Hazy Malaze: Blackout Love

„Blackout Love“ ist mindestens so altmodisch wie die Holzvertäfelung auf dem Cover. Da sich aber Neal Casal noch nie um Trends geschert hat, ist sein Sideproject Hazy Malaze ein knackiger Rückwärts-Ausflug. Weniger Herzschmerz, mehr Soul und Funk und bärenstarke Nummern wie z.B. „Corrina“. Nostalgiker aufgepasst – CDs muss man nicht umdrehen.

(7 Fritten)

Hazy Malaze: Blackout Love
Fargo/Rough Trade
VÖ: 24.1.2005

Apocalyptica: Apocalyptica

Bisher gab’s noch keine Notwendigkeit, das der Öffentlichkeit mitzuteilen, aber ich halte The Rasmus für eine sensationell untalentierte Band. Die stumpfsinnigen Riffs im Refrain ihres Megahits „In The Shadow“ sind an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Aber da Apocalyptica in der Wahl ihrer Vokalkollaborateure bislang nicht zimperlich waren, dürfen wir jetzt auf der ersten Singleauskopplung „Bittersweet“ Lauri Ylönen (The Rasmus) und den schon lange zur Lächerlichkeit verkommenen Ville Valo (HIM) anhören.

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Bright Eyes – Digital Ash In A Digital Urn

Das neue Jahr ist noch keinen Monat alt und alle Feuilletonisten haben drei Künstler direkt zum Konsens erhoben: Trail Of Dead, Adam Green und natürlich Conor Oberst von Bright Eyes. Und Bright Eyes biegen gleich mit zwei Alben um die Ecke.Wer bisher nur den schmachtenden Conor Oberst kennt, muss keine Angst haben, dass er sich mit „Digital Ash In A Digital Urn“ ein digitales Grab geschaufelt hat.

Musikalisch gesehen ist die Asche noch warm und trotz aller elektronischer Verkleidung sind die zwölf Songs eindeutig Bright Eyes zuzuordnen. Etwas häufiger blitzt hier die Verehrung für das larmoyante Cure-Schluchzen durch, aber die Songs hätten auch ihren Platz am Lagerfeuer bzw. auf „I’m Wide Awake, It’s Morning“ finden können.

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Bright Eyes – I’m Wide Awake

Das ist er also, der tiefgründige, verständnisvolle Bruder von „Digital Ash In A Digital Urn“. Ein Frauenversteher, Einer, der zuhört und sich einfach darauf verlässt, dass seine Botschaft auch ohne großes TamTam ankommt. Das kommt erst am Ende der Platte, wenn Conor Oberst seine Stimme erhebt und bei schräger Trompete und einem ausufernden Jam nochmal die Sau rauslässt.

Bis dahin werden ländlich verwurzelte Oden an die Dornen oder Blüten des Lebens in zehn Songs verpackt, die so stark sind, dass sie oft kaum mehr als eine Gitarre brauchen. Neben der Saddle Creek Familie (Azure Ray, Now It’s Overhead, Mike Mogis…) adelt Emmylou Harris drei Songs mit Harmony Vocals und man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie tief, wie anrührend das Album geworden ist. „I’m Wide Awake, It’s Morning“ ist eine durchweg großartige Platte, die nicht nur in den kommenden Monaten viele Herzen trösten wird.

Bright Eyes
I'm Wide Awake, It's Morning
Saddle Creek/Indigo
VÖ: 24.1.2005

Trail Of Dead – Worlds Apart

Es ist mehr eine Spur der Verwüstung, als des Todes. Fernseher mussten unter den Händen der Band ihre Funktionalität hergeben, aber auch das ein oder andere Musikinstrument sah schneller den Bühnenboden auf sich zukommen als für eine handelsübliche Gitarre gut ist. Da diese Albernheiten Trail Of Dead aber anscheinend nicht davon abhalten, großartige Alben zu veröffentlichen, wage ich mal die Prognose, dass „Worlds Apart“ in zehn Jahren ein Referenzwerk sein könnte. Ein Klassiker, mit dem wir unseren Kindern beweisen wollen, dass 2005 noch was ging, mit dem, was wir in Verklärung „Indie“ nannten.

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Neal Morse: One

Seine Singer-/Songwriter-Ausflüge hat Neal Morse schon mit seinem vergangenen Album „Testimony“ abgestreift, mit „One“ kehrt er komplett zu seinen Prog-Wurzeln zurück. Aber war er gemeinsam mit seiner ehemaligen Band Spock’s Beard an der Speerspitze der Neo-Prog-Bewegung, klingt sein aktueller Soloausflug nach Entrümpelung der musikalischen Dachkammer. Einzig Freund und Drummer Mike Portnoy überzeugt wie immer, der Rest bleibt leider hinter den Erwartungen zurück.

(5 Fritten)

Neal Morse: One
InsideOut/SPV