Boston 1865. Eine Gruppe von Autoren und Forschern um den gefeierten Dichter Henry Wadsworth Longfellow beginnt das Projekt einer Übersetzung von Dantes „Göttlicher Komödie“. Nicht nur eine künstlerische Herausforderung. Traditionalistische und nationalistische Kreise opponieren mit Rufmord und sonstigen Intrigen gegen das Vorhaben, das Land steckt unmittelbar nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs in gesellschaftlichen Turbulenzen, dennoch wird das Projekt 1867 erfolgreich abgeschlossen.
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Die Woche des Authentischen
Die Schriftsteller schöpfen aus der Wirklichkeit, dem Faktischen, Authentischen. So weit so richtig so gut. Aber was kommt dabei heraus, wenn die Schriftsteller – die von Kriminalromanen im Besonderen – nicht nur aus dem Authentischen schöpfen, sondern es zur Grundlage ihrer Arbeit machen?
Über den Umgang mit Tatsachen in Kriminalromanen soll es für den Rest dieser Woche gehen. Nicht um die hanebüchene Beweisführung eines Dan Brown, obwohl dieser Fall in geradezu vorbildlicher Weise zeigt, wie anfällig schlichte Gemüter für das sogenannte „Faktische“ sind, zumal dann, wenn es im Gewand des Mysteriums und der Aufklärung daherkommt. Beginnen wir lieber mit einer stichwortartigen Sammlung von Gedanken und Indizien zum Thema.
WeiterlesenDarüber wollen wir einmal nachdenken
In seiner →Kritik von Heinrich Steinfests Roman „Der Umfang der Hölle“ schreibt Walter Delabar:
Weiterlesen„Normalerweise taugen Kriminalromane nichts, in denen auf den ersten hundert Seiten kein Kapitalverbrechen zu vermerken ist.“
Die Woche des Authentischen
Die Schriftsteller schöpfen aus der Wirklichkeit, dem Faktischen, Authentischen. So weit so richtig so gut. Aber was kommt dabei heraus, wenn die Schriftsteller – die von Kriminalromanen im Besonderen – nicht nur aus dem Authentischen schöpfen, sondern es zur Grundlage ihrer Arbeit machen?
WeiterlesenAlligatoren husten uns was

Gestern keine neuen →„Alligatorpapiere“. Was haben wir uns Sorgen gemacht! Sind die Jungs zur Science Fiction übergeschwenkt oder gar zur Hochliteratur und beglücken uns künftig mit einem Nachrichtendienst zu Leben, Werk und Wirkung deutscher Balladendichter des Hochmittelalters? – Nein! Sie sind wieder da! Ist bloß ne Sommergrippe! Gute Besserung – und oben einen illustrierten Gesundheitstipp: Immer warm halten und tüchtig schwitzen!
Morag Joss: Half broken things
Was passiert, wenn Verlierer ein Zipfelchen des Glücks erhaschen? Jean, 64 Jahre alt, ist Haussitterin und hat die Aufgabe, für neun Monate in einem herrschaftlichen Haus zu wohnen. Mit der Zeit finden in diesem einsamen und abgeschiedenen Haus drei von der Gesellschaft verlassene und ob der Ausweglosigkeit ihrer Lebenssituation verzweifelte Menschen zusammen. Statt nur das Haus zu betreuen, richten sie sich dort ein und schaffen sich ihr eigenes, von der Realität abgekoppeltes Reich. Endlich einmal, so scheint es, haben die drei Glück, endlich einmal können sie dem „schlechten Stern“, unter dem ihre Leben stehen, entkommen.
WeiterlesenMorag Joss: Half broken things
Was passiert, wenn Verlierer ein Zipfelchen des Glücks erhaschen? Jean, 64 Jahre alt, ist Haussitterin und hat die Aufgabe, für neun Monate in einem herrschaftlichen Haus zu wohnen. Mit der Zeit finden in diesem einsamen und abgeschiedenen Haus drei von der Gesellschaft verlassene und ob der Ausweglosigkeit ihrer Lebenssituation verzweifelte Menschen zusammen. Statt nur das Haus zu betreuen, richten sie sich dort ein und schaffen sich ihr eigenes, von der Realität abgekoppeltes Reich. Endlich einmal, so scheint es, haben die drei Glück, endlich einmal können sie dem „schlechten Stern“, unter dem ihre Leben stehen, entkommen.
WeiterlesenDringend!
Herr Menke? Haaaaalllloooo!!! Sind Sie noch da? Auf der →„Krimicouch“ sitzt Beate und hat ein Problem:
„Hallo, in irgendeiner Fernsehzeitung habe ich vor 2-3 Wochen eine Buchbeschreibung gelesen, mir aber leider den Titel des Buches nicht gemerkt: Ein Schäfer wird ermordert und die Aufklärung des Mordes ist aus Sicht der Schafe geschrieben. Wer kennt das Buch und kann mir den Titel nennen?“
Haben Sie nicht in Schafskrimis promoviert, Herr Doktor Menke? Könnten Sie freundlicherweise weiterhelfen…. Danke!
Schule der Rezensenten -4-
Rezensenten arbeiten für Leser. Über deren Heterogenität ist an dieser Stelle schon einiges gesagt worden, aber es hilft ja nichts. Auch wenn ich mir vornehme: Ich schreibe so, wie ICH das Buch lese oder: Ich schreibe so, wie es DAS BUCH erfordert – eine Schnittstelle zum Leser sollte schon vorhanden sein.
WeiterlesenSchwerpunkt Krimis
Die →neueste Ausgabe des Rezensionsforums „literaturkritik.de“ hat den Schwerpunkt „Krimis“. Wir finden u.a. einen lesenswerten Essay von Gabriele Wolff, „Das hässliche kleine Entlein der Literatur?“ und erfahren zu unserer Beruhigung, dass auch Frau Wolff von „literarischen Krimis“ nichts hält. Desweiteren polemisiert Peter O. Chotjewitz kurz gegen den Krimi und widmet sich Jan Süselbeck der „notorischen Krimiverachtung Arno Schmidts“. Nebst anderem und Rezensionen.
Neuer Spielplatz für Schnüffler?
Wenn nicht alles täuscht, entsteht auf der →„Hundewiese“ ein neuer kriminaher Blog. Jedenfalls gibt man dort mit einer Rezension von Rainer C. Koppitz‘ „Machtrausch“ einen vielversprechenden Einstand. „Der Text ist mißlungen, weil der Autor keine Sprache hat, in der er uns sein Wissen mitteilen könnte.“, so das Urteil. Wir beobachten weiter.
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracys „Der Köder“ war einer jener “intelligenten amerikanischen Thriller“, die ich vor etlichen Tagen hier en passant erwähnte. Da ich im Urlaub auf Vorrat gelesen habe, konnte das Werk nicht „zeitnah“ besprochen werden. Tja, und jetzt ist es zu spät.
WeiterlesenArbeitslos und Spaß dabei

Wer in Deutschland Humor ernstnimmt, gilt als humorlos. Wer in Deutschland humoristisch schreibt, gilt als originell. Wer in Deutschland über Tragödien lacht, lacht meistens über den Tragöden und nicht über die Umstände, die ihn dazu machen. Auch im Krimi.
WeiterlesenKommissar bloggt
Habe ich schon auf den →„Kommissarblog“ hingewiesen? Nein? Doch! Jetzt! Mal reinschauen (und die Blogliste rechts müsste auch mal aktualisiert / ausgebaut werden; weiß schon).
Jeff Lindsay: Des Todes dunkler Bruder
Psychotriller. So, so. Herr Freud kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus, und nicht nur das 20., das 19., das 18. Jahrhundert lachen mit, bis in die Jungsteinzeit hört man es glucksen und wiehern.
Dort vielleicht, wo der erste Psychologe vor seiner Höhle sitzt, mag man „Des Todes dunkler Bruder“ von Jeff Lindsay für einen „Psychothriller“ ästimieren. Hat er doch vielleicht, unser erster Psychologe, soeben folgendes Experiment gemacht: Seinen zwanzig Mitbewohnern einmal kräftig in den Hintern getreten, als sie in die Höhle wollten. Und dann hat unser erster Psychologe beobachtet, wie alle zwanzig, als sie das nächste Mal vor dem Eingang standen, sich vorsichtig umschauten und die Hände vor den Hintern hielten. Ursache, Wirkung, Trauma und fortwährender unbewusster somatischer Reflex. Auf diesem Niveau spielt sich Psychologie in Lindsays Roman ab.
WeiterlesenBook on demand
Über die wachsende Zahl von Krimiveröffentlichungen außerhalb der „etablierten Verlage“ wurde in diesem Blog ja schon →gesprochen. Ein verspäteter Kommentar von Herrn Colmar weist nun, zu Recht, darauf hin, dass der „Verlag der Criminale“ als Vereinigung von Autoren fungiert, die ihre Werke gemeinsam als „book on demand“ veröffentlichen. Lobenswert. Und verzwickt für den Rezensenten.
WeiterlesenStimme des Volkes
Dass es sich bei Leonie Swanns „Glennkill“ um ein ebenso außergewöhnliches wie lobenswertes Stück Kriminalliteratur handelt, wussten wir von „watching the detectives“ im Gegensatz zu dem-anderen-Krimiblog-da ja schon immer. Jetzt hat uns → die Stimme des lesenden Forenvolkes erstmals bestätigt.
„…ein ganz tolles, witziges Buch…“ schreibt „Literaturtermite“ Arwen, „…ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll…“ – „…Deshalb war ich beim Lesen zwischendurch ein bisschen verwirrt…“ – für 4 von 5 „Leseratten“ reicht das allemal.
Leonardo Padura: Das Meer der Illusionen
„Das Meer der Illusionen“ ist der vierte Band des „Havanna Quartetts“ von Leonardo Padura. Er bringt damit seine Beschreibung der Gesellschaft Kubas Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zum Abschluss. Wie bei den vorigen Büchern auch hat er wahre Begebenheiten, die sich in Kuba zugetragen hatten, aufgegriffen und mit in die Geschichte einfließen lassen.
Havanna, 1989. Mario Conde ist Kommissar bei der kubanischen Polizei und hat die Schnauze voll von seinem Job. Eine Reinigungswelle fegt durch die Polizei, viele korrupte Kollege wurden entlassen, und dann erwischt es auch seinen Chef (und Freund), der als Vorgesetzter die Verantwortung übernehmen muss. Mario Conde hat Angst vor der Zukunft und träumt von dem großen Roman, den er schreiben möchte, und so kündigt er seinen Job.
WeiterlesenWahlplots -5-

Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.
Wir haben in bewundernswerter Recherchearbeit einige der Plots ermittelt und stellen heute den letzten vor:: ZEHN KLEINE BESSERVERDIENER.
WeiterlesenSchule der Rezensenten -3-
Stell dir das vor: Ein Rezensent erhält ein Buch zur Besprechung, von dem er von vornherein weiß, dass es ihm nicht gefallen wird. Sagen wir: die Reprintausgabe eines Heftromans aus den 50er Jahren, „Inspektor Gnadenlos und das blonde Gift aus Husum“, ein Produkt deutscher Brachialprosa. Nein, er mag es nicht. Er hasst es. Er muss / soll es aber besprechen. Was tut er?
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