The Inchtabokatables: Ultimate Live

Übertreibe ich, wenn ich bei The Inchtabokatables von einer deutschen Independent-Institution spreche? Ich glaube nicht. In den vergangenen elf Jahren hat sich das Quintett mit seinen Streichinstrumenten den Arsch abgespielt und wahrscheinlich in jedem Ort der Nation die Geigen ausgepackt. Als es das Genre Mittelalterrock noch gar nicht gab, sind The Inchtabokatables wie die Derwische über die Bühne gefegt und haben dieses zu enge Korsett hinter sich gelassen, als andere hinterhergehechelt kamen. Die experimentellen Noise-Ansätze auf den Alben „Quiet“ und „Too Loud“ haben sicherlich den ein oder anderen alten Fan vergrault, der dann wahrscheinlich das gelungene Abschlussalbum „Mitten im Krieg“ nicht mehr mitbekommen hat.

Obwohl meine anfängliche Begeisterung auch mit der Zeit ein bisschen erlahmt ist, stimmt es mich jetzt doch traurig, dass die Inchtabokatables nach elf Jahren ihren Hut nehmen. Nach einer ausgedehnten Abschiedstournee ist jetzt Schluss und als Erinnerung gibt’s die retrospektive Live-Doppel-CD „Ultimate Live“. 24 Songs, einmal quer durch alle Schaffensphasen und von immergrünen Sachen wie „Three Gipsies“ und „Das Beil“ gibt es Schmankerl wie das unterbewertete „Rightful King“ und das dynamische „You Chained Me Up“.

Vieles klingt auf der Bühne bei weitem nicht so experimentell wie auf den vergangenen Studioalben und so ist „Ultimate Live“ ein ausgewogenes Abschiedsgeschenk, das das Können und den Ausnahmestatus der Inchtabokatables deutlich unterstreicht. Ein würdiger Abschied für eine Band, die für gängige Schubladen einfach ein bisschen zu groß war. Farewell – well done!

The Inchtabokatables: Ultimate Live
(Strange Ways/Indigo)

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