Willie Dunn: Son of the sun

Ein Kanadier schottischer und Micmac-indianischer Abstammung, der als Songwriter seit dreißig Jahren aktiv und hier kaum bekannt ist: das ist Willie Dunn. Seine Songs vermischen Country, Folk und indianische Tradition mit einer gewissen Öko-Romantik, indianischer Historie und englischen Literaturklassikern.Beeindruckt hatte mich der Titelsong, dessen traurig-sehnsüchtige, fast verzweifelte Stimmung fast als einziger Song die Assoziation zu Leonard Cohen zulässt. Bei den meisten anderen Songs fühlte ich mich vor allem an Hank Williams erinnert.

Das Album enthält einige (Best-of?) Songs von 1984 (bei denen zum Teil der ein oder andere statische Knackser von der Vinyl-CD-Übertragung zu hören ist), neue Studio-Aufnahmen von 1999-2003 und als Bonus 3 Berliner Live-Aufnahmen von 2000.
Musikhistorisch ist das Album wahrscheinlich in Europa eine Bereicherung, die Intensität des Titelsongs erreichen allerdings die anderen Stücke kaum.

Ich verstehe die indianische Mystik/Philosophie nicht, die in einigen Songs auftaucht, es scheint sich jedoch oft um Lobpreisungen von Mutter Natur und der Einheit der Menschen mit ihr zu handeln. Das englisch/deutsche Booklet liefert zu einigen Songs Hintergrundinfos und führt ein wenig in die besungenen geschichtlichen Themen ein. Ärgerlich sind aber die Druckfehler und einige fehlende und falsche Textzeilen. Über die Vertonungen englischer Lyrik wird sich jeder Englisch-Lehrer freuen.

Willie Dunn: Son of the sun
Trikont 2004
VÖ: 29.3.2004

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