Presseschau 31. Juli 2009

Strategische Partnerschaft aka Product Placement. Chefredakteur Max Dax erklärt im taz-Interview wie die SPEX-Kantine zu einer Tonne Nudeln kommt: ↑„Pasta für uns, das Impressum für sie“ und wir erfahren nebenbei, dass die SPEX-Auflage jetzt 20% höher ist als vor dem Umzug.

Und nämlicher Max Dax hat gerade bei Suhrkamp ein Buch mit Interviews veröffentlicht (↑Dreißig Gespräche), das die Süddeutsche ↑heute lauwarm bespricht.

FAZ-CD der Woche:↑ Son Volt

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Presseschau 30. Juli 2009

Inspiriert von Leonard Cohen. Die Frankfurter Rundschau über „Lasso“, das neue Album von 2Raumwohnung: Das Leben ist prima

The Quietusbespricht Richie Unterbergers Buch ↑White Light/White Heat: The Velvet Underground Day-By-Day

Uniquely though, the Velvet Underground didn’t rewrite their own history afterwards. Instead everyone else did that for them. Nonetheless, It still makes for one hell of a yarn.

The Quietus interviewt die (über)lebenden Legenden Sylvain Sylvain und David Johansen: ↑Bringing Out The Dead: New York Dolls On Their Highs And Lows

Keyboarder Matthew Fisher erhält die Anerkenung für seinen Orgelpart auf „A Whiter Shade Of Pale“: ↑Procol organist wins Shade Of Pale case

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Feindbild Krimi-Couch

Was? Du schreibst jetzt für die Krimi-Couch? Hallo? Geht’s noch? Ja, es geht. Sehr gut sogar. Man hat es mit netten und offenen Menschen zu tun (etwas, das ich in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt habe), es gibt keine andere Vorgabe als die, qualitativ gute Arbeit abzuliefern, es ist eine Herausforderung. Nun sammeln sich in meinem elektronischen Briefkasten nicht nur die eher besorgten Stimmen. Es gibt auch andere, die meinen Schritt begrüßen. Dennoch: Ein Blogger, der in den Jahren seines virtuellen Schaffens nicht selten mit der Hirnrissigkeit des Marktes, seiner Bestücker und Abverkäufer ins Gericht ging, schreibt jetzt ausgerechnet für die Krimi-Couch? Das ist doch –

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Presseschau 29. Juli 2009

Die Welt über Emiliana Torrini auf Tour: ↑Out of Island

TV on the Radio in Köln: ↑Clever und smart (FAZ)

Das Zeit-Blog über Enter Shikari: Emotionen mit der Mörtelkelle

Michael Saager in der Jungen Welt über den „unverbesserlichen Prog-Rock-Revivalismus von Tortoise„: ↑Sture Giganten

Tja, und dann hört man »Gigantes«, ein phantastisches, sich über sechs Minuten aufbauendes Post-Detroit-Technosoul-Kraut-Aphex-Twin-Afrobeat-Brett mit Peitschenschlagzeug, sagenhaftem Hüftflow und einer zum Sterben schönen Melodie gegen Ende. Sämtliche Körperhaare stellen sich auf, und man denkt: Scheiß auf das Gemecker zwischen den Zeilen, ich adoptiere sie sofort, diese unglaubliche Band!

Fröhliche Wisssenschaft: Linguistische Probleme am Beispiel Van Morrison – ↑Fucking shut the fuck up

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Fototermin

„Verdammt“, knurrt Markus, Layouter und Fotograf des Conte Verlags, „du siehst einfach zu gut aus für einen Krimiautor. Wie der junge Jean-Paul Belmondo oder dieser andere da, dieser Ami.“ Ja, ich nicke betrübt, das ist mein Schicksal. Und sehe traurig zu, wie Markus via PhotoShop mein edles Porträt „auf alt und verwittert“ trimmt. Und das Ganze dann auch noch in Schwarzweiß, von wegen „Gut und Böse“, muss sein, Krimi halt. Kann man nichts machen, there’s no business like Krimibusiness.

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Versionen des Fiktiven

Aus gegebenem Anlass (schauen Sie mal →hier ins Inhaltsverzeichnis) habe ich am Wochenende in der neuesten und 101. Ausgabe der ehrwürdigen „Saarbrücker Hefte“ geblättert und bin an einem Artikel hängengeblieben. Hans Horch rollt in seinem Beitrag „Antiskepsis oder: Vom Zweifel am Zweifel. Nachbetrachtungen zum Saarbrücker Kinderschänderprozeß“ noch einmal die Geschichte des Mordes an Pascal auf, jenes Jungen, der von einem „Kinderschänderring“ brutal vergewaltigt und ermordet worden sein soll. Die Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

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Presseschau 27. Juli 2009

Krautrock-Renaissance: ↑Pioniere aus Düsseldorf

jetzt.de zu 25 Jahren „Purple Rain“: ↑Lasst uns ausflippen

Britney Spears gab ihr einziges Konzert in Berlin. Trotz des Presseagenturenboykotts finden sich einige Konzertkritiken. Vom Spiegel (↑Britney im Freak-Zirkus) über die taz (↑Trifft sogar die Töne) bis zum Tagesspiegel (↑Reizüberflutung unter der Zirkuskuppel)

Vom HipHopper zum Liedermacher. Die fr über Dennis Lisk: Die nächste Generation

Für solche Sätze möchte man Liam Gallagher fast schon wieder lieben: „Get your hands down. This is Oasis, not fucking Simple Minds„. ↑Clap your hands: say no wartet noch mit ein paar weiteren Musikern mit leicht pronlenatischen Beziehungen zum Publikum auf. Und dem hier: „Of course Corgan is a pussy compared to Suicide’s Alan Vega.

Tagesspiegel:  Wie das Internet die Machtverhältnisse zwischen Künstlern und Konzernen verschiebt. ↑Die gute Tat der Piraten („Das Internet ist nämlich nicht der Feind der Musik. Es ist nur der Feind der Tonträgerindustrie.„)

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Guy Klucevsek

Ok, Fazit (Deutschlandradio), der Name ist wirklich nicht leicht auszusprechen. Geschenkt, also. Aber wie kommt ihr darauf, dass „Dancing On The Volcano“, das ihr in eurer heutigen Sendung gespielt habt, erst das dritte Album Klucevseks sei?

Der Mann veröffentlicht seit über 20 Jahren Alben und bei einem Blick auf seine ↑Diskographie sollte man – egal bei welcher Zählweise – immer auf mehr als 3 kommen (aber auch nicht auf mehr als 21).

Presseschau 24. Juli 2009

RIP John Dawson. ↑Nachruf auf den Gründer der New Riders of the Purple Sage, der jetzt 64jährig an Krebs starb.

Die taz über ein neues Album von Michael Sheehy:  ↑Musikalischer Faustkampf

FAZ-CD der Woche von Portugal The Man: ↑Von Elton John lernen heißt siegen lernen

Fever Ray, Lykke Li & co. Der Independent fragt besorgt: „Why does Sweden continually produce pop sensations? And is Britain’s rock status under threat?“: ↑Sweden – State-sponsored rock Valhalla

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Presseschau 23. Juli 2009

Heinz Edelmann ist tot. Der Mann, der uns das Yellow Submarine, das Cover der ersten „Herr der Ringe“-Ausgabe und den Vorspann zur ZDF-Reige Der phantastische Film brachte. Die hiesigen Medien berichteten (z.B. ↑Spiegel oder ↑Stuttgarter Nachrichten, ), aber irgendwie scheint die posthume Aufmerksamkeit im Ausland deutlich größer zu sein (siehe ↑NY Times, ↑LA Times)

Das letzte Interview:  ↑The final thoughts of the Seeds‘ Sky Saxon

The Quietusinterviewt Siouxsie Sioux anlässlich der Veröffentlichung einer 3CD+DVD-Box ↑Siouxsoe & The Banshees At the BBC

The Quietus hat auch einen Auszug aus Nick Caves neuem Roman ↑“The Death of Bunny Munro“

Die Welt berichtet, dass David Gilmour „Chicago“ einen alten Crosby, Stills, Nash & Young-Titel neu aufgenommen hat (mit Unterstützung von Chrissie Hynde und dem unvermeidlichen Sir Bob) um auf das Schicksal von Gary McKinnon hinzuweisen, dem die Auslieferung on die USA droht: ↑Musikalische Hilfe für den gefährlichsten Hacker aller Zeiten.  So weit, Welt, so gut. Aber was bitte soll dieser „psychedelisch angehauchte New-Wave-Sound von Pink Floyd“ sein, von dem du schreibst? Na?

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Ein Dokument der Hilflosigkeit

Letzten Monat verabschiedeten einige Hamburger Großverlage eine „Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“. U.a. mit dem Evergreen „Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben“ – aber das zur am Rande.

Stefan Niggemeier hat jetzt bei den fraglichen Verlagen einfach mal nachgefragt, wer denn mit solchen Sätzen wie

Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen.

oder

Wir widersprechen all jenen, die behaupten, dass Informationsfreiheit erst hergestellt sei, wenn alles kostenlos zu haben ist.

gemeint sein könnte.

Die Antworten (und Nicht-Antworten) und mehr hier: ↑Hamburger Bankrott-Erklärung)

Presseschau 22. Juli 2009

Irre Rockmythen. Der Spiegel interviewt Gavin Edwards, den Autor von ↑“Do You Want To Know A Secret?: Die größten Geheimnisse, Mythen und Gerüchte der Rockwelt“ und präsentiert in einer Klickstrecke einige dieser Gerüchte. Von Bob Marleys Abneigung gegen den Leopardenstringtanga von Prince bis zu Stevie Wonders Geruchssinn. Und warum Rockstars auf die eigenen Schallplatten, bzw Füße schiessen. Nur ob Mick und David wirklich… das weiß auch Edwards nicht. ↑ LSD vom Zahnarzt

Animal Collective durften als erste ↑ein Grateful Dead-Sampler benutzen. Für die Deadheads da draußen: es geht um ein Stückchen aus „Unbroken Chain“ und das resultierende AC-Stück „What Would I Want Sky“.

Die Nominierungen für den ↑Mercury-Preis sind raus und natürlich meckern jetzt einige der Übergangenen wie Lily Allen („I’m like Gazza. The judges hate me, but the people – dem love me.“) oder Patrick Wolf: „The judges have ignored all four of my albums. At times like this, I always think ‚What would Klaus Nomi do?'“ (aber diese Frage scheint Wolf sich ↑ständig zu stellen). The Quietus hat eine Alternativliste: ↑Never Mind The Mercury Prize.

Eine beunruhigende Studie für die englischen Gornys: ↑UK men pirate more than women; everyone confused over rights. All die Prozesse der Musikindustrie, die ja nur dem Ziel dienten, das Bewußtsein der Nutzer für Copyright und Musikerinteressen zu entwickeln haben offenbar gar nichts genutzt.

Three out of five (…) adults said they didn’t believe musicians should profit from their music and videos being downloaded online, and more than two-thirds said the same of TV and filmmakers.

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Toller Plot

Keine Zeit, tut mir leid. Muss tollen neuen Plot entwickeln. Also… Deutschland hat endlich die Schnauze voll, generationenlang für die riskanten und lukrativen Spielchen der Reichen und ihrer Bankgenossen zu bluten. Das mit der Arbeitslosigkeit gefällt ihnen auch nicht mehr, seit auch „Leistungsträger“ stempeln gehen müssen. In einer Fabrik eskaliert die Situation: Die Arbeiter drohen mit der Sprengung des Werks, wenn nicht jeder von ihnen (allesamt entlassen) 30.000 € Abfindung bekommt. Nu gut, unter Revolution hatte man sich eigentlich was anderes vorgestellt, aber immerhin. Jetzt…

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