Seine eigenen Ergüsse wieder und wieder lesen zu müssen, schlimmer noch: aufmerksam lesen zu müssen, Wort für Wort, das ist das Schlimmste, was man einem Autor antun kann. Aber es muss sein. Du kannst das Zeug 10x lesen, einen Fehler findest du immer noch, wahrscheinlich sogar zwei oder drei oder fünfundachtzig. Na, ganz so schlimm ist der letzte Durchgang der „Menschenfreunde“-Korrektur denn doch nicht geraten.
WeiterlesenAutor: dpr
Glauser 2008
Herzlichen Glückwunsch an Lilian Faschinger (Roman), Bernhard Jaumann (Kurzgeschichte), Boris Koch (Jugendroman) und Sabine Deitmer (Ehrenglauser): Sie alle haben einen Glauser gewonnen und werden es verschmerzen können, dass ich die damit ausgezeichneten Texte nicht gelesen habe. →Gelesen habe ich aber Rainer Gross‘ „Grafeneck“, als bester Debütroman ebenfalls mit einem Preis bedacht. Und das freut mich wirklich. Für den Autor ebenso wie für den Verleger Günther Butkus und seinen wackeren Pendragon Verlag. Die Begründungen der Jury kann man →hier einsehen.
Schlechte Affen
Über Matt Ruffs „Bad Monkeys“ ist hier ja schon das eine und andere gesagt worden. Jetzt findet man beim →Titel-Magazin die Vollkritik. Denkwürdiges Buch. Und meine vierte von insgesamt 99 Rezensionen, die ich einem der geschätzt 197 Krimipäpste hierzulande als Fronarbeit liefern muss. Immer Samstags, wenn bei Titels drüben Krimitag ist.
Skandal!

No fear – wir berichten hier nicht exklusiv von der aktuell stattfindenden Criminale des Syndikats. Sondern beehren uns einen Neuzugang in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ anzuzeigen, Edmunds Edels „Der Skandal im Viktoria-Klub“ von 1919. Hübsch. Auch das Cover:

Lee Child: Sniper
Wer sich mit einem Jack-Reacher-Roman auf die Couch fläzt, tut gut daran, alles zu vergessen, was man ihm / ihr bisher über die Qualitätsstandards von Kriminalliteratur der gehobenen Preisklasse erzählt hat. Psychologische Tiefe bei Handlungsführung und Figurenzeichnung etwa, das Ganze schön nah an der Realität, diese mit feinen literarischen Gerätschaften sezierend – all das findet man in den Romanen Lee Childs offenkundig nicht.
WeiterlesenWeltpremiere: Cover total
Exklusiv für wtd-LeserInnen, das Cover von „Menschenfreunde“ komplett von hinten nach vorne:

Wie unschwer zu erkennen, prangt links oben das Porträt des Autors, darunter die wichtigsten Stationen seines an Abenteuern reichen Lebens (Klappe hinten). Auf der Rückseite lesen wir einen kernigen Ausschnitt aus dem Roman: Eine Frau wird beleidigt und rächt sich, indem sie einen Mann aufs Bett stößt.
WeiterlesenVolksbloggen -25-

Heute ist wieder großer LeserInnentag. Ihr dürft hier nach Herzenslust kommentieren. Z.B., was Ihr von unserem ersten Kritikerstammtisch gehalten habt. Wiederholen?
WeiterlesenKleiner Exkurs über Musik
Vor vielen Jahren quälte uns ein Opernsänger namens Hoffmann mit seinen Versionen bekannter Klassiker der Rockmusik. Es war so fürchterlich wie erfolgreich, eine Nobilitierung des „U-Genres“, Balsam für die Seelen der Freunde harmloser Tonfolgen, die endlich, endlich der Kunst teilhaftig wurden.
WeiterlesenLittell-Stammtisch, kurzer Nachklapp
Der Fall Littell ist gelöst. Bis auf eine Kleinigkeit, ein Rätsel, das sich der Rezensent selbst gestellt hat, weil er eine Frage nicht beantworten kann. Diese Frage: Warum habe ich „Die Söhne Abrahams“ nicht verrissen?
WeiterlesenPieke ist angesagt

Eben noch in einer Rezi auf diesem Blog lobend erwähnt – und schon schiebt Pieke Biermann eine Kriminalreportage hinterher. In der Jugend-U-Haftanstalt Kieferngrund wird nämlich nicht nur weggesperrt, es wird auch ausgebildet. Wie? Das berichtet Pieke am Freitag,11. April 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr (Wiederholungen: 13:45 und 18:45 und Montagnacht 04:45 Uhr) und am Sonnabend, 12. April 2008 in DER TAGESSPIEGEL, für alle, die noch etwas mit schwarzweiß Papier anfangen können. „Zwischen Hiphop und Hartz IV“ heißt der Beitrag (im TAGESSPIEGEL vielleicht ganz anders), aber wer das Radio anklickt, hört keinen Hiphop, damit das klar ist.
WeiterlesenRoger Graf: Die Frau am Fenster
Krimileser sind faule Gesellen; so wie alle Menschen, die anderen gerne bei der Arbeit zusehen. Wie sich ein wackerer lonely wolf durch den Großstadtdschungel schlägt und dabei selbst geschlagen wird, physisch und psychisch, aber das ist last year’s model, gewissermaßen, aktuell – seit mehreren Jahren, seien wir genau – schaut man lieber gleich ganzen Abteilungen von Kriminalpolizei beim Arbeiten zu. Und weil es so bequem ist, schauen wir dabei auch den Menschen bei ihrer Geistes- und Seelenarbeit zu; und weil es am allerbequemsten ist, werfen wir auch noch einen Blick auf die uns mundgerecht zugeschnittene Gesellschaft. Voila, das nennt man Police Procedural nach Mankell.
WeiterlesenLa belle de la helle
Wo Thomas Wörtche, der Jack Reacher der Krimikritik, →hinhaut, da wächst keine Spannungsliteratur mehr. Wehren ist zwecklos, denn der Bursche beherrscht auch den intellektuellen Nahkampf. Nur die Waffen einer schönen Frau vermögen ihn zu verwunden. Ob Christiane Geldmacher, betörende Herausgeberin der wunderbaren Anthologie „Hell’s Bells“, die Pfeile aus dem Köcher ziehen wird? Wir sind gespannt.
Kritikerstammtisch: Metakritik
Und was lernen wir jetzt daraus? Sechs Menschen schreiben über ein Buch und generieren sechs verschiedene Meinungen. Ist das Kritisieren von Büchern also wirklich jene Geschmackssache, die im Grunde jede Kritik obsolet macht? Keine Objektivität nirgends?
WeiterlesenRobert Littell: Die Söhne Abrahams [Kritikerstammtisch, Teil 2]
…und hier der zweite Teil des Kritikerstammtisches mit weiteren drei Rezensionen.
Die Region, in der „Vicious Circle“ spielt, ist eines der heißesten Pflaster, das die Realität zur Zeit zu bieten hat. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist sein Thema und wird von verschiedenen Gesichtspunkten „bearbeitet“. Das Buch und das Handeln darin wird von den Radikalen beider Seiten bestimmt, entweder weil sie selber handeln oder aber andere zum Handeln zwingen.
WeiterlesenRobert Littell: Die Söhne Abrahams [Kritikerstammtisch, Teil 1]
Hier sind sie: die Rezensionen des Kritikerstammtischs zu Robert Littells „Die Söhne Abrahams“, erster Teil. Wiedergegeben in der alphabetischen Reihenfolge der Nachnamen der KritikerInnen.
Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben müssen, so wäre „plakativ“ meine Wahl.
WeiterlesenMorgen tagt der Kritikerstammtisch

Morgen werden hier sechs RezensentInnen Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ besprechen. Für den Organisator des Ganzen, moi, keine leichte Aufgabe, die mit dem Hineinkopieren der fertigen Texte abgetan wäre. Die Idee etwa, alles in einem Blogeintrag zur Verfügung zu stellen, wurde wegen der zu erwartenden längeren Ladezeiten verworfen. Es gibt zwei Einträge mit jeweils drei Rezensionen. Aber ein anderer Punkt ist problematischer.
WeiterlesenApril, April!
„Meine Dame – meine Herren!“
Wie üblich kleben die Augen der Redaktionsmitgliederinnen an des Chefredakteurs Lippen, an denen wiederum die Reste eines opulenten Frühstücks aus Vollkorn-Croissants und Kraftmüsli kleben.
„Es ist April!“ verkündet der Chef, „Und das heißt: Zeit für einen Aprilscherz! Irgendwelche Vorschläge?“
WeiterlesenLe Krimijahrbuch 2008 est arrivé!

Endlich haben die beiden Vorgängerwerke Zuwachs bekommen! Soeben bringt mir der Postbote (obwohl er doch eigentlich streiken müsste!) eine große Kiste mit druckfrischen Krimijahrbüchern 2008 aus dem NordPark Verlag. Seinen lächerlichen Preis von gerade einmal 12 Euro sieht man dem stattlichen Werk wahrlich nicht an, massiv und vertrauenerweckend liegt es in der Hand, hübsche Schrift auf gutem Papier schmeichelt dem Auge, 25 kluge Köpfe füllen fast 300 Seiten. Man renne also schleunigst in die nächste Buchhandlung oder schicke dem Herrn Verleger eine lapidare Bestellmaill.
WeiterlesenErnst Solèr: Staub im Schnee
Jetzt sitz ich in der Patsche. Eigentlich sollen Rezensionen ja keine verkappten Nacherzählungen des Inhalts eines Buches sein; Leser und Leserin erwarten Analyse, Einordnung, Wertung, bei möglichst knapper Wiedergabe wichtiger Handlungsfundamente. So soll das sein. Bei Ernst Solèrs „Staub im Schnee“ geht das aber nicht. Sprich: Es gibt wenig zu analysieren, wenig einzuordnen, wenig zu bewerten. Das ist einfach nur ein netter Krimi, der sich gut liest, einem weder die Welt erklären noch von einer bis dato unbekannten Seite zeigen möchte.
WeiterlesenVolksbloggen -24-

Nächste Woche tagt der erste Hinternet-Rezensionsstammtisch. Sechs KritikerInnen stellen Ihre Meinungen zu Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ vor, und das verspricht spannend zu werden. So spannend, dass man es glatt wiederholen könnte… Hat jemand Lust? Schon einen Vorschlag? Und überhaupt: Die Spur einer Idee, was bei wtd noch fehlt, vernachlässigt wird? Sonst etwas? Huhu! – Es ist Volks-blog-gen! Ziert euch nicht!