Atcha Acoustic – From Lhasa To Lewisham

Atcha Acoustic sind: Chris Jagger, Charlie Hart & Ben Waters:
Gut, daß er mit seinem Bruder Mick nicht (mehr) viel zu tun hat. Denn der würde sicher im Dreieck springen, wüßte er, was Chris von seiner und artverwandter Musik so hält: „Ich höre nicht viel Rockmusik. Ich finde elektrische Gitarren ziemlich langweilig.“

Dabei verzichtet Chris Jagger bei seinem Trio-Projekt Atcha Acoustic keineswegs auf E-Gitarren. Doch werden diese ganz unaufdringlich, aber effektiv von Ed Deane (remember Gay & Terry Woods!) und Pete Ridley eingesetzt, und zwar auf dem jüngsten Album „From Lhasa To Lewisham“.

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Frau Rettich, die Czerni und ich

Deutsche Komödien sind im Allgemeinen nicht gerade das, was man als einen Ausbruch von Humor bezeichnen könnte. Im Grunde fehlen den meisten von ihnen die nach amerikanischem Vorbild künstlich eingespielten Lachsalven, damit man weiß, an welchen Stellen der Scherz geplant war. Ein neuer Versuch in diesem Genre stammt von Markus Imboden. Weiß man um seine Vergangenheit als Absolvent eines Studiums in den so aufregend anmutenden Fächern Germanistik und Geschichte, Regisseur bei Serienproduktionen wie „Der Fahnder“, „Polizeiruf 110“ oder gar „Bella Block“, schwant einem Übles. Doch seine Umsetzung des Bestsellers „Frau Rettich, die Czerni und ich“ aus der Feder der ehemaligen Titanic-Redakteurin Simone Borowiak ist erstaunlich leicht und frisch.

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Live: Willie Nelson

Köln, E-Werk, 10.05.1998


Shakehands stundenlang…

Wenn Willie Nelson, Marihuana rauchende Country-Legende, mittlerweile fast 65-jährig und damit mit dem „unweigerlichen Abbau von Nierenfunktion, Augenlicht, Kniegelenken und sexuellem Ap- petit“ („Rolling Stone“) konfrontiert, neben Johnny Cash, Waylon Jennings und Kris Kristofferson einer der berüchtigten Outlaws der Country-Szene, in seinem hohen Alter noch mal auf Tournee geht, dann läßt man sich natürlich nicht zweimal bitten und setzt alle Hebel in Bewegung, um dabei zu sein. (Je älter der Künstler, desto länger die Sätze!) Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Ticket-Bestellung („Willie-wie war nochmal der Nachname?“) und dringend fälligem Ölwechsel stand der ganzen Sache dann nichts mehr im Wege und ich fand mich in der 5. Reihe im Kölner E-Werk wieder. Etwas abgehetzt zwar, aber für’s Erste zufrieden.

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Guildo

Guildo Horn – Superstar. 71% aller Deutschen halten ihn für ein Medienprodukt und wie sollten sie auch nicht. Nach dem Sieg in der nationalen Vorausscheidung war die Berichterstattung heftiger als man sie bei einem neuen Golfkrieg hätte erwarten können. And the hype goes on and on and…

Nach der Walpurgisnacht der Abend des (Hexen-)Meisters: Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, war es soweit – die Zeitenwende im Personenkult. Früher widmete man diesen Tag dem bekanntesten Sohn der Stadt Trier: Karl Marx. Heute hat Trier einen anderen bekanntesten Sohn und der hat sich diesen Tag gleich mit unter den Nagel gerissen.

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Gang Starr: Moment of Truth

They’re back! Schon nach der Vorab-Single „You know my Steeze“ konnte man ja schon auf Großes hoffen. Wie schon erwartet geht es hier um die Grundwerte des „Underground“-HipHop. Erwartet deswegen, weil Puff Daddy mittlerweile auch schon den letzten Track seines Albums als Single und Heavy- Rotation-Video ausgekoppelt hat und sich langsam auch in Deutschland Epigonen finden, wie Moses P und sein ganzer 3p-Klan, der ja mittlerweile schon ein Lächerlichkeits-Level erreicht hat bei, dem mir fast schon das Lachen im Hals stecken bleibt. Aber bevor ich mich schon gleich am Anfang verzettele: Back to Program.

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Henry Rollins: You Saw Me Up There

Henry Rollins einmal ganz privat? Das ist ihr sehnlichster Wunsch? Na bitte, hier gibt es 83 Minuten lang Rollins live auf der Bühne zu bestaunen. Allerdings nicht von seinen musikalischen Mitstreitern unterstützt, sondern nackt – will meinen: solo. Eine Flasche Wasser neben sich auf dem Boden, eine riesige Pappdeckeltasse Kaffe im Hintergrund und das Mikro fest in der Hand steht der Hobby-Bodybuilder auf der Bühne und erzählt Geschichten aus seinem Leben.

Meist witzig und weniger traurig oder ernst. Er erzählt von seinem Leben in New York, als er nachts ein Schwarm Kakerlaken in seinem Bad erwischt, von seinem akrobatischen Versuch, in ein zu hoch montiertes Waschbecken zu onanieren, von fluchenden Omas, idiotischen Taxifahrern, einem Höllentrip nach Tulsa, Texas, um eine Lesung zu halten, die jedoch wegen der widrigen Reiseumstände nie stattfindet, einem grandiosen Festivalauftritt bei dem sich der Kraftprotz selbst per Kniescheibe-an-die-Stirn-Schlag fast ausknockt und und und Rollins offenbart in seinen Geschichten, daß auch er Mensch ist und nicht nur ein gefühlsarmer Workaholic wie er oft dargestellt wird bzw. sich selbst gerne sieht. Greift also zu und lernt ihn von einer etwas anderen Seite kennen.

Henry Rollins
You Saw Me Up There
(DreamWorks)

Jonas: september sex relationship

Jonas ist eine vierköpfige Band aus Niedersachsen. Laut Label-Info entstammen sie „der Generation, die mit Grunge, nicht mit Indie-Rock aufgewachsen ist.“ Das bedeutet nun zweierlei:
1.) Die Jungs sind wirklich blutjung, d.h. zwischen 17 und 19 Jahren alt.
2.) Da sie noch mit Aufwachsen beschäftigt sind bzw. seitdem nicht viele Musiktrends erlebt haben, fühlen sie eine enge Bindung zu den Klängen, die den Abgesang ihrer Kindheit und das Heraufdämmern jenes Unheils begleiteten, was manche Leute „Leben“ nennen, und sie pflegen diese Bindung. Kurz gesagt: Jonas spielen Grunge-Rock.

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Ein Zirkus für Sarah

Astrid Lindgren für Anfänger! So könnte der Untertitel der dänischen Produktion „Ein Zirkus für Sarah“ lauten. Scheinbar unterschätzt Regisseur Claus Bjerre die Kombinations- und Auffassungsgabe seines jungen Zielpublikums. Und das will ja schließlich auch unterhalten werden. Von Anfang bis Ende wirkt sein Kinderkino-Debüt nämlich derart simpel und konstruiert, daß Spannung gar nicht erst aufkommen will und die Phantasie außen vor bleibt – vom in skandinavischen Kinderfilmen so wichtigen Humor ganz zu schweigen.

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Dobermann

Was schenkt man dem Kind von heute zur Taufe? Eine Frage, die sich für den Patenonkel des kleinen Yann (Vincent Cassel) nicht stellt: Er legt dem Nachwuchs seines Ganovenkumpels einfach eine brandneue 357er Magnum in die Wiege. Dann stellt sich ihm einen glänzend schwarzer Dobermann zur Seite, der für den richtigen Spitznamen sorgt, und schon hat der Knabe die besten Voraussetzungen, um sich zu einem gefürchteten Verbrecher zu entwickeln.

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Twentyfour Seven

Keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, keine Kohle wegen Jobmangels und schon gar keine Möglichkeit, diese Mißstände in der näheren Zukunft zu beheben – so sieht es für die Jugendlichen einer trostlosen, englischen Vorstadt aus. Gesellschaftliche Unterschiede gibt es hier nicht, denn jeder ist so arm wie sein Nachbar. Ihren Frust darüber lassen Knighty (James Hooton) und seine Kumpel gern an Stuart (Karl Collins) und dessen Freunden aus – ein Verhalten, das auf Gegenseitigkeit beruht. Diese ärgerliche Energie will der ehemalige Box-Champion Alan Darcy (Bob Hoskins) nun in sinnvolle Bahnen lenken, indem er die Jungs in seinem Verein rechte Haken und Wirkungstreffer lehrt. Doch seine Vision davon, seinen Schützlingen durch Sport und Disziplin eine Perspektive für’s Leben zu verschaffen, scheitert leider an der Realität. Denn die schickt Drogen, renitente Väter und Grundstücksspekulanten gegen Trainer Darcy in den Ring.

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Live: The Cramps

La Laiterie, Straßbourg, 18.4.98.

For the love of Ivy

Zum ersten Mal live sah ich die Band mit der „Date with Elvis “ Tour, was mich damals dermaßen begeisterte, daß ich kurz danach das Studium schmiß (mit dem Ergebnis, daß ich dann im Plattenladen jobbte). Lux und Ivy waren, wohl schon vor Mitte der 80er, die wandelnden R&R Götter und erreichten mit „Date with Elvis“ ein „größeres“ Publikum als mit den vorhergehenden Veröffentlichungen.

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U-Turn

Bobby Cooper (Sean Penn) ist gut gelaunt auf dem Weg nach Las Vegas, wo ein Geldeintreiber ungeduldig auf die 13.000 Dollar im Gepäck Coopers wartet. Ein geplatzer Kühlerschlauch jedoch bringt ihn vom rechten Weg ab und führt ihn nach Superior, einem Wüstenkaff in Arizona. Während er hier seinen ’64er Mustang vertrauensvoll in die Hände des schrulligen KFZ-Mechanikers Darrell (Billy Bob Thornton) gibt, lernt Bobby das rassige Indianer-Halbblut Grace (Jennifer Lopez) kennen. Gerade kommen sich die beiden ein wenig näher, da stößt Jake McKenna (Nick Nolte) zu ihnen.

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