Wenn ich hier schon die Irrungen und Wirrungen gewisser präpotenter, dauerverreister „Krimiblogger“ zur wunderbaren Anthologie „Hell’s Bells“ der engelsgleichen Christiane Geldmacher (Hg.) anzeige, dann aber auch diesbezügliche Reaktion der kompetenteren Art. Dietmar Jacobsen findet das Buch zwar auch durchwachsen, hält es aber alles in allem für lesenswert und lobt den Norbert, die Christiane und noch einen anderen. →Hier. Auch Kollege Bernd arbeitet sich sukzessive durch das voluminöse Bändchen, →hier nämlich. Und das alles via Alligatorpapiere zu eruieren, wo, aufgemerkt, Frau Krimi aus Österreich, der Schuh Franzl (auch Österreicher) einen Psychiaterkrimi bespricht. Nicht beim Alligator, sondern bei →„Literaturen“, um genau zu sein. Schaun’s halt mal rein, immer zu Diensten, Frau Oberkrimiblogbesitzerin, küß die Hand.
Autor: dpr
Die Unvollendeten
Manchmal passiert es halt doch. Obwohl ich von Natur aus ein geduldiger Mensch bin, einer, der allen Büchern gut Freund sein möchte, auch den spröden, die mir ihre Gegenliebe nicht schon auf den ersten Seiten kundtun. Ich gebe also jedem Buch eine faire Chance, selbst dann, wenn schon die Anfangsabsätze Formulierungen wie „das Blech wälzte sich wie zähe Lava durch die Straßen“ oder „zwängte den Skoda in eine Seitengasse“ enthalten (wie Andreas Grubers „Schwarze Dame“, ein sogenannter Thriller, über dessen erste Seite ich bis jetzt nicht hinausgekommen bin).
WeiterlesenWider die Logik. Notiz zu einer aktuellen Tendenz in der Kriminalliteratur
Kriminalromane sind Zeitreisen. Aus den Epochen der Finsternis, in denen allein die Fackel der Religion den rechten Weg durch den Dickicht des Unerklärbaren zu weisen pflegte, hinein in die Ära der vollständigen Erleuchtung, der rationalen Entlarvung jeglichen Phänomens. Die Menschheitsgeschichte ist ein Krimi. Ein guter Krimi? Dagegen regt sich Widerstand.
WeiterlesenMikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs
Die StammleserInnen wissen es inzwischen: Watching the detectives, der Krimiblog im Hinternet, hat beim Titel-Magazin eine kleine Übungsecke für den Krimirezensionsnachwuchs eröffnet. Hier tummeln sich jeden Samstag unsere talentierten Praktikanten und Umschüler, von Frank Rumpel bis Thomas Wörtche, lernbegierige junge Menschen, die nur ein Ziel vor Augen haben: Endlich auch einmal bei wtd rezensieren zu dürfen!
WeiterlesenKrimiwelt-Bestenliste April 2008
„Die zehn besten Krimis des Monats“ stehen fest. Viele Neueinsteiger (Peace, McGahan, Child, Block, Collins, Guthrie), ein einheimisches Produkt (Linus Reichlin) und auf Numero Uno: Robert Littells „Die Söhne Abrahams“. Schön. Zu diesem Werk wird es hier demnächst eine kontroverse Kritikerstammtischrunde geben (wunderbare Gelegenheit, die AutorInnen sachte dran zu erinnern, dass jetzt so ganz allmählich…). Ach so: Die Liste findet man →hier in allen Einzelheiten.
Das Geheimnis der malaiischen Nacktschnecke – Auflösung
ACHTUNG, SPOILER! Im Folgenden lösen wir Madeleine Lustigs ersten Fall auf. Dazu müssen wir leider sagen, wer’s warum war und wie ihm die Lustig draufgekommen ist. Lesen Sie diesen Beitrag also unbedingt erst NACH dem eigentlichen Kurz-Rate-Krimi!
WeiterlesenEine wahre Geschichte ohne Lösung…

haben wir heute in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ anzuzeigen. Karl Kühners Bericht von 1852 macht uns mit einem seltsamen Paar bekannt, das 1807 auf dem thüringischen Schloss Eisleben ein merkwürdiges Dasein fristete und bald nur noch „Dunkelgraf“ und „Dunkelgräfin“ hieß. Das ist kein alter Krimi – aber die Quelle für viele alte – und neue! – Krimis und noch mehr Theorien, die Identität der „Dunkelgräfin“ betreffend. War sie am Ende gar… Aber das lese man am besten selbst nach.
Das Geheimnis der malaiischen Nacktschnecke

Der Tote lag auf dem Wohnzimmerteppich. Er war handgeknüpft beziehungsweise mausetot, war am Vortag mit einer Schaumlösung gereinigt worden beziehungsweise hatte Schaum vor dem Mund. Der Tote – der Teppich, der Teppich – der Tote: Madeleine Lustig konnte sich nicht entscheiden, was sie im Moment mehr faszinierte.
WeiterlesenPieke wird verbeamtet

Nein, ist natürlich Quatsch, diese Überschrift. Eine wie Pieke wird nicht Beamtin, da könnte man ja gleich einen Palästinenser zum Leiter des Untersuchungshaftbereichs Kieferngrund der Jugendstrafanstalt Berlin machen. Genau. Um den geht es in Pieke Biermanns aktueller Folge der Reihe „Menschen – Orte – Kriminalität“, die im RBBinfoRADIO 93,1 am 28. März 2008 um 10:27 und 13:27 Uhr gesendet wird und am folgenden Sonntag mehrmals wiederholt. Und wenn Sie aufs Radio klicken, können Sie die Folge sogar so oft hören, wie Sie nur wollen.
WeiterlesenLawrence Block: Abzocker / Verluste

Endlich wieder Lawrence Block auf Deutsch – und das gleich doppelt. Ausreden werden ab sofort nicht mehr akzeptiert, ran an die Lesearbeit und die Früchte derselben geerntet.
WeiterlesenAuch Ludger mag es!
Das wunderbare „Hell’s Bells“-Bändchen, nämlich. Er kann es nur nicht so zeigen. Die von Christiane Geldmacher herausgegebene Anthologie ist aber genau der Sammelband, zu dem auch Ludger gerne einen ordentlichen Suspense beigesteuert hätte. Wenn er gefragt worden wäre. Wenn er denn schreiben könnte. Aber niemand hat ihn gefragt und schreiben kann er natürlich auch nicht, sonst wäre er ja kein Kritiker geworden. Lesen Sie die (leider etwas längliche und methodisch äußerst fragwürdige) Rezension →hier, aber bitte nicht mehr als zwei Besucher auf einmal. Daran ist Ludgers Blog nicht gewöhnt.
Volksbloggen -23-

Weil ja schon auf den Kurz-Rate-Krimi hingewiesen wird, gibt es heute kein Volksbloggen! Wer hier dennoch Kommentare, Eigenwerbung oder sonst was absondert, ignoriert den demokratischen Willen der wtd-Gemeinschaft und muss die Konsequenzen tragen. Mich interessiert auch ü-ber-haupt nicht, auf welchen Krimi der nächsten Monate ihr mit der allergrößten Spannung wartet!
Hinternet proudly presents: the Kurz-Rate-Krimi!

Man findet sie in der „Bäckerblume“ ebenso wie in „Oing!“, der Publikumszeitschrift des Deutschen Philologenverbandes: die Kurz-Rate-Krimis. Selten mehr als eine Druckseite, bieten sie in komprimierter Form alles, was das KrimileserInnenherz begehrt: einen Mord, einen feschen Kommissar, drei Verdächtige und die spannende Schlussfrage: Wer war’s?
WeiterlesenSo siehts wohl aus
– das Cover von „Menschenfreunde“, dem ROMAN-Erstling. Mir gefällts. Ist alles drin, was drin ist. Vielleicht noch ein bisschen an der Schriftgröße feilen, aber sonst… Im Juni wirds erscheinen, natürlich in der klein=feinen funny crimes Edition beim klein=feinen Shayol Verlag.

Michael Chabon: The Yiddish Policemen’s Union
Was wäre passiert, wenn die Juden nach dem Holocaust nicht nach Israel ausgewandert wären, wenn sie den Palästinakrieg 1948/9 nicht gewonnen hätten, sondern wenn die Überlebenden in, nu, Alaska gelandet wären? Für eine kurze Zeit hatte man wohl in Washington über so eine Option nachgedacht.
Michael Chabons Buch greift diese Idee auf und spinnt sie fort. Sitka ist eine blühende Stadt, über 2 Millionen Einwohner, freies jüdisches Gebiet, nördlich von Alaska, nicht zu Alaska gehörend, nicht 51. Staat, irgendwie mit den stolzen Tlingit-Indianern im ewigen Dauerstreit und nun vor der finalen Abwicklung stehend, denn in Washington hat man beschlossen, die Stadt Alaska zuzuschlagen. In so einem Gebiet spricht man natürlich Yiddisch, nicht Hebräisch, die Sprache des sonnenflirrenden Mittelmeers.
Ostergruß
Als Kind habe ich mich gewundert, warum der mysteriöse Herr Karl Freitag justament und pünktlich vor Ostern auftauchte und mich zum Beten in die Kirche prügelte. Ostern war dann aber immer sehr schön, da gab es bunte Eier und süße Schokolade. Das ist bis heute so geblieben. Kein Mensch wirft zu Ostern das Internet an, ich mal ausgenommen. Ergo liest kein Mensch Blogs und noch mal ergo gibt es deshalb erst am schnöden Dienstag der nächsten Woche hier auf diesem Blog wieder Neues aus Kriminalien. Gute Blogerholung wünsch ich – und wenn ihr den Karl Freitag trefft, sagt ihm einen schönen Gruß von mir. Und lasst mir ein paar Eier übrig.
Renate Kampmann: Fremder Schmerz
Nein, der erste Eindruck täuscht. Zwar liegt es nahe, Renate Kampmanns Romane um die Rechtsmedizinerin Leonie Simon ins Segment der Pathologenkrimis abzuschieben, dort aber fänden sie nur bedingt ihren angemessenen Platz. Wohl wird auch bei Kampmann unermüdlich seziert und mit dem entsprechenden Fachchinesisch wahlweise LeserInnen-Bildung respektive –Ermüdung betrieben, doch die Absichten der Autorin sind profan. Ein Bild der deutschen Gegenwart will sie uns vermitteln. Was, wenigstens zum Teil, sogar gelingt.
WeiterlesenVolksbloggen -22-

Wer nicht weiß, welchen Wochentag wir heute haben, der weiß es jetzt:. Mittwoch. Die werte Leserschaft ist wieder aufgefordert, hier kommentarmäßig ihren Senf zu hinterlassen. Tut euch bitte keinen Zwang an! Hier dürfen auch KrimiautorInnen für Ihre Werke hemmungslos Reklame machen – aber auch nur hier! Apropos: Wie findet ihr eigentlich die Internetauftritte unserer werten Krimischaffenden? Die Sites, die Blogs? Informativ, spannend – oder egozentriert (ganz wertfrei jetzt), langweilig? Würde mich mal interessieren. Und die Damen und Herren von der krimischreibenden Zunft vielleicht auch.
Frank Göhre: Mo – Der Lebensroman des Friedrich Glauser
Wer schreibt, hat zwei Leben. Das eine besteht aus Daten & Fakten, das andere extrahiert sich im Werk und aus diesem heraus. Zwischen den beiden gibt es Verbindungen, doch ist diese Form kommuzierender Röhren weitaus diffiziler als in der Physik. Manchmal existiert ein drittes Leben, eine Brücke zwischen der Nüchternheit biografischer Tatsachen und dem poetisch Chiffrierten. Einen solchen Glücksfall hat Frank Göhre für Friedrich Glauser erschrieben.
WeiterlesenNeues aus der Titelei
„Schreib mir ein paar hammergeile Rezen – und ich schließe dich in mein Abendgebet ein!“ Mit diesem Versprechen lockt seit Neuestem das geistige Oberhaupt der katholischen Krimikritik um ihr Seelenheil besorgte Schreiber zum Titel-Magazin, wo jetzt Samstags immer Krimitag ist.
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