Branded Women: Velvet Hours – Stolen Moments

Wow, starker Anfang. „Still In Me“ ist ein wunderbar morbider Opener zwischen Folk und Rock, präsentiert von einem Mädelsquartett mit einem Quotenmann an den Drums. Was danach kommt ist nicht wirklich schlechter, aber da die Songs nicht mehr so richtig zünden wollen, versandet die gute Grundausrichtung mit zunehmender Spielzeit. Interessant, aber noch nicht 100% alltagstauglich.

(5 Fritten)

Branded Women: Velvet Hours – Stolen Moments
Ranch/Spinefarm

Justin Sullivan And Friends: Tales Of The Road

Die Zeiten ändern sich. War New Model Army die Band, die mir vor rund 20 Jahren Pogo ins Bewusstsein und gegen meine Schienbeine trat, schätze ich heute in erster Linie an Justin Sullivan den introvertierten Geschichtenerzähler.Da schon vor Erscheinen seines phantastischen Soloalbums aufgenommen, ist „Tales Of The Road“ nur ein Song von „Navigating By The Stars“. Mir ist ein bisschen schleierhaft, warum das Album unter „Justin Sullivan And Friends“ erscheint, da die beiden mitgenommenen Freunde Dean White und Michael Dean fest zur aktuellen New Model Army Besetzung gehören und auch das Programm vornehmlich mit NMA-Songs bestritten wird.

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Blackfield: Blackfield

Dass Steven Wilsons zweiter Vorname „Atmosphäre“ ist, wissen all die, die Porcupine Tree schätzen und sich an seiner Produzententätigkeit bei z.B. Opeth’s „Damnation“ erfreuen. Blackfield ist ein neues Projekt gemeinsam mit dem israelischen Musiker Aviv Geffen, das weder vertrackt noch besonders rockig daherkommt, aber selbstverständlich auch atmosphärische Momente bereithält.

Die oft beschriebene Nähe zu Pink Floyd tritt aufgrund der ruhigen Stücke deutlich zu Tage, außer, dass sich die Songs in normalen Längen und Strukturen bewegen und auf den progressiven Ansatz von Porcupine Tree verzichten. Ein bisschen unklar bleibt, wie stark der kreative Input von Aviv Geffen ist. Auch ohne sein Werk zu kennen, entdeckt man auf „Blackfield“ nichts, was Steven Wilson von seiner Vision entfernt.

Blackfield
Blackfield
Snapper Music/SPV
VÖ: 23.8.2004

Motörhead – Inferno

Lemmy ist halt Lemmy. Spätestens nach der vierten CD in Folge weiß man nicht mehr so genau, was man schreiben soll, bietet doch auch „Inferno“ nicht wirklich irgend etwas Neues. Die Talsohle der kompletten Ideen- und Bedeutungslosigkeit haben Motörhead durchschritten und liefern seit einigen Jahren wieder ordentliche Alben ab. That’s it.

6 Fritten

Motörhead
Inferno
Steamhammer/SPV

Shutcombo/Verbrannte Erde

Beide Alben erscheinen ausschließlich auf Vinyl. Passt gut – Verbrannte Erde und Shutcombo wären auch vor 15 Jahren im deutschen Punk-Zirkus nicht als zukunftweisend aufgefallen. Während Shutcombo die Straßenköter geben, haben Verbrannte Erde einen philosophischen Anstrich und gehen etwas ruhiger zu Werke. Wer Independent-Punk-Bands mag, die mit Engagement im rappelvollen Jugendclub-Keller spielen, wird bestens bedient.

(6 Fritten)

Shutcombo: s/t
Verbrannte Erde: Fotoalbum
Matatu Records

Kristofer Åström: Loupita

Fireside sind grandios, Kristofer Åström & Hidden Truck sind grandios – was soll also an einem reinen Soloalbum des Schweden falsch sein? Trotzdem hat sich bei mir im ersten Moment Enttäuschung breit gemacht. „Loupita“ ist eigentlich schnell beschrieben – Kristofer Åström sitzt in der Ecke und klampft traurige Lieder auf der Gitarre. Man hört interessiert zu und vermisst an allen Ecken und Enden die präzisen Arrangements seiner Band Hidden Truck. Aber irgendwann kommt der Umbruch.

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