Eileen Rose: Long Shot Novena

„Die Leute können es nennen wie sie wollen, solange sie meinen Namen richtig schreiben“, sagt Eileen Rose. Okay, das mit Namen hat geklappt. Nun zur Umschreibung der Musik: Die kann in der weit gefächerten Kategorie Singer/Songwriter einsortiert werden. Genauer gesagt hat Eileens Stimme etwas von Tori Amos (sobald ruhige Töne dominieren) und ansonsten von PJ Harvey beziehungsweise Patti Smith. Auch Parallelen zu Marianne Faithfull wurden ihr angedichtet.

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Favez: (from Lausanne, Switzerland)

Warum Favez mit dem Titel des Albums unbedingt auf ihren Herkunftsort hinweisen wollen, bleibt zunächst schleierhaft. Bei genauerer Überlegung könnte es mit dem vielen Touren zusammenhängen. Zwei Jahre waren Favez auf europäischen und amerikanischen Bühnen unterwegs, und jeden Abend sagte sie bestimmt so etwas wie: „Hi, we are Favez from Lausanne, Switzerland.“ Man definiert sich als Musiker zwangsläufig über seine Heimat.

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Saliva: Every Six Seconds

Sie wollen nach ganz oben, wie sie uns im Opener „Superstar“ versichern: „Make me a superstar, no matter who you are“. Ihr Geheimrezept: Melodien und Härte so miteinander verbinden, dass Alternative Rock- und Nu Metal-Fans in gleichem Maße Gefallen daran finden. Ein erfolgversprechender Ansatz, schließlich schafften es Saliva 1997 bis ins Finale eines Talentwettbewerbs und konnten sich so gegen 6.000 Mitbewerber durchsetzen.

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O:pl Bastards: Sagittarius III

Retro-Spaß, die nächste Runde. O:pl Bastards bitten in die Zeitmaschine, um einen Kurztrip in die weiterhin ausschlachtfähigen Achtziger zu unternehmen. Der Soundtrack zum schrillen Achtziger-Schick liefern sie gleich selbst mit. „Sagittarius III“ ist letzte Auskopplung aus ihrem Debütalbum „The Job“. Wenn Finnen die Sounds der Eighties (wieder)entdecken. Mein lieber Herr Gesangverein!

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Prefuse 73: The ’92 vs ’02 Collection

Sie ist zu gut, um nicht besprochen zu werden, diese EP. Prefuse 73 alias Scott Herren überrascht nach seinem mehr als passablen Album „Vocal Studies And Uprock Narratives“ mit vier Songs, die er in Atlanta produziert hat. Gemächlicher, nicht aber langweiliger HipHop der ausgefalleneren Art. Ruhig, besonnen, ohne die Vokal-Unterstützung Kraftwörter spuckender MCs. Herren auf gesampelte Frauenstimmen, die sich nahtlos in das idyllische und entspannende Ambiente seiner Tracks einbetten – siehe „Love You Bring“.

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KMFDM: Attak

Ja, es gibt sie noch. KMFDM blasen erneut zum Angriff. Elf neue Stücke hat Sascha Koneitzko seit Herbst 2000 zusammen mit Tim Skold, Raymond Watts, Bill Rieflin und Dorona Alberti geschrieben. Die packten sie auf das Albums „Attak“. Wer geglaubt hat, das Genre Industrial sei längst dem Tode geweiht, der hat die Rechnung ohne KMFDM gemacht. Seit sie 1984 in Paris gegründet wurden, haben KMFDM immer wieder Neues ausprobiert und für einige Überraschungen gesorgt.

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Gonzales: Presidential Suite

Was ist es? HipHop? Elektro? Oder einfach nur Pop? Nur? Gonzales, der Kanadier jüdischer Abstammung, der seit längerem Berlins Untergrund unsicher macht und die Herzen der Kitty-Yo-Verantwortlichen erobert hat, sitzt wie Howe Gelb (siehe Kritik) nicht gerne lange auf dem Allerwertesten rum. Nach kurzer Zeit kriegt er Hummeln in sein Hinterteil und muss sich alsbald an die Arbeit machen. So kommt es, dass er binnen zwei Jahren drei Alben eingespielt hat.

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3582: The Living Soul

Ein wirklich seltsamer Bandname. Allerdings sollte man sich von dem nicht abschrecken lassen. Insbesondere Underground-HipHop-Headz nicht. Die Nummer 35 trägt nämlich Fat Jon, dessen Spitzname The Ample Soul Physican ist und der bei 5 Deez rappt, und die 82 gehört einzig und allein J. Rawls (Spitzname: The Living Vibe) von den Lone Catalysts, deren 2001er Debüt-Album „Hip Hop“ von vielen Kritikern in ihre Herzen geschlossen wurde.

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Antipop Consortium: The Ends Against The Middle

Wenn die experimentiersüchtigen Elektro-Experten von Warp Records schon in Richtung HipHop schielen, dann wird es sich sicherlich um eine schrille Blüte der Beats, Cuts & Rhymes-Landschaft handeln. Stimmt. Antipop Consortium sind clevere Tüftler, Maniacs, Weirdos, für die Rap respektive HipHop etwas komplett anderes bedeutet als man das seit der Einführung des Mainstream-Fernsehens und -Radios gewohnt ist.

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Rollins Band: Audio Airstrike Consultants 1986-1988

Eine edel aufgemachte CD-Box bietet das Label Snapper Music den Fans der Rollins Band an. In der handlichen Klappbox sind vier Pappschuber-CDs und ein 20-seitiges Booklet mit erläuternden Worten und allen Songtexten der Hardcore- und Punk-Ikone Henry Rollins zu finden. Auf den Silberlingen wird die Frühphase der Rollins Band beleuchtet, das heißt der Hörer wird mit den Alben Werken „Hot Animal Machine“, „Life Time“, „Hard Volume“ sowie der „Drive By Shooting E.P.“ konfrontiert.

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4 Hero – Creating Patterns

Na bestens. Das neue Album der allseits beliebten 4 Hero ist da. 4 Hero, das sind Marc Mac und Dego. Beide sind für die Kompositionen zu gleichen Teilen verantwortlich. Der eine zieht Tasteninstrumente vor, der andere das Programmieren und den Bass. Und insbesondere der Bass brummt dank „Creating Patterns“ durch mein Arbeitszimmer. Beneidenswert, was das Duo da gezaubert hat. Funkiger, vom Jazz durchtriebener Drum & Bass mit TripHop- und weltmusikalischem Flair. Anspruchsvoll und trotzdem weit davon entfernt, kühle Kopfmusik zu sein.

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Kid Loco: Kill Your Darlings

Was natürlich als erstes ins Auge fällt, ist das erotische Artwork dieser Platte. Typisch für Kid Loco, der für sein Remixalbum „Jesus Life For Children Under 12 Inches“ schon eine Gruppe nackter Models ablichten ließ. Dieses Mal ist es eine kopflose Frau, deren Hand im Minirock verschwindet. Er muss ein Faible für Erotik haben. Kein Wunder, bei der Musik. Schon der Auftakt „Cocaine Diana“ lädt zum (Ver)Träumen ein. Kid Loco mimt den Singer/Songwriter, der nicht mit der Akustikgitarre arbeitet, sondern mit Beats und Loops.

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Seafood: When Do We Start Fighting

Um ihr zweites Album aufzunehmen, zogen Seafood von London nach New York. Vier Wochen lebten sie dort. „Wir haben sogar alle im gleichen Raum auf verfilzten Matratzen und in Begleitung der hausansässigen Kakerlaken geschlafen „, sagt David Line, Sänger und Gitarrist. Bevor es nach New York ging, werkelte das Quartett vier Monate in London an den Songs des „Surviving The Quiet“-Nachfolgers.

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Ozzy Osbourne: Down To Earth

Ja, er rockt noch, der gute alte Fledermaus-Enthäupter. Aber essentiell ist das nicht, was der Black Sabbath-Frontmann 2001 seiner nicht kleiner werdenden Fangemeinde zum Fraß vorwirft. Ozzy hantiert mit den gleichen Mitteln wie in den Neunzigern. Ein paar gute Kracher und ein paar gut abgehangene Balladen runden ein Album ab, das man nicht schlecht, aber auch nicht klasse finden kann. Standard halt.

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