Roots – vergessen

Interview mit Robert Beckmann, Sänger der „The Inchtabokatables“

Hinter den debilen Masken verbergen sich, wie so oft – Wahrheiten. Alles, aber auch wirklich alles unternehmen die Mitglieder der Berliner Band „The Inchtabokatables“, um nicht für voll genommen zu werden. Sie geben sich selber lustige Namen wie BDeutung und Kokulorus Mitnichten und anderen Interviews, in denen die Rede ist von heißer Butter, Saufeskapaden und kranken Hirnen – aber nicht von ihrer Musik. Doch gerade die ist es wert, Worte darüber zu verlieren.

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Ihre Majestät Mrs. Brown

Großbritannien 1864: Das gesamte Königreich trauert um den jüngst verstorbenen König Albert. Allen voran Königin Victoria (Dame Judi Dench), die den Tod ihres Gatten einfach nicht verwinden kann. Die einsame Witwe trägt über Jahre hinweg nur noch schwarze Roben, ordnet ähnliche Kleidungsvorschriften für den ganzen Hofstaat an und zieht sich auf das Windsor Castle zurück. In dieser bedrückenden Atmosphäre entwickelt Ihre Majestät eine echte Depression, die auch ihren Privatsekretät Sir Henry Ponsonby (Geoffrey Palmer) nachdenklich stimmt. Zumal Victoria sich nur noch zur Erledigung der dringendsten Regierungsgeschäfte hinreißen läßt.

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Steve Wynn: The Suitcase Sessions

Die Firma NORMAL hat zwei Geschäftsbereiche, zum einen verdient die Bonner Firma mit ihrem Mailorder Vertrieb ihr Geld, zum anderen stellt NORMAL RECORDS auch ein Plattenlabel dar. Neben der Neuseelandfraktion The Chills, The Clean sind die Australier Beasts of Bourbon, Kim Salmon und die San-Francisco-Leute Chris Cacavas und Swell auf oder über NORMAL Records in Deutschland erschienen. Seit geraumer Zeit erscheint nun bei NORMAL Mailorder eine limitierte Sonderedition („Return To Sender“) von NORMAL Künstlern, die altbekanntes oder neues Material in besonderer Form präsentieren. Angefangen hat das ganze mal á la Unplugged, mittlerweile spielt die Form eine untergeordnete Rolle, häufig ist es Archivmaterial oder Livemitschnitte der Künstler. Allen gleich ist, daß es von der jeweiligen Platte nur 2000 Kopien gibt und das sie in Deutschland exklusiv nur über NORMAL Mailorder zu beziehen sind.

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Neil Young & Crazy Horse – Weld

„Das ist so ’ne Art Best-of als Live-Album.“ So bekam ich diese Platte in meiner Schulzeit angepriesen. Und weil Neil Youngs „Farmer John“ zu unseren ersten Party-Hits gehörte, lieh ich mir die „Weld“ Doppel-CD. Weil sie auf eine 90er-Kassette passen sollte und ich dem Altrocker im Baumwollhemd noch nicht so richtig traute, blieb ich auf Jahre teilerleuchtet: Songs, die ich heute liebe, rockten mir damals spontan nicht genug. Die sehnsüchtige Hippie-Romanze “Cinnamon Girl” erschien mir als Rock-Schlager, “Powderfinger” erinnerte mich nur an Indianer-Ferienspiele mit Tipi & Schminke oder das entsprechende Was-ist-was-Buch.

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Verona – probeweise

Das Fernsehen ist schon eine tolle Sache, weil man da miterleben kann, wie sich auf dem Kultursender 3sat Roger Willemsen irgendwie gierig auf seinem Sessel vorbeugt und einen blondgefärbten Burkhard Driest mit irgendwie aufgeregt kehliger Stimme fragt, ob er schon mal versucht habe, sich selber eine Masturbationsvorlage zu schreiben.

Das war doch wahrscheinlich ein großer Moment dieses Mediums: Roger Willemsen, sich mit einem nur ganz leicht pennälerhaft verschwitzten Satyrgrinsen mal eben in Verona Feldbusch verwandelnd, vielleicht nur so zur Probe. Und vielleicht war sein Gesprächspartner, falls das ein Gespräch gewesen sein sollte, auch gar nicht Burkhard Driest, es ist mir ehrlich gesagt vollkommen schnurz.

Robin Detje: Der Erste der niederen Sachsen in Berliner Zeitung 12.6.98

Janet Evanovich – Einmal ist keinmal

Das Leben meint es im Moment nicht gut mit Stephanie Plum. Vor sechs Monaten hat sie ihren Job als Dessousverkäuferin verloren und seitdem nichts Neues gefunden. Der Kühlschrank ist leer, die Möbel verpfändet und das Auto wurde konfisziert. Aber zum Glück hat sie eine große Familie. Vetter Vinnie betreibt ein Kautionsbüro und sucht eine Aushilfe. Als sie dort vorbeischaut, ist der Bürojob zwar schon weg, allerdings liegt gerade einer der hauseigenen Kopfgeldjäger mit Blinddarmdurchbruch im Krankenhaus. Dank Stephanies intimer Kenntnisse über Vinnies Sexleben kann sie als Vertretung einspringen.

Gesucht wird Joe Morelli, Kopfgeld 10000$. Um es komplizierter zu machen, ist dieser zwar ein alter Bekannter von Stephanie, gehört aber eigentlich in die Kategorie ‚Wiedersehen macht keine Freude‘. Von keinem richtig ernstgenommen, begibt sie sich auf die Suche nach Morelli und stolpert, wie es so üblich ist, in einen undurchsichtigen Fall voller Gewalt und Psychopathen. Außerdem nevt ihre spießige Mutter und ihre Oma entwickelt ein untypisches Verhalten für ihr Alter…

‚Einmal ist keinmal‘ von Janet Evanovich ist ein netter Krimi. Vielleicht ein wenig zu nett. Der darauffolgende Band der Stephanie Plum Reihe, ‚Zweimal ist einmal zuviel‘ (Ob sich der Titel auf die Fortsetzung der Reihe bezieht?!) folgt einem ähnlichen Schema wie der erste. Stephanie ist zwar etwas routinierter geworden und die Bösewichter noch kranker im Hirn, aber sonst gibt es keine Überraschungen. Wie schon gesagt: Alles sehr nett, ‚Einmal ist keinmal‘ ist spannender als ‚Zweimal ist einmal zuviel‘ und das Gute triumphiert zum Schluß. Aber Gott sei es gedankt, ein weiblicher Colt Seavers wurde nicht geboren. Das wäre nun wirklich auch zuviel gewesen. So gesehen ist die gute Stephanie ein erfrischender Neuzugang im Reigen der Gangsterjäger.

Janet Evanovich
Einmal ist keinmal
Goldmann 12,90 DM
ISBN 3-442-42877-7
Zweimal ist einmal zuviel
Manhatten by Goldmann 20,00DM
ISBN 3-442-54027-5

Kleine Randnotiz: Dank verlagstechnischer Organisationsfähigkeit ist der zweite Band zuerst in deutscher Übersetzung als Taschenbuch erschienen, aber das kann ja mal passieren.

Kiss or kill

Das junge Liebespaar Nikki (Frances O’Connor) und Al (Matt Day) hat sich darauf spezialisiert, Geschäftsreisende auszunehmen. Während Nikki die Männer an der Hotelbar anspricht und sie auf deren Zimmern betäubt, kommt Al nach, um sie um ihre Wertsachen zu bringen. Doch eines Tages geht etwas schief, denn ein Anwalt verträgt die Dosis leider gar nicht. Schnell packt das Pärchen Brieftasche und Aktenkoffer und macht sich aus Angst vor Bestrafung aus dem Staub. Kurz vor dem Verlassen der Stadt öffnen sie ihre Beute und finden ein Video, das einen populären Fußballstar als Päderasten entlarvt.

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The Replacement Killers

Bei Asia-Syndikats-Chef Mr. Wei (Kenneth Tsang) laufen die Fäden des organisierten Verbrechens in L.A. zusammen. Deswegen mag Auftrags-Mörder John Lee (Chow Yun-Fat) ihm auch die Bitte nicht abschlagen, den Cop Zedkov (Michael Rooker) zu erledigen. Zumal es der letzte Auftrag in dieser Richtung sein soll, auf dessen Nichterledigung die Todesstrafe für John und seine Familie daheim in Hong Kong steht. Doch der Zuverlässigkeit des coolen Profikillers sind Grenzen gesetzt, als er aus sentimentalen Gründen einfach nicht abdrücken kann. Nun muß John so schnell wie möglich das Land verlassen.

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Firestorm – Brennendes Inferno

„Smokejumper“ nennen sich in Amerika die furchtlosen Damen und Herren, die sich per Fallschirm in Brandherde absenken, welche mit üblichen Methoden nicht mehr gelöscht werden können. Auch Jesse (Howie Long) und sein Team bilden eine Smokejumper-Einheit und werden zu einem lodernden Waldfeuer gerufen. Noch wissen sie nicht, daß es sich keineswegs um eine natürlich entstandene Katastrophe handelt. Vielmehr hat der gerissene und skrupellose Sträfling Shaye (William Forsythe) die Flammen durch Helfer legen lassen, um so dem Hochsicherheitsgefängnis zu entfliehen. Zu Löscharbeiten werden nämlich regelmäßig Häftlinge herangezogen, was Shayes Meinung nach eine gute Grundlage für ein gefahrloses Entkommen bietet. Zusammen mit einigen eingeweihten Mitinsassen verkleidet er sich als Feuerwehrmann und tritt den Gang in die Freiheit an.

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Fischmob: Power

Der Sommer groovt aus allen Poren, und den Soundtrack dazu liefern heuer Fischmob, deren Namen man sich mal in seinen Einzelteilen auf der Zunge zergehen lassen muß: Cosmic DJ, der Schreckliche Sven, Stachy (sprich: Stachi) und Koze (sprich: Kotze). Auswendig lernen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten aufsagen!
Engel können fliegen, weil sie sich leicht nehmen, alle anderen (Menschen, Nashörner, Elefanten etc.) müssen leider unten bleiben. So ähnlich ist das auch mit Hip Hop vs. Rap: während letzterer ausgeprägte Bodenhaftung aufweist, kommt ersterer beschwingt auf kleinen Luftkissen daher und steigt auf in schwindelnde Höhen über den Wolken, wo die Freiheit mutmaßlich grenzenlos ist.

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David Munyon – Poet Wind

Neue Folge der Reihe „David Munyon – bester Singer-Songwriter der Welt“, heute: Wohin die Winde wehen… Nach seinem kargen solistischen Ausflug vor zwei Jahren hat Munyon nun wieder eine Band im Rücken- und die tut seiner Musik gut – bei allem Respekt vor dem kompositorischen Talent des Meisters, aber so „ohne alles“ sind die Songs wenig tragfähig, mit Band klingt´s einfach satter!

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