Patrice: Nile

Der Mann mit der nasalen Reggae-Stimme ist zurück: Patrice, 25 Jahre jung und auf dem aufsteigenden Ast. Nach zwei Soloalben (‚Ancient Spirit‘, ‚How Do You Call It?‘) und einer EP mit dem Silly Walks Movement (‚Silly Walks Meets Patrice‘) hat er mit seiner Begleitband Shashamani ein reifes und formvollendetes Album eingespielt, in dem viel seines Herzbluts drinsteckt. Und Arbeit.

Weiterlesen

Will Smith: Lost And Found

Ständig vor der Kamera und dann noch Zeit, hinter dem Mikrofon sein Unwesen zu treiben… Will Smith scheint unersättlich. Er schauspielert und rappt im Akkord. Wobei er für Letzteres in der jüngeren Vergangenheit nicht allzu viel Zeit hatte. Aber eines der beiden Betätigungsfelder aufgeben, das will er auf gar keinen Fall. Warum auch? Solange er in beiden Metiers dermaßen erfolgreich ist, läuft es doch.

Weiterlesen

Lyrics Born: Same !@#$ Different Day

Dem drögen Alltag begegnet Lyrics Born, bekannt aus dem Umfeld des kalifornischen Underground-HipHop-Kollektivs Quannum Project, mit gut gelauntem und in dieser Art in letzter Zeit viel zu selten gehörtem HipHop.Die gute Laune springt einem schon in „Hello (Remix)“ ins Gesicht, saugt sich am Backen fest und hinterlässt die Spuren eines feuchten Schmatzers. „Put your hands in the air!“. Uuh yeah.

Weiterlesen

Sonny Black & Saad: Carlo Cokxxx Nutten II

Wer es noch nicht wusste – und laut Bushido sollen es derer viele sein – Sonny Black ist niemand geringeres als Bushido höchstpersönlich. Es ist sein Alter Ego. Der noch radikalere, noch frechere Rapper, der noch tiefer unter die Gürtellinie geht als es Bushido selbst je machen könnte. FeministInnen und FrauenrechtlerInnen werden aufschreien ob der derben Texte auf diesem zweiten „Carlo Cokxxx Nutten“-Album.

Weiterlesen

Adema: Planets

Nach fast nicht enden wollendem Touren und eigentlich zufriedenstellenden Verkaufszahlen, stand das kalifornische Quartett Adema dann doch mit leeren Händen da. Denn ihre vorherige Plattenfirma setzte sie blindlings vor die Tür. Zum Glück fand sich in Earache zügig ein neuer Geschäftspartner. Doch just zu dem Zeitpunkt trennte man sich von Sänger Marky Chavez, übrigens ein Halbruder von Korn-Shouter Jonathan Davis.

Weiterlesen

Saul Williams: Saul Williams

Saul Williams ist einer der wenigen Rapmusiker, die ihre Rolle im HipHop als die ursprünglichste aller sehen: die des Master Of Ceremony. Sein Stil ist so weit von dem eines Goldkettchen-Kehlchens entfernt wie George W. Bush vom Friedensnobelpreis.

Williams Ambitionen sind politischer Natur. Er ist ein Agitator. Einer, der seinen Mund aufmacht. Da passt es nur zu gut, dass Zack De La Roche und Serj Tankian, beide politisch sehr aktiv (nicht erst seit ihrer Engagements bei Rage Against The Machine bzw. System Of A Down), Gastauftritte haben. Williams ist nicht nur von seiner Einstellung her ein Rapper besonderer Art. Er spricht die Texte, betet fast. So wie einst die Jungs von Disposable Heroes Of Hiphoprisy, allen voran deren Wortführer Michael Franti. Williams HipHop auch kommt nicht ausschließlich vom Band. Gitarre, Piano und Schlagzeug gesellen sich zu Samples. Mal geht der Song voll nach vorne los. Mal erwartet einen ein völlig schräger Track.

Saul Williams: Saul Williams
Wichita/V2/Rough Trade
VÖ: 11.4.2005