Kurzrezensionen -1-

Lange Zeit wusste ich nicht, was jener „SUB“ ist, von dem ForenbesucherInnen bisweilen lamentierend sprechen. Als ich zwischen den Jahren meinen Stapel ungelesener Bücher betrachtete, kam mir auf einmal die Erleuchtung. Und der Vorsatz: Der Stapel muss kleiner werden. Die Rezensionen der abgelesenen Werke kürzer. Voilà. Hier sind die ersten drei.

kurzrezis_1.jpg

Weiterlesen

Pioniere

jahrbuch_cover_werk.jpg

So ganz langsam füllt sich das Horn, das wir bald als „Krimijahrbuch 2006“ über die harrende Gemeinde ausschütten werden. Die italienischen Herren haben gute Arbeit geleistet: Überall sitzen fleißige Beiträger über ihren Arbeiten und legen letzte Hand an, trotz gebrochener Nasenbeine und bedenklicher blauer Flecken. Manchmal ist körperliche Gewalt nicht nur in Krimis spannungsfördernd.

Weiterlesen

KrimiWelt Bestenliste Januar 2006

Charles Willeford („Die Schwarze Messe“) an der Spitze, Reggie Nadelson („Russische Verwandte“) knapp dahinter: das neue Krimiweltjahr beginnt gut. Ebenfalls auf der Liste, die wie üblich →hier studiert werden kann: Anne Holt, Kathy Reichs, Manda Scott – „Mainstream“ also, wie der Abteilungsleiter unserer →Hamburger Niederlassung korrekt feststellt und die momentane Krimisauregurkenzeit dafür verantwortlich macht.

Weiterlesen

Das Krimijahr 2006 – Prognose -1-

Rückschau halten kann jeder. In die Zukunft blicken: nur dieser Blog hier. Was also bringt uns das Krimijahr 2006? Lassen wir das Übliche beiseite; all die tollen Regionalkrimis, die wunderbaren Themenkrimis, die phänomenalen Serienmörder- und Gerichtsmedizinerinnenkrimis, die unglaublichen… nein, nur die Highlights, bitte! Meister, schauen Sie in Ihren Kaffeesatz!

Weiterlesen

Wünsche für das neue Jahr -2-

jahrbuch_cover_werk.jpg

Was treibt ein Herausgeber so über Weihnachten und Neujahr? Verdirbt er sich den Magen an selbstgemachten Plätzchen aus dem Steinbruch seiner Backkünste? Lehrt er ein Fläschchen nach dem andern und studiert zum xten Male verliebt seinen Rentenbescheid? Lernt er wenigstens ein Topmodel kennen, das ihm sofort eine Villa in Florida überschreibt? Genau das, natürlich. Aber noch viel mehr.

Weiterlesen

Gern behilflich

„Todestag von Joe Strummer und Samuel Beckett. Lebt eigentlich Shane McGowan noch?“

konstatiert und stellt fest: →Jan Seghers. Schön, dass er, wie so viele andere, den →„Historischen Kalender“ von Hinternet entdeckt hat. Und Shane McGowan lebt noch. Man glaubt es nicht, aber es ist so. Was er gerade macht? Dafür bin ich nicht zuständig. Dafür haben wir hier andere Kapazitäten. Sonst aber: Immer zu Diensten.

Charles Willeford: Ketzerei in Orange

Pulp und die Moderne. Krimi und die Theorie vom Werden der Kunst im Auge des Betrachters. Das passt nicht? Passt! In Charles Willefords „Ketzerei in Orange“.

Ist der Kunstkritiker James Figueras ein Psychopath? Nun, er ist ehrgeizig und skrupellos, beides Eigenschaften, die er braucht, als ihm der reiche Sammler Cassidy ein unmoralisches Angebot macht: Ich vermittle dir ein Interview mit dem legendären Maler Jacques Debierue und du stiehlst ihm im Gegenzug ein Bild für mich. Debierue ist ein Nichtmaler. Einmal hat er einen leeren Bilderrahmen über einen Mauerriss gehängt, mehr war nie von ihm zu sehen. Jetzt sitzt der alte Franzose in der Wildnis Floridas, verzehrt Fertiggerichte, guckt sich drittklassige Komiker im Autokino an, während in der Welt draußen die Mythen gedeihen und der Ruf des Künstlers ins Maßlose wächst. Figueras braucht nicht lange zu überlegen. Ehrgeizig, skrupellos: Zusammen mit seiner Freundin fährt er zu Debierue, parliert ein wenig, will ein Bild stehlen, aber findet keines. Er steckt das Haus in Brand, vorher hat er genügend Malutensilien entwendet, um selbst ein Bild zu malen, das dann ein Bild Debierues werden soll. Ja, und dann auch noch ein Mord und ein überraschendes Ende.

Weiterlesen

Die Braut im Worthülsenbett

Die ersten Seiten eines Buches sind seine Visitenkarte. Kaum ein Autor, dem dies nicht bewusst wäre, der nicht daran feilte, bis er überzeugt ist, damit jeden Leser ohne Verzögerung in die Geschichte zu ziehen, ihn an sie zu fesseln, bis ihn die letzte Seite wieder ausspuckt. Man sieht den ersten Seiten eines Buches in der Regel nicht an, ob ihr Verfasser ein guter, gar ein großer Schriftsteller ist. Ist er aber ein schlechter oder allenfalls mittelmäßiger, verraten ihn die ersten Seiten seines Werkes unfehlbar.

Weiterlesen

Gestern abend

… den ersten „Noir“-Krimi der deutschen Krimigeschichte gelesen. Kurz. Prägnant. Gnadenlos. Hard boiled. Gigantisch. Titel, Autor? Verrate ich (noch) nicht. Denn merke: Der deutsche Kriminalroman hat keine Tradition. Also muss man auch nicht den ersten „Noir“-Krimi kennen. Oder?