Der Jäger

Jäger und Sammler sind wir, die wir hinter den alten Krimis her sind. Dabei geht uns manchmal ein leibhaftiger Waidmann ins Netz, so wie Anton von Perfall, Freiherr und Freund der Jagd, eine Legende beinahe. Über das Lieblingssujet dieses urbayrischen Schriftstellers brauchen wir kein weiteres Wort zu verlieren. Aber manchmal wurde es halt ein Krimi, so wie 1892 mit den „Truggeistern“. Ab sofort in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ handlich portioniert zu genießen. Ohne Jagdfieber.

Aus dem Tagebuch einer Krimiautorin

Schon hatten wir uns damit abgefunden, dass unser freundliches →Blogangebot für AutorInnen ohne Resonanz verhallen würde – da erreichte uns die Mail einer nicht ganz unbekannten (aber auch nicht sonderlich bekannten) Krimischreiberin. Ja, sie sei dabei! Allerdings nur anonym, denn schließlich wolle sie hier nicht plump Werbung in eigener Sache betreiben. Außerdem tangiere das von ihr geführte Tagebuch nicht selten „den Intimbereich“. Natürlich haben wir freudig zugesagt und veröffentlichen nun folgend die ersten, sehr aufschlussreichen Notizen aus dem Alltag der Kollegin. Zur Nachahmung empfohlen!

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Print vs. Blog?

Vieles von dem, was jüngst in der →New York Times diskutiert wurde, kommt einem auch hierzulande bekannt vor: Der allmähliche Rückzug der Literaturkritik aus den Feuilletons, die von den „Gedruckten“ misstrauisch beäugte Konkurrenz aus dem Digitalen, die Irritationen ob dieser Entwicklung auf Seiten der Verlage und Autoren. Print versus Blog? Zwei Argumente aus dieser Diskussion wollen wir etwas genauer betrachten.

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Pieke stellt klar

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Die Wirklichkeit ist manchmal doch kein schlechter Kriminalroman, in dem das Weiße weiß und das Schwarze schwarz ist. Manchmal ist sie richtig wirklich, sprich: verwirrend. So wie in der neuen Kriminalreportage von Pieke Biermann aus der Reihe „Menschen – Orte – Kriminalität“: „Serén, Ann-Charlott und der alltägliche Judenhass“. Sollte man reinhören. Im RBBinfoRADIO 93,1 5. Mai 2007 um 11:45 Uhr, Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 Uhr.

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Thomas Raab: Der Metzger muss nachsitzen

Jetzt hat es schon wieder einer gemacht. Ein Österreicher natürlich. Lustigen Krimi geschrieben, wundert uns nicht. Was erwartet man anderes von einem Volksstamm, der mit dem Hang zum Morbiden geboren wird und als seinen Lieblingsplatz nicht wie unsereiner „die Natur“ oder „den Hörsaal“ angibt, sondern ganz spontan lächelnd „den Zentralfriedhof“. Der Tod schreckt sie also nicht, das Schreiben schon gar nicht. Ergebnis, siehe oben: lustige Krimis. Nach Haas, Steinfest, Slupetzy – vom göttlichen „Kottan“ nicht zu reden – nun der Raab. Österreicher. Musiker eigentlich. Jetzt auch Krimiautor. Und, sieh mal an: ein guter.

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So nicht, bitte

Dass Frau P. aus F. uns wieder an ihrem aufregenden Autorinnen-Alltag teilnehmen lässt, gehörte zu den guten Nachrichten des Wochenendes. Dass sie uns gar →ihren Arbeitsplatz (sehr ordentlich) zeigt, wird hier stürmisch begrüßt. Dass sie aber beiläufig schreibt: „…Im Bild oben stehen ein paar Bücher auf der anderen Seite, da sitzt ein Stoffhase drauf (Rudi)…“, kann so nicht hingenommen werden. Nenn mich Didi, nenn mich Paulchen, aber nenn mich bitte nicht Rudi! Und Stoffhase…tz.

Zugespitzt und abgestumpft

Den Einbruch der Wirklichkeit in den Kriminalroman nahmen wir wohlwollend und erleichtert zur Kenntnis. Allwissende Ermittler in einem gesellschaftlich aseptischen Umfeld, die Polizei mal unfähig mal treudoof, meistens beides, die Welt ein leicht oder schwer in Unordnung geratenes Rätselpflaster, das man mit dem Besen des Rechts sauberfegte Der Realiendreck untern Krimiteppich gekehrt. So ist’s halt nicht; und selbst die überzeugtesten Eskapisten hatten es irgendwann einmal satt, angenehm durchs abgebrannte Maikäferland kutschiert zu werden. Aber: Inzwischen nervt sie nur noch, die angebliche Wirklichkeit.

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Nur Spaß, gelt?

Gerade habe ich den Eintrag für morgen geschrieben, u.a. über „…ein Armutszeugnis, das vor allem diejenigen sich selber ausstellen sollten, die schon in der Vergangenheit eine Menge dummes Zeug zu alten Krimis herausschwafelten und es wohl auch in Zukunft tun werden“, da les ich (welcher Teufel ritt mich nur) →das da und glaub es nicht:

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Glauser 2007

Wie ich soeben dem „Liechtensteiner Vaterland – meistgelesene Tageszeitung in Liechtenstein“ entnehme, ist der Schweizer Autor Martin Suter für seinen Roman „Der Teufel von Mailand“ mit dem Friedrich Glauser – Preis 2007 ausgezeichnet worden. Den Debütpreis gewann Andrea Maria Schenkel, den Kurzgeschichtenglauser Sabina Naber, der Hansjörg-Martin-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ging an Christoph Wortberg. Die Abteilung „Preise im Krimisegment“ der Hinternet-Redaktion gratuliert recht herzlich!

Schleimiges Grinsen

Nein, da muss er schon selber durch, der liebe Ludger. Nur ganz kurz: In einem inzwischen wegen der Androhung rechtlicher Schritte →entbloggten Beitrag hatte Kollege Menke aus einer Rundmail der Autorenvereinigung Syndikat zitiert, die nicht gerade schmeichelhaften Äußerungen Anne Chaplets zu seiner, Ludgers Person betreffend. Ob es sich hierbei um eine „öffentliche Aussage“ Frau Chaplets handelte oder nicht – das mag ich nicht entscheiden, darum soll es nicht gehen. Dass ich persönlich die Mail nicht veröffentlicht hätte, sei hier nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Dass sich einige AutorInnen flugs zu Menkes Verhalten äußerten, wäre auch nicht weiter bemerkenswert, ist ihr gutes Recht. Aber dann ist mir was eingefallen…

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Stieg Larsson: Verdammnis

Willkommen im Zoo der nicht artgerecht gehaltenen Krimikonsumenten. Enge Käfige mit rostigen Gitterstäben, ein Schild „Vorsicht Hochspannung!“ drangeschraubt. Fütterung. Uniform gekleidete KrimiAutorinnen zwängen die Brocken durch die Gitterengen. Portionsgerecht zerteilt, vorgekaut, ja, sogar vorverdaut. Gammelkrimis, zur Düpierung der Geschmacksnerven in einer Tunke aus „Gesellschaftskritik“ mariniert. Nein, nicht artgerecht: keine freie Wildbahn, kein Belauern der Beute, kein Triumph bei Jagderfolg. Nichts als fressen, nichts als rumtigern, kuschelige Objekte mit verfilztem Fell.

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