The Soundtrack Of Our Lives: Communion

Eigentlich hat man The Soundtrack Of Our Lives (TSOOL) längst für tot gehalten. Wir erinnern uns: 2004 erschien ihr letztes Studioalbum →‚Origin Vol. 1‘. Kurz darauf ward von dieser famosen schwedischen Rockband nichts mehr gehört, gesehen oder gelesen. Dabei trug man immer die Hoffnung in sich, eines baldigen Tages ‚Origin Vol. 2‘ in seinen Händen halten zu können. Doch nix da. Fünf Jahre nach Teil eins, was in der Popwelt mehr als eine halbe Ewigkeit ist, liegt nun nicht Teil zwei vor, dafür aber mit ‚Communion‘ ein brandneues Studioalbum, das sich gleich über zwei CDs erstreckt. Weiterlesen

Andreas Laudan: Pharmakos

Die Menschen arbeiten nur noch zwei Stunden die Woche, bei vollem Lohnausgleich, versteht sich. Den Rest machen Roboter. Deutschland ist Abonnements-Fußballweltmeister, und am Wochenende erholen wir uns auf den Marskolonien. – So etwa hätte eine Zukunftsvision auf das Jahr 2009 in den Fünfziger Jahren aussehen können. Man führt Entwicklungen einfach linear fort, rechnet sie hoch. Dagegen lässt sich nichts einwenden, außer vielleicht, dass eh alles anders kommt, als man es sich zusammengereimt hat. Hoffen wir das auch von der wirren Vision des Andreas Laudan.

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Da kracht die Couch!

Die Krimicouch gehört zu den Nominierten für den diesjährigen →Grimme-Online-Award. Herzlichen Glückwunsch, liebe Kolleginnen und Kollegen! Obwohl… wir von wtd haben auch etwas dazu beigetragen, unseren früheren Azubi Jochen nämlich, der heute als Stellvertreter des Chefs auf der Couch sitzt. Bei wtd für teuer Geld ausgebildet im Rezensionenklöppeln, Whirlpooleinlassen und Leserbeschimpfen, haben wir Jochen vor Jahr und Tag leich… äh, schweren Herzens ziehen lassen. Saarländische Entwicklungshilfe für das krimirückständige NRW. Und jetzt feiert schön!

Ein Krimimärchen

Ups… hab ich wieder mal ein neues Subgenre erfunden? Oder gibts schon „Krimimärchen“? Na, egal. Das Ding liegt jedenfalls in seiner ersten Fassung vor, trägt den Arbeitstitel „Das Märchen von der Zeit ohne Zeit“, spielt im 22. Jahrhundert und ist eigentlich ein Fall für die „Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. Durchtrainierte 145 Seiten, formal zwischen Roman und Novelle, auf jeden Fall immer mit „Kriminal-“ davor. Und wer schon mal den Absatz lesen möchte, mit dem man mich denunziatorisch rufmorden kann, hier ist er:

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Wer braucht ein Krimimagazin?

Erst einmal der Chronistenpflicht Genüge tun und ein paar aktuelle Reaktionen auf das Krimijahrbuch 2009 nachgetragen: →Ingeborg Sperl hält es für „keinesfalls langweilig oder unverständlich“, →Thomas Klingenmaier verspricht, man habe „das bisschen Geld für den Band (…) schnell wieder raus“, wundert sich aber über das Fehlen eines Krimimagazins, während →Axel Bussmer im KJB 2009 „nur eine beliebige Zusammenstellung von kriminalromanaffinen Texten“ sieht, „die auch an anderen Orten zu anderen Zeiten, zum Beispiel einem Krimimagazin, hätten erscheinen können“.

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A woman must have everything (Joni Mitchell)

Das passt. →Vorgestern haben sie sich gefragt, warum Frauen keine – oder nur wenige – Krimipreise gewinnen, gestern dann haben sie drei →Glauser-Preise an Frauen verliehen. An Gisa Klönne für „Nacht ohne Schatten“ (Roman), Lucie Klassen für „Der 13. Brief“ (Debüt) und Judith Merchant für ihren Kurzkrimi „Monopoly“. Glückwunsch. Und was hat der Blogger über Gisa Klönnes Roman →geschrieben? – „Ein Krimi ist ein Krimi. Und ein völlig uninspiriert in Szene gesetzter Krimi ist ein schlechter Krimi.“ Auch wenn er einen Preis bekommt.

Billy Joel, zum 60.

Still, the mystery persists: How can he be so bad and yet so popular for so long? He’s still there. You can’t defend yourself with anti-B.J. shields around your brain. He still takes up the space, takes up A&R advances that would otherwise support a score of unrecognized but genuinely talented artists, singers, and songwriters, with his loathsomely insipid simulacrum of rock.

Slate: ↑The Worst Pop Singer Ever

Vier glorreiche Frauen

Vier Frauen haben es auf die neue Liste der Sieben Glorreichen geschafft. Selma Mahlknecht mit ihrem Nicht-, also Doch-Krimi „Es ist nichts geschehen“, natürlich (!) Fred Vargas und „Der verbotene Ort“ (ausführliche Rezension folgt), Monika Geier, die nicht nur „Die Herzen aller Mädchen“ betört (noch nicht mal ausgelesen, aber auch hier gibt’s eine Besprechung) sowie, tata, Andrea Maria Schenkel mit „Bunker“. Weichen mussten vier Männer. Und weil mit Uta-Maria Heim eine weitere Frau auf der Liste geblieben ist, sind es jetzt also fünf. Insgesamt: Meine bisherigen Favoriten des Jahres. Aber das ist ja noch nicht vorbei.

Der lezze Satz

„Lezz“ sein bedeutet im Saarländischen so viel wie „nicht ganz bei der Sache“ sein. Ein lezzer Satz ist also einer, der einem so rausrutscht, während sich der Kopf gerade mit was anderem beschäftigt, der nächsten Mahlzeit etwa oder dem Für und Wider der Abwrackprämie. Meistens sind solche lezzen Sätze schnell vergessen, es sei denn, irgend jemand schreibt sie auf und stellt sie ins Internet. So ergangen ist es einem lezzen Satz von Burghard Driest. →„Die Befragungen“ haben ihn verewigt – und jetzt rätseln wir, was dieser lezze Satz bedeuten soll…

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Augenwurm

Es ist ärgerlich, sehr ärgerlich. Sagte Herr Bonnich, der Vorsitzende von „Krimi anders lesen, bitte“ (K.A.L.B.). Man schaue doch nur hin zur Musik! Gerade jetzt! Wo sie alle wieder vor plärrenden Radios und hinter stinkenden Rauchschwaden im Garten beim Grillen sitzen! Und wenn du Pech hast, beschallen sie dich an linden Sommerabenden xmal mit – Herr Bonnich überlegte – DIESER LADY GAGA!

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Uschi (mach kein Quatsch)

Auf den ePetitions-Seiten des Deutschen Bundestags findet man jetzt eine Petition „Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ (auch gerne mal Anti-Zensursula-Petition genannt):

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die „Sperrlisten“ weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

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Man wird ja wohl noch träumen dürfen

Stellt euch mal vor: Ich rufe hier auf, mir doch bitteschön 20 oder 30 Euro zu überweisen, damit ich in Ruhe einen Krimi schreiben kann. – Und ihr macht das wirklich! Nach ein paar Wochen hab ich 50.000 Euro zusammen! Würde doch reichen: Davon kann man ein Jahr leben, die Herstellungs- und Versandkosten zahlen, bisschen Werbung machen. – Hm, ziemlich dämliche Vorstellung, oder? Andererseits: In der Musik scheint das tatsächlich zu funktionieren, wie →die taz heute berichtet. Is halt ne andere Kultur, irgendwie. Die sind besser drauf vorbereitet, wenn die andere Kultur tatsächlich kommt…

Barnaby, gestern

Okay, die Altrocker waren etwas überzeichnet. Aber eben nur etwas. Und dass die Musik der imaginären Bluesrock-Legende „Hired Gun“ wirklich so originell gewesen sein soll, wie es uns die erzählte Legende verklickern möchte, nun, das hat man nach den wenigen Klangkostproben eh nicht geglaubt. Dennoch: Ich gehöre einer Generation an, bei der Filme, in denen Suzi Quadro gemeuchelt wird, sofort Sympathien wecken.

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Vergleich der Woche

Nach der Lektüre von Fred Vargas‘ „Der verbotene Ort“ unvermittelt zu „Pharmakos“ von Andreas Laudan zu wechseln, ist wie…
… bei Anobella Bratkartoffeln mit Sülze zu essen und sich danach am Wiesbadener Hauptbahnhof eine verkohlte Bratwurst reinzuquälen.

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