, dass noch kein Autor tätig wurde und uns Aufstieg und Fall der Dame dramatisch geschildert hat.

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Appell

Das Urheberrecht aushöhlen, profitorientierte Monopolbestrebungen als Menschenfreundlichkeit ausgeben: Wer sich dafür interessiert, wie Google auf dieses Ziel hinarbeitet, sei an einen →Appell von „textkritik.de“ verwiesen. „Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“.

Die geschenkte Sekunde

Ist dem werten Publikum eigentlich vollständig bekannt, dass das Krimijahrbuch 2009 im Handel ist und also sofort bezogen werden kann? Es ist nämlich so: EIN verkauftes Exemplar dieses unverzichtbaren Werkes garantiert den Herausgebern eine Sekunde Zeit, die sie nicht auf Brotarbeiten verwenden müssen. Der hiesige Blogger zum Beispiel kann in einer Sekunde etwa 7 Zeichen tippen (an guten Tagen 8-10), etwa „Rezensi“. Wenn also bis morgen ca. 300 Krimijahrbücher verkauft sind, vermag der Blogger eine komplette Rezension zu verfassen! Drum zögert nicht, kauft. Das Buch gibt es direkt vom →Verlag oder bei eurem stationären resp. Online-Buchhändler. So, und jetzt muss ich ein bisschen Geld verdienen.

Daten

In der Freitagsausgabe der TAZ hat Rudolf Walther einen inzwischen heftig diskutierten →Artikel über die Digitalisierung und „Demokratisierung“ von Wissen veröffentlicht. Ist die Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Arbeiten im Internet tatsächlich ein zu lobender Schritt? Wie sieht es mit dem Urheberrecht aus? – Fragen, die uns alle in Zukunft noch beschäftigen werden, hier aber nicht thematisiert werden sollen. Am Ende seiner kritischen Ausführungen erwähnt Walther indes einen Aspekt, der auch jenseits von „Open Access“ relevant ist: die Haltbarkeit respektive Nichthaltbarkeit von Daten.

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Schaurig-schöner Samstag

Draußen mag ja just die Sonne scheinen. In unseren Seelen war und ist es jedoch finster schaurig. Der heutige Krimisamstag beim Titel-Magazin trägt dem Rechnung. Wir nehmen an einer wissenschaftlichen Tagung zum →Schauerroman um 1800 teil und werden von Frau Kopfschuss persönlich, →Uta-Maria Heim, sprachlos gemacht. Sprachlosigkeit und Schauder – das befiel auch manchen Kritiker von →Andrea Maria Schenkels „Bunker“. Den Krimijahrbuch-gestählten Ulrich Noller aber nicht.

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Aus der Werkstatt: Leseprobe

Okay, okay, weil praktisch schon Wochenende ist und die fiebernde Anobella doch dringend gute Lektüre braucht. Hier die ersten drei Seiten des neuen Romans. Noch einigermaßen roh, aber schon in etwa so, wie’s am Ende werden soll. Wird aus vier Teilen bestehen, „durchnummeriert“, „1. bis 4. Mord“. Sehr klassisch, sehr unklassisch.

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Falsch verlinkt, richtig rezensiert

Obs immer noch an den Killerviren liegt, dass Alligator-Alfred Ulrich Kroegers Krimitipps falsch verlinkt hat? Oder – obacht, Verschwörungstheorie! – gewisse Kreise die Wahrheit wie eh und je unterdrücken wollen? Aber wozu hat man zehn Jahre Internet studiert – hier ist →der richtige Link, den wir schon deshalb gerne bereitstellen, weil der Rezensent auch Emilie Heinrichs „Leibrenten“ gebührend zur Kenntnis nimmt.

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The Nicht-Zielgruppe strikes back

Nein, ich habe Frau Schenkels „Bunker“ noch nicht gelesen. Zuerst hatte anderes Vorrang, dann verschwand das dünne Bändchen in irgend welchen Stapeln, und jetzt genießen wiederum andere Werke Priorität. Ich habe auch nicht alle bisherigen Rezensionen gelesen. Eindeutig jedoch, dass „Bunker“ ziemlich gerupft wird, Positives befindet sich klar in der Minderheit. Auch beim Lesevolk. Ein Bestseller wird’s wohl nicht, wie die Amazon-Zahlen nahelegen, bei den dort veröffentlichten „Rezensionen“ vermag „Bunker“ ebenfalls nicht zu punkten. Gerade einmal acht Bewertungen, Durchschnitt: 1,5 von fünf Sternchen.

In drei dieser Leseräußerungen wird nicht nur auf die Autorin, sondern auch auf „die Kritik“ eingeprügelt, die wieder einmal jeden wirren Schmand zum Meisterwerk hochpuscht. Hab ich was verpasst? Hat nicht viel mehr „die Kritik“ eindeutig negative Worte für „Bunker“ gefunden? (1) Aber aus diesen Mutmaßungen spricht wohl etwas anderes: Die Rache sich düpiert fühlender LeserInnen an der in die Irre führenden Kritik.

Denn das ist schon auffällig: die geradezu empörten Reaktionen stolzer Besitzer von Schenkel-Werken. Man fühlt sich getäuscht, hat natürlich etwas ganz anderes erwartet und mosert über den stolzen Preis für die Büchlein, als hätte sich die Kaufentscheidung als ein Akt der Willenlosigkeit vollzogen, ein von üblen Mächten mit unlauteren Mitteln in Gang gesetzter Automatismus wie der spontane Griff nach dem Schokoriegel an der Supermarktkasse.

Und vielleicht war er das ja auch. Über eine Million mal sei „Tannöd“ bisher verkauft worden, hört man. An wen? Nun, überwiegend an Fans von Elke Heidenreich und anderen medial Angestrahlten. Was immer sich eine große Zahl dieser Käufer auch erwartet haben mag, es wurde nicht erfüllt. Sie waren nicht die richtige Zielgruppe.

Das wird man bei den Verantwortlichen mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Lachend, weil die Kasse klingelt, weinend, weil Frau Schenkel inzwischen wohl das bevorzugte Objekt der in Foren ausgelebten Konsumentenaggressivität sein dürfte. Natürlich werden „Tannöd“ und Co. auch gelobt, gar geliebt. Diese Zielgruppe ist aber, gemessen am Aufwand, den man sich publizistisch bei jedem neuen Produkt der Autorin macht, relativ klein. Hype, so stellt man fest, bricht irgend wann in sich zusammen, seine Trümmer fallen zurück auf Autorin und Verlag. Für uns in der Mediennormalsterblichkeit gefangenen Schreiberlinge ein Trost, ein kleiner wenigstens. Unsere Bücher kaufen so wenige Leute, dass es statistisch äußerst unwahrscheinlich ist, überhaupt jemanden wirklich so in Wut zu versetzen, dass er / sie eine „Rezension“ verfasst.

(1) Eben sehe ich beim Alligator, dass der „Rheinische Merkur“ eine sehr positive „Bunker“-Kritik gebracht hat, die „Zeit“ immerhin eine wohlwollende. Aber das können die Amazonen nicht gewusst haben.

dpr,
der sich morgen freinimmt, weil er unbedingt ein seltsames Exposé angehen muss

Liebesdienst für Georg und alle anderen Liebhaber geschliffener Sprache

Komisch, dass beim Alligator immer gleich alle 23 MitarbeiterInnen vom Killervirus befallen werden. Auch heute scheint sich noch niemand davon erholt zu haben. Und weil ich soeben die „Frankfurter Rundschau“ gelesen und was gefunden habe, und weil ich dem lieben Georg gerne zu Diensten bin, verweise ich mit Freuden auf eine Besprechung von →Sylvia Staude. Zitat:

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