Guido Rohm: Hitler im Regen

(Kurzkrimis leben von ihrer Beschränktheit, von der Pointe, die am Ende die ganze Last des Plots zu tragen hat. Guido Rohms „Hitler im Regen“, hier exklusiv veröffentlicht, kommt ohne diese Pointe aus, vielleicht weil die Geschichte kein Kurzkrimi ist, sondern ein zu einer Szene komprimierter potentieller Roman. Wortspielerisch, gedankenspielerisch. Ein weiterer Beitrag in unserer losen Serie zum „politischen Krimi“.)

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Ross Thomas: Kälter als der kalte Krieg

thomas_krieg.jpg Man schätzt Ross Thomas nicht geringer, wenn man das Debüt von 1966 nicht unter die Top 3 seiner Kriminalromane wählt. Sie möchten keine ausführlichen Rezensionen, sondern lieber einen intelligenten Spionagethriller lesen? Sofort aufhören und „Kälter als der kalte Krieg“ kaufen. Denn hier keimt schon alles, was in den späteren Arbeiten erblühen wird: die Stilsicherheit, der punktgenaue Witz, die Rasanz der Handlung, immer wieder zum richtigen Zeitpunkt verlangsamt und beschleunigt, die genau skizzierte Zeit, in der die Geschichte spielt.

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Eurockéennes 2011, die zweite

02.07.2011 (Tag 2)

Okay, neuer Tag, neues Glück. Der Pressebereich war noch immer so winzig wie gestern, aber dafür entdeckten wir endlich den tags zuvor vermissten VIP-Bereich. Er wurde nur verlegt, nicht gestrichen. Dort war das aus den Vorjahren bekannte bunte Treiben mit vielen Essens- und Getränkeständen, die u.a. sündhaft teure belegte Bio-Brotscheiben, Flammkuchen, Pizzen und international bekanntes holländisches Großsponsorenbier anzubieten hatten. Weiterlesen

Eine düstere Prognose

Ein dramatischer Hilferuf erreichte uns vom Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen und –autoren. In einer Pressemitteilung („Dringend!“ „Lebenswichtig!“) wird auf den drohenden Fachkräftemangel des Berufsbildes Spannungsproduktion hingewiesen, schon heute seien Stellen nicht mehr mit einheimischem Personal zu besetzen. „Es sieht düster aus“, lautet das niederschmetternde Fazit.

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Eurockéennes 2011

Wie jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende verwandelte sich auch in diesem Jahr wieder die naturgeschützte Halbinsel Malsaucy, nahe der ostfranzösischen Stadt Belfort gelegen, in eines der wichtigsten Mekkas der französischen und grenznahen Festivalgänger. Die Hinternet-Starreporter Kai Florian Becker und Peter Meyer sind vor Ort und berichten täglich über Erwähnenswertes rund um das dreitägige Event.
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Linwood Barclay: Kein Entkommen

barclay.jpg Das also ist ein Pageturner. Mehr Mordwerkzeug als Buch, eine bis weit jenseits der 500-Seiten-Marke planierte Geschichte, ein Zeitaufwand mithin, den man sich sonst nur bei wirklich wichtigen Werken erlaubt. Aber keine Panik. Als Pageturner erfüllt Linwood Barclays „Kein Entkommen“ alle Voraussetzungen des Hochleistungssports Lesen. Eine seltsam flüchtige Story in seltsam flüchtigen Sätzen, von seltsam flüchtigen Augen irgendwann nur noch wie eine monotone Landschaft überflogen.

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Liebesentzug

Eigentlich ist es ja so: Du hast einen Roman geschrieben und suchst einen Verlag, der daraus ein Buch macht. Du findest einen und bist glücklich. Und selbst wenn du es nicht bist: Hast du eine Alternative? Selbstverlegen, book on demand? Dann glaubt jeder, dass du es nicht „geschafft“ hast. Aber es tut sich was, wie →zweiArtikel zeigen, die mir heute via Facebook zugeflogen sind. Es geht um den Selbstverlag für Digitales und Gedrucktes, es geht um Verlage, die man nicht mehr liebt, weil SIE einen nicht lieben. Geschrieben haben dies nun etwa nicht abgewiesene AutorInnen, sondern sehr gestandene Kenner der Szene und Besitzerinnen von Verlagsverträgen. Spannende Sache. Oder doch nur ein Sturm im Wasserglas? Als durchaus mit einem Verlag Glücklicher beobachte ich das dennoch mit Interesse.

Es ist ein Engelbärt

 

Ein plüschiges Wesen mit sanftem Schmelz in der Stimme und viel Schlag bei Frauen ist uns zugelaufen: Engelbärt. Es steht ein bisschen schräg. So, als wäre jemand beim Stoff-Zuschneiden nachlässig gewesen, weil Vorder- und Rückseite ganz offensichtlich nicht deckungsgleich sind. Und dann hat sich jemand beim Zusammennähen noch gedacht: och, das macht bestimmt nix – ich näh einfach mal… Weiterlesen

Der Teufelskreis des Politischen I

Vorspiel(en) auf dem Theater

Ein Mann steht auf einer Bühne. Er soll die Leute, die vor dieser Bühne sitzen, unterhalten, nein, Entschuldigung, nicht unterhalten, er soll sie belehren, aufklären, zum Nachdenken bringen, wozu er sie aber, wer weiß schon warum, zum Lachen bringen muss. Er ist kein Comedian, kein Witzeerzähler, kein Hanswurst mit Schellenkappe, er ist politischer Kabarettist und heißt Georg Schramm, man hat ihn schon im Fernsehen erblickt. Die Leute da vorne in der ersten Reihe gefallen ihm nicht. Großkopfete auf Freikarten, die das hier mit einer Muckibude für die Lachmuskulatur verwechseln. Oder eben nicht verwechseln, sondern ehrlich dafür halten.

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