Suffocation: Souls To Deny

Gegen Suffocation sind Cannibal Corpse ja Waisenknaben. Der Drumstick rattert schneller über das Ride-Becken und das Snare-Fell als der Sekundenzeiger. Schlagzeuger Mike Smith Hat keine ruhige Sekunde. Frank Mullen röhrt dazu wie ein im Sterben liegender Elch, während Gitarre und Bass das Inferno vollenden. Grindcore-Fans werden entzückt sein. Unsereins reagiert derweil eher irritiert und zurückhaltend.

(5 Fritten)

Suffocation: Souls To Deny
(Relapse/SPV)

Sticks And Stones

Nee, Free-Jazz-Saxophon-Gedudel, das geht mir zu weit. Strukturen kann ich nicht erkennen. Nur ein heilloses Durcheinander. Eigentlich mag ich Thrill Jockey. Doch bei dieser Platte, auf der Musiker von Town & Country mit Leuten des Chicago Underground Duos werkeln, reißen mir alle Geduldsfäden. John Zorn lässt grüßen, ich gehe geschwind ab.

(3 Fritten)

Sticks And Stones: Shed Grace
(Thrill Jockey/Rough Trade)

Spiha: Egoreactor

Rock’n’Roll ist fast zu in. Aus allen Straßenecken dringt eine R’n’R-Band an unsere müder werdenden Ohren. Das hielt Spiha nicht davon ab, sich genau diesem Genre zu widmen. Ihre Songs sollte jedem Hellacoptrers-Fan der ersten Stunden oder Freund von monstermagnetischem Sound zusagen. Nur haben Spiha keinen wirklich charismatischen Sänger. Das ist ihr großes Manko.

(6 Fritten)

Spiha: Egoreactor
(Nibelung/PKS)

Langage Computer: Mouse Back Riding

Die Synthese von abstraktem HipHop und minimalistischer Elektronik ist das Steckenpferd von Langage Computer. Vorbilder waren unüberhörbar zahlreiche Warp Records-Künstler beziehungsweise Acts wie Squarepusher, Aphex Twin oder Autechre. Mit dem Unterschied, dass Langage Computer noch nicht ganz so radikal zu Werke gegangen sind und der Song an sich noch gut zu erkennen ist.

(7 Fritten)

Langage Computer: Mouse Back Riding
(Quatermass/Alive)

Joe Jackson Band: Afterlife

Der Titel ist leicht missverständlich, denn tot ist Joe Jackson noch nicht. Und zum alten Eisen gehört er ebenso wenig. Dieses Live-Album ist eine Offenbarung und zeigt den britischen Songwriter in bestechender Form. Kein Wunder bei Songs wie „Steppin‘ Out“, „Don’t Wanne Be Like That“ und „Got The Time“.

(8 Fritten)

Joe Jackson Band: Afterlife
(Restless/Ryko/Rough Trade)

Jerry Gaskill: Come Somewhere


Der King’s X-Schlagzeuger ist nun also auch auf Solopfaden. Die Songs auf seinem Debüt oszillieren zwischen Alternative Rock im Sinne von (Post-)Grunge und nicht Nu Metal und klassischem Rock. Ganz nett. Letztendlich allerdings fehlt das I-Tüpfelchen, der entscheidende Moment, in dem man glaubt, etwas Neues gehört zu haben.

[4 Fritten]

Jerry Gaskill: Come Somewhere
(Inside Out/SPV)

Go Betty Go

Punkrock mit Surf-Einlagen von einer All Girl-Band, das ist „Worst Enemy“ von Go Betty Go. Wer eine Alternative zu den bezaubernden Donnas sucht oder Fan der Cycle Sluts From Hell ist, der ist hier richtig. Leider hat es bislang nur für diese EP gereicht.

(6 Fritten)

Go Betty Go: Worst Enemy
(Side One Dummy/Cargo)

Franky Kubrick: Rücken Zur Wand

Ob Stanley Kubrick es gutgeheißen hätte, dass der Rapper Karibik Frank alias Franky Kubrick das Cover seines Films „Clockwork Orange“ eins-zu-eins adaptiert? Der Sauerländer MC ist bei Kopfnicker Records untergekommen, die nach Eastwest nun mit Four Music kooperieren. Sonderlich originell ist der erste gemeinsame Output nicht. Frankys Texte bedienen einige Klischees. Seine Sounds sind noch das Beste an dieser Scheibe, die einen nicht wirklich vom Hocker reißt.

(4 Fritten)

Franky Kubrick: Rücken Zur Wand
(Kopfnicker/Four Music/Sony Music)

Die Haut And Nick Cave – Burnin‘ The Ice

„Burnin‘ The Ice“ ist ein lange Zeit verschollenes Album, das die Berliner Indie-Ikonen Die Haut einst mit dem Australier und Wahl-Berliner Nick Cave eingespielt hatten und das zum ersten Mal auf CD erhältlich ist. Ob das Eis schmilzt, wenn man sich die sechs Kompositionen anhört, mag dahingestellt sein. Sie sind nämlich strange und verdammt abgedreht. Der limitierten Auflage der CD liegt übrigens noch eine Live-DVD bei.

(7 Fritten)

Die Haut And Nick Cave
Burnin' The Ice
Hit Thing/Indigo

Coco Rosie: La Maison De Mon Rêve

Ein außergewöhnliches Singer/Songwriter-Paar, das uns Touch & Go da beschert. Coco Rosie sind zwei hübsche Schwestern namens Bianva und Sierra Casady aus Brooklyn, die in einem kleinen Appartement im 18. Bezirk von Paris dieses verschrobene Album eingespielt haben. Schräg, entzückend und verführerisch ist es. Akustikgitarre, Samples, Flöte und Rasseln standen den Zweien zur Verfügung. Minimalismus pur. Geheimtipp!

(8 Fritten)

Coco Rosie: La Maison De Mon Rêve
(Touch & Go/Rough Trade)

Cannibal Corpse: The Wretched Spawn

Grindcore und Hits, das kann Hand in Hand gehen. Ich erinnere nur an Cannibal Corpse-Songs wie „Hammer Smashed Face“. CC sind nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung in ihrem Metier. Trotzdem vermisse ich die gute alte Röhrstimme eines Chris Barnes (seit vielen Jahren lieber Frontmann bei Six Feet Under). Mit ihm wären CC tatsächlich unschlagbar.So fehlt das Charisma hinterm Mikrofon.

(6 Fritten)

Cannibal Corpse: The Wretched Spawn
(Relapse/SPV)

HipHop Forever II

Nach Kenny Dope kramte dieses Mal DJ Jazzy Jeff in seiner Schatzkiste und zog seine liebsten Tracks ans Tageslicht, um sie in diese geniale Mix-Scheibe einzubinden. Blahzay Blahzay, Black Moon, Nas, J-Live, Gang Starr, Jeru The Damaja, A Tribe Called Quest, deren Phife Dawg, die Beatnuts, die Genies The Pharcyde, Jaylib und Cypress Hill kamen unterem anderem zum Rotationseinsatz. Ein Line-up aus der Champions League, das vor allem Freunden der alten Schule zusagen wird.

(9 Fritten)

Various Artists: HipHop Forever II
(BBE/Rapster/Rough Trade)

The Hives: Tyrannosaurus Hives

The (International) Noise Conspiracy haben lediglich außerhalb Europas dem Indie-Dasein ade gesagt. The Hives wechselten weltweit zum Universal-Imperium. Geschadet hat es beiden Bands nicht. The Hives scheint es sogar noch beflügelt zu haben. Man hätte annehmen können, der immense Hype um die Band, der speziell in Großbritannien absurde und überdimensionierte Ausmaße annahm, steige womöglich den jungen Burschen gehörig zu Kopfe.

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Christina Milian: It’s About Time

Die amerikanische R&B-Sängerin mit kubanischen Wurzeln hat sich Zeit gelassen mit dem Nachfolger zu ihrem selbstbetitelten Debüt. Zeit, die sie nutzte, um selbst Hand an die neuen Songs zu legen und diese unter Mithilfe ihrer Mutter Carmen nach ihren gemeinsamen Vorstellungen auszuarbeiten. Im direkten Vergleich zu „Christina Milian“ wirkt „It’s About Time“ wesentlich harmonischer und ausgereifter.

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