Presseschau 15. Juli 2009

Umzugspläne. Musikexpress, Metal Hammer und Rolling Stone ziehen demnächst um nach Berlin (wo die Mutter Axel Springer Verlag sitzt) und Ulf Poschardt wird ihr Herausgeber, denn ↑„Pop verträgt keine Routine“.

↑End of physical singles? Wenn die Zahlen stimmen: ja. Die Stone Roses landen in den UK-Singlecharts auf Platz 3 mit der Wiederveröffentlichung von „Elephant Stone“ mit 406 verkauften „physischen Tonträgern“ (also Vinylsingles und Single-CDs).  Eine der neuen Hoffnungen von der Insel, Florence And The Machine, landen auf Platz 16 mit 64 verkauften Exemplaren.

Geschichtsstunde. When Polly Met Parish: ↑Walking Through the Years with PJ Harvey and John Parish.

Der Jochen. Distelmeyer streamt einen ersten Vorgeschmack („Wohin mit dem Hass“) auf das neue Album auf seiner ebenfalls ↑neuen Website.


Presseschau 12. Juli 2009

„Heutzutage spiele ich bei Konzerten etwa 65 Prozent aller Noten richtig“ erklärt ein Klarinettist und sein Gesicht überzieht ein Anflug von Stolz und Genugtuung. „Vor zehn Jahren waren es vielleicht 40 Prozent.“

Spielt immer miserabel: das ↑Really Terrible Orchestra

Die taz über die Online-Petition gegen die Gema: ↑Der Krieg der Kreativen

Die FAZ über Madness: ↑Melancholie und Party

Die lauteste Band der Welt, die auch schon mit Madonna zusammen auftrat – jetzt.de über Sunn O))): ↑Der direkte Draht nach unten Weiterlesen

Presseschau 9. Juli 2009

Trent Reznor gibt auf der NIN-Homepage ein paar Tipps für aufstrebende aber noch unbekannte Bands: ↑my thoughts on what to do as a new / unknown artist

Forget thinking you are going to make any real money from record sales. Make your record cheaply (but great) and GIVE IT AWAY. As an artist you want as many people as possible to hear your work. Word of mouth is the only true marketing that matters.

John Leckie listet die ↑10 wichtigsten Alben, an deren Produktion er beteiligt war (meine No.1. dieser Liste ist natürlich Magazines ´79er Debüt „Real Life“).

Und wo wir bei alten Helden sind: ↑Richard Hell Repairs the Voidoids’ 1982 Album “Destiny Street”. Am 1. September soll  das Album erscheinen – mit neu eingespielten Gitarren- und Gesangsspuren und den Gastgitarreros Marc Ribot und Bill Frisell.

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Presseschau 8. Juli 2009

Erst mal ganz seriös/theoretisch: Der Scientific American zum Thema ↑Why Music Moves Us

Und dann rein in die Praxis:

„Muss denn jeder, der Rap macht, unbedingt verhaftet werden?“ Der Spiegel über den weißen Rapper Asher Roth: ↑Ein Weißbrot kriegt’s gebacken

↑U2’s ‚massive carbon footprint‘ called into question

Filter: ↑You Should Already Know: …And You Will Know Us by the Trail of Dead

IGN ↑interviewt Pixies-Frontmann Black Francis.

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1994 – 2009

15 Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit in der manche ihr Abitur machen, sich zum fünften Mal von großen Liebe trennen, lernen wie man Souffles macht, überlegen, die FDP zu wählen, es dann doch nicht tun, eine Fremdsprache lernen, zum Akupunkteur gehen, nicht zur Darmspiegelung gehen, sich unsterblich in Michelle Pfeiffer verlieben, einen guten Freund zu Grabe tragen, einen Abschluss machen, bei der Steuer bescheissen, heiraten (nicht Michelle Pfeiffer), doch noch ein Kind kriegen, zum dritten Mal eine Beule ins Auto fahren und sich zum ersten Mal richtig darüber ärgern, fast auf eine Demo gehen, zum ersten (und – großes Ehrenwort – letzten) Mal pauschal nach Malle fahren, über Witze lachen, deren Pointe „Frisur egal“ lautet, sich schon ein bisschen vor dem Alter fürchten und endlich einsehen, dass Kerner kein Journalist ist. Weiterlesen

Billy Joel, zum 60.

Still, the mystery persists: How can he be so bad and yet so popular for so long? He’s still there. You can’t defend yourself with anti-B.J. shields around your brain. He still takes up the space, takes up A&R advances that would otherwise support a score of unrecognized but genuinely talented artists, singers, and songwriters, with his loathsomely insipid simulacrum of rock.

Slate: ↑The Worst Pop Singer Ever

Nachgefragt

Die Musik- und die Buchbranche wollen beim Schutz der Urheberrechte Internetanbieter stärker in die Pflicht nehmen. Für das unrechtmäßige Herunterladen aus dem Netz sollten Sanktionen unterhalb der Schwelle von Gerichtsverfahren eingeführt werden. (…) Danach sollten illegale Nutzer nach dem Vorbild Frankreichs zunächst warnende E-Mails der Netzanbieter erhalten. Wiederholungstäter müssten mit einer Sperre des Internetzugangs rechnen oder mit einer Verlangsamung der Zugangsgeschwindigkeit.

Tagesspiegel: ↑Kampf gegen Google

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Der Traum der Aufklärung

Wir müssen mitstreiten, uns einmischen und die Rechte der Öffentlichkeit zurückerobern. Mit „wir“ meine ich uns, das Volk, das die Verfassung geschaffen hat und das den aufklärerischen Grundsätzen, die dabei Pate standen, in der Alltagsrealität der Informationsgesellschaft zur Geltung verhelfen sollte. Gewiss, digitalisieren müssen wir. Aber wichtiger noch: Wir müssen auch demokratisieren.

Robert Darnton, Leiter der Universitätsbibliothek von Harvard in Le Monde diplomatique über Segen und mögliche Gefahren des Buchdigitalisierungsprojekts von Google: →Im Besitz des Wissens.

Limp

„Man hat Limp Bizkit fast vergessen, da erinnern sie noch einmal an glorreiche Zeiten – oder das, was sie dafür hielten. Die Kulisse von „Rock im Park“ ist natürlich gewaltig, aber Fred Durst tut zunächst alles, um sich unbeliebt zu machen. Jedes dritte Wort ein „fuck“, immer wieder die Frage, ob das Publikum denn wach sei. Sein hysterischer Sprechgesang klingt inzwischen so altmodisch, dass man kaum glauben mag, dass so etwas vor sieben Jahren noch gefragt war. Auch fällt auf, wie gleichförmig und stumpf wirklich alle Songs sind (bis auf „Master Of Puppets“, aber das ist ja von Metallica – und das vergeigen sie auch).“

Arne Willander und/oder Birgit Fuß im Rolling Stone 5/2008 zur DVD „Rock im Park 2001“ von Limp Bizkit. 1*