Prime Sth: Underneath The Surface

Eine durchschnittliche Rockband mit US-College Radio-tauglichen Songs, wie sie tagtäglich aus jedem Cabrio in Kalifornien zu hören sind. Nicht schlecht für eine schwedische Band. Ob ihr dieser Vergleich schmecken wird, darf angezweifelt werden. Musikalisch gibt es auf „Underneath The Surface“ leider nur Oberflächliches.

(3 Fritten)

Prime Sth: Underneath The Surface
(Rebelution/eastwest)

Boozoo Bajou: Satta

Von „hardcore slowmotion“ ist die Rede, wenn es darum geht, die Musik des Duos Boozoo Bajou zu beschreiben. Langsamer als langsam. Der Rhythmus tröpfelt wie zäher Honig aus der Box. Gerade mal drei Singles veröffentlicht, stand die Elektro/Dubgilde im Nu Kopf und offerierte Peter Heider und Florian Seyberth, auf sage und schreibe 38 Sampler gepackt zu werden. Hut ab! Gewinnmaximierung nennt man das wohl. Die Aktien von Boozoo Bajou wären sicherlich am Neuen Markt im Nu in die Höhe geschnellt.

„Satta“ heißt so viel wie „relaxen“ und ist pawta-jamaikanisch. Man muss aber nicht aus der exotischen Ferne kommen, um Dub und Elektro in dieser ungemein lässigen Art und Weise verschmelzen zu lassen. Heider und Seyberth leben nämlich in Nürnberg und nicht am Zuckerberg. Dennoch gilt: Wasser in die Wanne, Cocktail gemixt, Füße ins Wasser, Sonnenbrille auf, nach hinten gelehnt und im Nebel des Ganjas die Gedanken entschwirren lassen. Easy going, baby. So fucking easy. Nur kein Stress, nur keine Hektik. Hier bleibt die Zeit stehen, fließt das Wasser langsamer. Nix für die Tanzfläche, aber was für den heißen Sommerabend nach einem anstrengenden Tag. Balkonien, ich komme.

Boozoo Bajou: Satta
(Stereo Deluxe/Connected)

Metalheadz Presents Platinum Breakz 03

Goldie, der Kerl mit dem Goldzahn und dem fiesen Grinsen, ist von seinen Leinwandaktivitäten zurückgekehrt. Ihm war nach Wiederbelebung seines einstigen Drum&Bass-Flagschiffs ‚Metalheadz‘. Es ist leider nicht mehr Mitte der Neunziger, als eine Veröffentlichung auf ‚Metalheadz‘ Garant für erstklassige Musik war. In der Zwischenzeit, in der sich der Labelmacher uninspiriert gab und die Füße hochlegte, haben andere das Zepter in die Hand genommen.

Weiterlesen

Danko Jones: I’m Alive And On Fire

Wer das Glück hatte, die Band auf ihrer Sommertour durch europäische Städte zu sehen, dürfte nunmehr hellauf begeistert sein. Wir hier in Saarbrücken mussten in den sauren Apfel beißen und auf Danko Jones verzichten. Die Band zog es vor, auf dem Roskilde Festival zu spielen anstatt im hübschen Saarbrücken das Hellmut zu rocken. Pech gehabt. Wenigstens die CD sollte aber rezensiert werden, denn Danko Jones könnten bald groß rauskommen und mit den „Veteranen“ At The Drive-In und den Newcomern The Strokes und Moldy Peaches (beide aus New York) Rock’n’Roll wieder in aller Munde bringen.

Weiterlesen

Larmousse: Larmousse

Zuletzt frage mich jemand, was meiner Meinung nach der nächste Trend werden könnte. Ich war überrascht, dass das jemand gerade von mir wissen wollte. Zugleich suchte ich vergeblich nach einer sinnvollen und plausiblen Antwort. Was kommen wird, weiß keiner. Ich würde mir allerdings wünschen, dass atmosphärisch-dichte Musik wie sie seit längerem von Mogwai, Sigur Ros, The For Carnation, Songs: Ohia oder Godspeed You Black Emperor! gemacht wird, einen erheblich höheren Stellenwert und damit mehr Anerkennung findet. Weist man Musikliebhaber auf diese Bands hin und hören sie gespannt und aufmerksam zu, werden sie auch meist bekehrt.

Weiterlesen

Orchestra Du Soleil: A Summerday By The Lake


Mit dem Sonnenorchester verbringt man gerne einen Tag am See und lässt die Sorgen Sorgen sein und fünf mal gerade. Es plätschert, piept und zirpt an allen Ecken und Enden. Der Kassettenrecorder, irgendwo liebevoll unter einem Busch im Schatten platziert, vertont die Sommerhitze und das dazu passende Ambiente von nackten Körpern im See oder beim Schwitzen in der Sonne liegend.

Weiterlesen

Alpha Motherfuckers: A Tribute To Turbonegro

Wahrscheinlich war es gut so, dass sich Turbonegro auflösten. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ihre beiden Meisterwerke „Ass Cobra“ (1996) und „Apocalypse Dudes“ (1998) noch hätten toppen können. Es heißt ja, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ob es am Ende noch so schön und aufregend war, bei Turbonegro mitzumachen, steht auf einem anderen Blatt. Nicht nur Sänger Hank hatte zu dem Zeitpunkt völlig den Kontakt zur Realität verloren. Arroganz stand in großen Lettern auf ihren Fahnen. Aber man will ihnen das selten vorwerfen und erinnert sich statt dessen lieber an die Tage, als ihre Musik im Vordergrund stand. Nicht ihr Image oder ihr pöbelhaftes Benehmen.

Weiterlesen