Ausgewogen

Eigentlich ist es ein Skandal. Da nötigt man junge Menschen seit Generationen zur Lektüre eines Buches, dessen Credo geeignet ist, nicht nur ganze Berufsstände in Misskredit zu bringen, sondern auch – Luft anhalten – die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Deutschland zu gefährden. Oder was ist Goethes „Faust“ anderes als ein tendenziöses Machwerk wider den Forschergeist? Bist du ein ehrgeiziger Gelehrter, verbündest du dich mit dem Leibhaftigen, Punkt. Ausgewogenheit ist etwas anderes.

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Hören!

Mensch, hätt ich beinah vergessen. Morgen abend wird die letzte Folge von SKI ausgestrahlt, dem großen Hörspielprojekt von Funkhaus Europa. Hier gibts →nähere Informationen, und ich mach auch was drüber, wenn ich ein wenig mehr Zeit hab, aber diese letzte Folge, „Kriegskosten“ heißt sie, stammt halt von la Pieke herself. Ergo: Hörzwang! Morgen 20 – 21 Uhr, da verpasst ihr gar nix im Fernsehen, da bietet der Italiener um die Ecke auch nur die ewig alte Pizza an, und nach 21 Uhr ist der Sex eh besser, so dass mir keiner mit Ausreden komme! Hören!

Buchmesse 2009

Die wichtigste Frage gleich vorweg: Was trägt die Buchmessebesucherin heuer mit Vorliebe? Erschütternde Antwort: Strickwaren (besonders schwarze Strumpfhosen) und Stiefel. Aber kommen wir zum angenehmen Teil unseres diesjährigen Aufenthaltes im Schlaraffenland der Bücher…

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Inspector Barnaby – 5. Staffel

Jeder Fan von „Inspector Barnaby“ wird sich freuen, dass jetzt zeitgleich mit „Super Sleuth“, der Doku zur Serie, vier weitere Folgen in einer DVD-Box auf den Markt kommen. In „Das Haus Des Satans“, „Blut Ist Dicker“, „Der Club Der Toten Autoren“ und „Brennen Sollst Du“, die aus den Originalstaffeln sechs und sieben stammen, wird die Idylle des britischen Landlebens erneut durch gemeine Morde gestört und wird mit typisch britischem Humor ermittelt.

Barnaby, brillant gespielt von Shakespeare-Darsteller John Nettles, steht in diesen Folgen einmal mehr Daniel Casey alias Sergeant Gavin Troy sowie sein Kurzzeitassistent Sergeant Dan Scott (John Hopkins) zur Seite. Vor allem das Team Barnaby-Troy garantiert Spannung, Ironie und viel Humor.

(kfb)

Inspector Barnaby – Super Sleuth

„Super Sleuth“, also „Super Spürhund“, lautet der Titel der Doku über die britische TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ (im Original: „Midsomer Murders“). In der beschaulichen Grafschaft Midsomer leben nicht nur viele skurrile Gestalten, sie belieben auch fleißig zu morden – und das auf teils sehr perfide Art und Weise. Doch „Super Spürhund“ Inspector Barnaby hat noch jeden dieser Morde aufgeklärt. Was diese Serie ausmacht, wie sie entstand und wer deren Macher sind, das zeigt diese knapp einstündige amüsante Doku.

(kfb)

Alfred Komarek: Polt.

Nein, wir fragen jetzt nicht, was eigentlich mit den österreichischen Kollegen los ist, dass sie ihre ausrangierten Krimihelden noch einmal wiederbeleben müssen. Sondern stellen fest: Nach Wolf Haas hat auch Alfred Komarek seinen Serienermittler nach Jahren der trügerischen Ruhe erneut ins Rennen geschickt, den Gendarmen Polt, der kein Gendarm mehr ist, aber das Ermitteln nicht lassen kann.

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Nur mal so am Rande

Manchmal zieht der Zufall (oder wie immer das Ding heißen mag) gleich mehrfach das adrette Brokatdeckchen von der Wirklichkeit und man sieht, was man eh schon weiß, aber am liebsten verdrängen möchte. Am Samstag berichtete →die TAZ von der Arbeit des Walt-Whitman-Übersetzers Jürgen Brôcan, einem Leben zwischen höchster professioneller Präzision und den drohenden Abgründen von Hartz IV. Zuvor hatte →die ZEIT über das Werden eines Sachbuchs und die wirtschaftlichen Nöte seines Verfassers berichtet (→via Henrike Heiland). Und gestern abend hört man aus dem Fernsehen die ersten Worte der frisch gekürten Trägerin des Deutschen Buchpreises, Katrin Schmidt, in denen sie sich vor allem darüber freut, jetzt vielleicht jene ökonomische Sorglosigkeit genießen zu können, die sie bislang nur vom Hörensagen kannte.

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Muse: The Resistance

1999, zu Zeiten ihres Debütalbums „Showbiz“ waren sie nur eine gute Alternative Rock-Band. Mit den Jahren suchten Muse nach höheren Aufgaben und experimentierten verstärkt mit progressiver Musik. Auf „Absolution“ (2003) und „Black Holes And Revelations“ (2006) waren sie beim Kunstrockmetal mit sirenenartigem Gesang und verspielten Klavier-Pirouetten angekommen. Da sich die Band aber immer weiter zu entwickeln versucht, war abzusehen, dass sie auf ihrem fünften Studioalbum neue Töne anschlagen würde.

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Presseschau 12.Oktober 2009

Michael Pilz in der Welt über die Rückkehr der Plastic Ono Band: ↑Ein bisschen Frieden

Die taz über „Die Entstehung der Nacht“, das neue Album der Goldenen Zitronen: ↑Zu schön zum Schocken

Nachruf auf Dickie Peterson, den 61jährig verstorbenen Bassisten und Sänger von Blue Cheer: ↑R.I.P. Richard ‘Dickie’ Peterson (Blue Cheer) (1948 – 2009)

Die FAZ über das einzige Pixies-Konzert in Deutschland: ↑Sie haben sich ein Denkmal gebaut. Und die Frankfurter Rundschau: ↑Bitte wenden

Spiegel-Interview mit Jay-Z: ↑Geld ist ein Persönlichkeitsverstärker

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Messemord

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Eine wunderbare Nachricht für alle Freundinnen und Freunde der famosen Kurzratekrimis des Kurzratekrimipapstes Dale Patrick Rutherford: Der Konto-Verlag bringt anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse das sofort und bedingungslos zu erwerbende Werk „Dale Patrick Rutherford: Die besten 99 Kurzratekrimis des Kurzratekrimipapstes aus sechs Jahrzehnten“ in einem liebevoll gestalteten, broschierten Werk auf den Markt! Exklusiv für alle wtd-Leser und mit freundlicher Genehmigung des Konto-Verlags hier eine eindrucksvolle Leseprobe…

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Presseschau 9. Oktober 2009

Aus der Vergangenheit lernen heißt die Flatrate schätzen: Tim Renner schreibt in seinem Blog über ↑Das Ende der Krise der Musikwirtschaft

Eigentlich ist es total langweilig, die Geschichte wiederholt sich lediglich: Bereits vor mehr als 75 Jahren ging die Musikwirtschaft in die Knie. Es war ihr nicht gelungen, aus der militärischen Entwicklung Radio wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, als diese dem breiten Publikum zugänglich gemacht wurde. Die Verbreitung von kostenloser Musik via Äther machte ihr in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts das Leben schwer. Als dann auch noch eine weltweite Wirtschaftskrise hinzukam, krachten die Umsätze auf knapp 6% dessen, was man in den guten, alten Zeiten vor dem Siegeszug des Radios erwirtschaftet hatte.

Metro Times spricht mit Iggy Pop und James Williamson über die Stooges-Reunion: ↑Kill city dreaming

John Foxx-Interview bei The Quietus: ↑Impossible DNA

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