Volltreffer für den Frieden

Sommer 1914.

Der eine oder andere wird sich vielleicht erinnern: Um einen schnellen Friedensschluss zu ermöglichen, entscheidet sich die deutsche Armeeführung schweren Herzens zur Bombardierung der Kathedrale von Reims. Die beabsichtigte Abschreckung glückt, Deutschland gilt ab sofort als Herpesblase unter den Kulturnationen und vier Jahre später ist der Krieg auch schon zu Ende. (thyssenkrupp Aktie: 4,31 Euro, steigend – mach mit!)

Wieder verlässt ein bewährter Kriegswitz frisch aufbereitet die Werkshallen der deutschen Rüstung

Putin kann nicht an der Parade teilnehmen. Am Abend möchte Wiktorowitsch Lawrow seinem Freund ein Stück von der Neuntemai-Torte vorbeibringen. Da pfeift ihm auf der Straße ein Maurer hinterher und ruft: „Eh Cremeschnittchen, wo gehst du denn so spät mit dem Nazi hin?“ Sergei Wiktorowitsch dreht sich um und entgegnet: „Hören sie, Genosse Handwerker, hier gibt es gar keine Nazis.“ Da antwortet der Mann: „Wer redt denn mit dir?“

Auch in der Produktion schwerer Kriegswitze bleibt Deutschland weit hinter seinen Möglichkeiten zurück

Im Gegensatz dazu steht Hinternet zu seinen Verpflichtungen. Hier die nächste Charge:

Putin plündert ein Fitness-Studio in Lemberg. Der Ladeninhaber weist ihn darauf hin, dass es sich hier wohl um ein Kriegsverbrechen handelt. Der Kremlgrande bedankt sich beim Untermenschen und fügt lachend hinzu: „Da muss ich gleich die Wagner-Jungs informieren. Die plündern immer noch nach der Haager Landkriegsordnung.“

Superlative

Jetzt habe ich’s zum zwanzigsten Mal gehört: das Fernsehereignis des Jahres war: „Dresden“ (ZDF). Sagen alle. Alle beim ZDF zumindest. Muß also stimmen.

Ich selbst hätte ja auf die Fußballweltmeisterschaft als Jahres-TV-Ereignis getippt. Hab‘ aber „Dresden“ (ZDF) auch gar nicht erst gesehen. Genau wie Oma Zapp (Jahrgang ’29). Ihre Begründung: „Ich hatte schon genug Krieg“.

SARS 1 Irak 0

Man kann fast den Eindruck bekommen, den Sendern verginge langsam der Spaß am Irakkrieg. Im ARD-Abendprogramm gab’s zwar wieder die obligatorische Sondersendung, aber nicht zum Krieg, sondern zum neuen Medienstar SARS. Schrecklich gefährlich das, schon Dutzende von Leuten gestorben (die Tatsache, dass bei der letzten großen Grippe-Welle in den 90ern allein in Deutschland die Zahl der Toten in die Zehntausende ging würde die Beiträge nur unnötig komplizieren).

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Krieg und Frieden

Oscar-Nacht, 24.3.2003. Pro7.

Im Vorfeld gab es die unterschiedlichsten Vermutungen/Befürchtungen/Hoffnungen, wie sich Laudatoren und Preisträger zum laufenden Krieg äußern könnten. Wer hätte mit so viel Rebellentum rechnen wollen? Susan Sarandon reckte keck die Finger zum Peace-Zeichen als sie auf die Bühne kam und auch einige andere zeigten sich mehr oder minder betroffen und wünschten sich und anderen Frieden. Wären D. Rumsfeld und G. Bush jr. anwesend gewesen sie hätten bestimmt zugestimmt: „Frieden? Jawoll und zwar so schnell wie möglich!“.

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