„Du sollst nicht lügen, ich bin bei dir“, schreit Peter Bolmer einem in den ersten Takten von „Wilder Westen“ entgegen. Der Song eröffnet das gleichnamige Album dieser jungen deutschen Band. Natürlich singen auch El*ke deutsch. Schließlich ist die einheimische Sprache endlich wieder salonfähig. Stilistisch gehen sie andere Wege als bis dato Sportfreunde Stiller, Dorfdisko oder Kettcar.
WeiterlesenAutor: Kai Florian Becker
World Leader Pretend: Punches
Seit längerem ist ein sehr interessantes Phänomen zu beobachten: Bands beziehungsweise Künstler können aufgrund ihres Musikstils nicht mehr geografisch eingeordnet werden. Britisch eingefärbter Indierock kann heutzutage auch in den USA fabriziert werden. Etwa in New Orleans, wo World Leader Pretend herkommen.
WeiterlesenBelle & Sebastian – Push Barman To Open Old Wounds
Eigentlich hätten uns Belle Sebastian nicht beweisen müssen, wie gut und vor allen Dingen beständig gut sie sind. Doch Glasgows Pop-Experten Nummer eins konnten nicht anders. Ihr ehemaliges Label Jeepster hatte sich nämlich die Freiheit gegönnt, all ihre Singles und EPs der Jahre 1997 bis 2001 auf eine Doppel-CD zu packen, um das umfangreiche Schaffen des schottischen Konglomerats zu dokumentieren. Und das waren einige Singles und EPs.
Denn mit den A- und B-Seiten kam Jeppster auf stattliche 25 Songs. Insofern dürften sich nun all diejenigen freuen, die nicht so bekloppt sind wie einige Belle & Sebastian-Fanatiker, die im Internet horrende Preise für das rare Vinyl bezahlen. Von nun kann man die Komplettierungssucht auch mit geringerem finanziellen Aufwand stillen.
Dass sich die Anschaffung von „Push Barman To Open Old Wounds“ lohnt, das muss wohl nicht noch einmal betont werden. Nur so viel noch: Keiner ihrer Songs hatte es bis dato verdient, auf eine B-Seite verdammt zu werden. Man höre sich nur das hypnotische „You Made Me Forget My Dreams“ von der „Lazy Line Painter Jane“-EP an.
Belle & Sebastian
Push Barman To Open Old Wounds
Jeepster/Soulfood
VÖ: 27.5.2005
Nile: Annihilation Of The Wicked
Derzeit befinden sich Nile auf ausgedehnter US-Tournee – zusammen mit Behemoth, The Black Dahlia Murder und Kind Diamond. Ein wirklich nettes Package, das da geschnürt wurde. Nile dürften die restlichen Bands mit ihrer Urgewalt sicherlich an die Wand spielen.
WeiterlesenSioen: Ease Your Mind
Dass Belgiens Musikszene nicht erst seit dEUS und deren vielen Splitter-Projekten (Zita Swoon etwa) kein Pop-Interessierter aus dem Auge verlieren sollte, das dürfte sich rumgesprochen haben. Auch Frederik Sioen ist kein Unbekannter mehr. Verzückte er uns doch bereits mit seinem Album ‚See You Naked‘, das im letzten Jahr auf den Markt kam.
WeiterlesenM83: Before The Dawn Heals Us
Um den Sound von M83 zu beschreiben, wurden schon große Namen der Popgeschichte ausgekramt: Es war in der Vergangenheit von My Bloody Valentine, Can und Tangerine Dream die Rede. Beachtlich!
WeiterlesenThe Coral: The Invisible Invasion

Liverpools Musikszene hat derzeit einige hochkarätige Newcomer-Bands im Angebot. Ich sage nur The Zutons und natürlich The Coral. Letztgenannte scheinen unter einer großen Arbeitswut zu leiden. Regelmäßig veröffentlichen sie ein Album – im Schnitt ist das ein Mal pro Jahr der Fall.
WeiterlesenTeenage Fanclub: Man-Made
Glasgow ist seit einigen Jahren Quell diverser großartiger und nicht nur für Hobby-Glaswegians nicht mehr wegzudenkender Indie-Bands. Eine der ältesten noch aktiven Formationen ist Teenage Fanclub. „Man-Made“ heißt deren neues Album und ist der indirekte Nachfolger auf ihr letztes reguläres Studioalbum aus dem Jahre 2000 („Howdy!“).
WeiterlesenThe Robocop Kraus: They Think They Are The Robocop Kraus
Oh je, jetzt haben die sympathischen Robocop Kraus all ihre Eigenständigkeit über Bord geworfen und sind ins kalte Wasser gesprungen. Das eiskalte Fahrwasser nämlich. Vor ihnen schwimmen Bloc Party, Franz Ferdinand, die Killers, Hot Hot Heat und der Rest der Dancepunk-Truppe. Allerdings mit gutem Vorsprung.
WeiterlesenTeam Sleep: Team Sleep
Fans der Deftones – und das sind ja nicht unbedingt wenige – warten schon seit unzähligen Monaten auf ein Lebenszeichen von Team Sleep. Das Projekt, das Deftones-Shouter Chino Moreno schon vor Jahren aus der Taufe gehoben hatte, wurde bereits als Hirngespinst abgetan. So richtig glaubte wohl niemand mehr an ein Debütalbum. Doch siehe da, jetzt ist es erschienen.
WeiterlesenFuneral For A Friend: Hours
Ein Album und schon ganz oben dabei. Davon können Funeral For A Friend ein Lied singen. Ihr Debüt ‚Casually Dressed & Deep In Conversation‘ übertraf die kühnsten Erwartungen: Gold in Großbritannien, Supporttouren für Iron Maiden und Linkin Park, „Best Newcomer“ bei den 2004er „Kerrang Awards“ und zuhauf Titelgeschichten.
WeiterlesenStatic-X: Start A War
Viele Neuigkeiten gibt es aus dem Hause Static-X zu berichten. Zum einen ist Gründungsmitglied Koichi Fukudain in die Band zurückgekehrt. Nick Oshiro ersetzt derweil Schlagzeuger Ken Jay, der vor einiger Zeit das Handtuch warf. Zum anderen haben die Mannen um Wayne Static ein neues Studioalbum eingespielt.
WeiterlesenTimo Maas: Pictures
Timo Maas hatte sich für sein neues Album sehr viel vorgenommen. „Wir haben die nötigen Konsequenzen gezogen, um unseren Sound den Gegebenheiten im Jahr 2005 anzupassen. Es gibt jetzt viel mehr Einflüsse durch Rock, HipHop und Alternative, und es ist wichtig zu zeigen, dass die Dance Music in ganz neue Richtungen gehen kann“, sagt Maas.
WeiterlesenRoisin Murphy: Ruby Blue
Diese Stimme kennt man natürlich. Roisin Murphy war bis vor kurzem noch Sängerin von Moloko, deren „Sing It Back“ in unserer aller Ohren war/ist/für immer sein wird.
WeiterlesenUnion Youth: The Boring Years
Union Youth – wer es nicht wusste: das sind vier deutsche Jungs namens Maze, Orion, Bowy und Nosse – befinden sich mit ihrem neuen Album „The Boring Days“ mehr denn je auf den Pfaden des Post-Grunge und damit des Alternative Rock. Zwei in diesem bestimmten Genre nicht ganz unwichtige Namen springen einem da in den Sinn: Nirvana und Foo Fighters. Das sind Referenzen der obersten Kategorie. Union Youth haben deren Schaffen gut studiert, nicht jedoch kopiert. Ihre Songs haben Schmackes (gleich: Druck) und strotzen nur so vor Energie. Bestes Beispiel dafür ist die Singleauskopplung „Sweet Song“. Ein Kracher.
Aber keine Sorge: Union Youth haben nicht nur diesen in petto. An der Albumproduktion beteiligt war übrigens ein gewisser Pelle Gunnerfeldt, bekannt von Fireside. Jetzt ist aber Schluss mit Querverweisen. Rock on!
Union Youth
The Boring Years
Eat The Beat/Roadrunner/Universal
VÖ: 6.6.2005
Tiefschwarz – Eat Books
Eigentlich sollte es „Read books“ heißen – zumindest nach kulturellem Allgemeinverständnis. Aber Tiefschwarz haben sich für das Aufessen der Bücher, nicht das Lesen und Studieren der dieser entschieden. So ganz unbedarft, wie das aufgrund des angeblichen Verschreibers erscheinen mag, ist das Duo natürlich nicht.
WeiterlesenBloodsimple: A Cruel World
Hoppla, da kehren zwei Musiker zurück, mit denen wir gar nicht mehr gerechnet hatten. Sänger Tim Williams und Gitarrist Mike Kennedy hatten vor Jahren mit einer begnadeten Band namens Vision Of Disorder die Hardcore-Szene New Yorks mit progressiven, teils verkopften Tönen aufgemischt.Seit dem jähen Ende von VOD fragte man sich, was aus Williams & Co. wohl geworden ist. Nun wissen wir eine Antwort: Bloodsimple – zwei Mal Ex-VOD, ein Mal Ex-Downset, ein Mal unbekannte Herkunft plus ein Mal Ex-Skrew. Aus Hardcore – wie sollte es anders sein – wurde zwischenzeitlich Metalcore, respektive Metaledge. Insofern darf Kennedy mehr Mosh-Parts denn je einstreuen, während Williams wie gewohnt seine Stimmbänder aufs Extremste strapaziert und alles aus ihnen herausholt. Im Gegensatz zu früher geizt er mit melodiösen Passagen und konzentriert sich aufs Schreien. Gerade das kann er ja perfekt. Große Platte! Insbesondere der Song „What If I Lost It“.
Bloodsimple
A Cruel World
Warner
VÖ: 23.5.2005
Röyksopp: The Understanding
Es ist schon etwas länger her, da durfte Hellmut Zerlett, der einstige Bandleader der „Harald Schmidt Show“-Combo, im Unterschichten-Fernsehen eine seiner Lieblingsplatten vorstellen. Und zu welchem Schmuckstück griff er? Zu Röyksopps „Melody A.M.“.
WeiterlesenThirteen Senses: The Invitation
„Stadionpop im Widescreen-Format à la Radiohead gepaart mit Coldplay-Melodien“. Ergo: „Brillant-schönen Melodien“. Das sind „vom Piano geführte Chartstürmer“. Was hat die britische Presse nicht schon alles an Lob über Thirteen Senses ausgeschüttet.
Die Band um den gerade mal 21-jährigen Songschreiber Will South ist dabei, sich für längere Zeit im Pop-Gedächtnis einzunisten. Ihre Melodien gehören fürwahr in die Stadien. Sie sind auch wunderschön und erinnern tatsächlich an Coldplay & Co. Die vier jungen Burschen aus der Gegend von Cornwall zelebrieren melancholischen Edel-Britpop, wie ihn Coldplay und auch Keane bekannt gemacht haben. Piano, Akustikgitarre und die Kopfstimme von South – das sind die Markenzeichen dieser vielversprechenden Band, die wahrscheinlich bald aus dem Schatten ihrer Vorgänger treten wird. Zu schön, um wahr zu sein.
Thirteen Senses: The Invitation
Mercury/Universal
VÖ: 15.3.2005
Motion Pictures: Motion Pictures
Ein ungewöhnlicher Sound für den Kölner Electro-, HipHop- und Reggae/Dancehall-Vertrieb Groove Attack. Obwohl sich in den letzten Monaten schon die ein oder andere Indie-Platte in ihren Backkatalog gewagt hat.
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