Glück im Unglück

Dass der lustige Dauerausreisser Jens Voigt bei der Tour de France wegen lumpiger 41 Sekunden ausgeschieden ist betrübt uns schon. Wenn’s aber verhindert, dass uns ARD und ZDF weiterhin mit ihren ständigen Berichten über das harte-Jungs-Überlebenstraining von Bjarne Riis und seinen CSC-Mannen verschont – ja dann war’s wenigstens noch für was gut.

Übersetzungsfeinheiten

In den Sat.1 Nachtnachrichten konnte man sehen, wie sich Condoleezza Rice in der britischen Botschaft in Washington in eine Kondolenzbuch eintrug. Obwohl sie bestimmt in der Schule nie eine 1 in Schrift hatte war ihr Text klar zu erkennen:

„They will not have died in vain“

und Sat.1 übersetzte gleich für uns:

„Ihr Tod wird nicht ungesühnt bleiben“.

Moderationskultur

Als Moderator der 3Sat-Sendung „Kulturzeit“ ist Gert Scobel bekannt für seine besonders fluffigen und wohlklingenden Anmoderationen. Leider verbrennt er sich hin und wieder im Fegefeuer der Einzelheiten, besonders wenn er sich an die Ränder seines Kulturbegriffs begibt.



Im Zusammenhang mit der Meldung, dass sich beim englischen CD-Verkäufer HMV die Pink Floyd-CD-Verkäufe vervielfacht hatten, wußte Scobel, dass auch andere Live8-Künstler ihre Umsätze gesteigert hätten. Einzig bei den Libertines seien die Verkäufe eingebrochen, weil die „den schlechtesten Auftritt von allen“ hingelegt hätten.

Weiterlesen

Deep Impact

Nur so, als Hinweis, Herr Wickert: Falls jemand fragt, wieso Sie in den heutigen Tagesthemen im Zusammenhang mit dem gleichnamigen NASA-Projekt gleich zweimal von Steven Spielbergs Film „Deep Impact sprachen, dann meinten Sie natürlich nur, dass dieser Herr Spielberg einer von mehreren Produzenten dieses Films ist und wer das Geld besitzt, dem gehört natürlich auch der Film. Und dass die Regisseurin des Films Mimi Leder (die Frau, die auch schon George Clooneys „Projekt – Peacemaker“ drehte) heißt war Ihnen natürlich klar, aber für den flotten Ablauf der Anmoderation völlig belanglos.

Saint Bob

Nein, Herr Aspekte-Moderator Wolfgang Herles, man kann Bob Geldof vieles nennen – einen großartigen Organisatoren weltweiter Gutfühlevents, einen leidlich talentierten Rockmusiker – aber eine „Rocklegende„, nein das ist er definitiv nicht!

Bachmann a gogo

Liebe Designer des Bachmannpreises, mal eine Frage: was habt Ihr Euch eigentlich dabei gedacht, als Hintergrunddeko zum diesjährigen Wettlesen überdimensionale „Mensch ärger dich nicht“-Spielfelder aufzustellen? Gibt’s da eine tiefere Bedeutung? Alles nur ein Spiel? Ein reines Glückspiel gar?

Wie? Das sieht einfach gut aus? Nein, das nun definitiv nicht!

Report München

Ja, man kann gegen Oskar Lafontaine einiges ins Feld führen. Seinen Populismus etwa. Dass er Maßnahmen geisselt, die er vor Jahren noch selbst empfohlen hat. Dass sich ein „Linker“ ausgerechnet die Bildzeitung als publizistische Heimstatt erwählt. Ja vielleicht sogar, dass er damals mir nichts, dir nichts in den Sack gehau’n hat (als ob Nibelungentreue mehr als eine Tertiärtugend wäre).

Weiterlesen

Unsere Besten – mal wieder

Beim Zappen die falsche Abzweigung genommen und im ZDF gelandet, wo eine quietschfidele Susanne Fröhlich auf einem Sofa herumgrinst. Blond am Freitag fängt aber füh an?! Und die andere Blondine? Das ist doch Johannes Baptist Kerner! Alles klar, hier feiert das ZDF („in Zusammenarbeit mit Galeria Kaufhof„) in großer Abendshow die besten deutschen Erfindungen. Oder so.

Frau Fröhlich soll erklären, wie so ein Telefon funktioniert: „Da wird Sprache in Schall umgewandelt„. Aha.

Weiterlesen

Unbestreitbar

Gefunden in einem Artikel der Netzeitung („Rudi Carrell: Harald Schmidt sollte aufhören“):

Dennoch dürfte seine Kritik an der ARD-Show von Schmidt für einigen Wirbel sorgen, denn Carrells Gespür für Gut oder Schlecht ist unbestreitbar.

Hallo-ho? Vier Worte: „7 Tage, 7 Köpfe“.

Schönwetterfreunde

Michael Jacksons Freispruch war heute morgen natürlich auch im Morgenmagazin Hauptthema. Gezeigt wurde u.a. ein Ausschnitt aus einem Jackson-Video mit Gastauftritten von Robert De Niro und Marlon Brando. Und es klang schon ein bisschen vorwurfsvoll als die Moderatorn darauf hinwiesen, dass diese „Leute„, die sich früher gerne mit ihm gezeigt hätten „ihn während seines Prozess links liegen liessen„.

Shame on you, Robert De Niro! Und shame on you, Marlon Brando!! Gerade du hättest ja (spätestens seit dem →1. Juli 2004) wirklich Zeit gehabt, dich zu kümmern, oder?

Fabio Montale: Blutiges Finale

Nach Besichtigung des ZDF-Sonntagskrimis muß ich schon fragen: hat man unserem hiesigen (Saarbrücker!) Tatort nicht viel Unrecht getan? Ok, auch ein gealterter Alain Delon macht – selbst wenn er nur immer wieder die Sonnenbrille abzieht oder sich im Bistro ein ums andere Mal einen hinter die Binde kippt – mehr her als ein brummeliger Jochen Senf. Und, klar, die Marseiller Kulissen sind imposanter, die Kurven kurviger und die Buchten vor allem dunkelblauer als alles, was das Saarland so an Tümpeln anzubieten hat.

Weiterlesen

Law & Disorder

Dass Dir, RTL2, deine neue Serie „Law & Order: New York“ nicht sonders am Herzen liegt haben wir ja schon letztens gemutmaßt. Aber mußt du denn dein Desinteresse gleich so deutlich zeigen?
Dass du die – in Deutschland noch nie gezeigten – Folgen im Doppelpack sendest riecht ja schon ein wenig nach Ramsch. Dass die Folgen aber auch noch ohne Vorspann und Abspann aneinandergeklebt werden erfüllt schon den Tatbestand fortgesetzter Lieblosigkeit. Ein klarer Fall für den Scheidungsanwalt.

P.S.: Und nach der zweiten Folge gab’s noch einen Trailer – für die erste Folge des Abends!

Law & Order-Ableger

RTL2 startete eine neue Krimiserie: „Law & Order: SVU“ heißt sie im Original und das SVU steht für Special Victims Unit, weil es hier um die Arbeit einer Abteilung für Sexualdelikte geht. Bei RTL2 heißt die Serie jetzt „Law & Order: New York“. Wahrscheinlich damit man sie nicht mit der Originalserie „Law & Order“ (die in New York spielt) oder dem anderen Spin-off „Criminal Intent“ (spielt in… na? Richtig: New York) verwechselt. Clever gemacht, wirklich.

P.S.: Und auch die Tatsache, dass man die Serie immer im Doppelpack vor die Zuschauer schmeißt deutet auch nicht gerade auf all zu große Sorgfalt hin.

40 Zeichen Text

Es wird höchste Zeit, dass wir uns in unserer TV-Umschau mal intensiver mit dem bislang stiefmütterlich behandelten Thema “Videotext” beschäftigen. Top-Schlagzeile heute abend bei Sat.1:

Schiavo ist zum Tode verurteilt

Hallo? Nein, Sat.1, nur weil sich Jeb Bush, der Gouverneur von Florida der Sache angenommen hat heißt das noch lange nicht, dass es gleich mit einem Todesurteil enden muss.

Weiterlesen

Aussprachetipps

Best of Formel 1 (Kabel 1). Heute erfahren wir aus dem Mund von ex-Formel 1-Moderator Ingolf Lück, dass er sich zur 100. Sendung eine Band wünschen durfte und dass das Jesus & Mary Chain war. Respekt. Ausgehend vom Niveau seiner Witze hätten wir ihm so einen guten Geschmack gar nicht zugetraut.

Weiterlesen

Strafe für Hoyzer

In der Tagesschau hörte ich heute, dass der saubere Herr Hoyzer, „auf Lebenszeit vom Verband ausgeschlossen werden, 50.000 Euro Geldstrafe zahlen, sowie nie mehr ein Amt beim DFB, insbesondere nicht das eines Schiedsrichters, ausüben dürfen“ soll.

Kein Amt beim DFB und Schiedsrichter schon gleich zweimal nicht, das klingt, als wolle man sagen: „Na gut, Strafe muß sein, aber DFB-Präsident, das könnte irgendwann doch noch mal drin sein“.

Weiterlesen

Keine Vision

Bei uns in der Praxis streitet man sich noch, ob der „Bundesvision Song Contest“ nicht doch ein Argument gegen die sog. Deutschquote war. Viel eindeutiger fällt da das Urteil zu den Vertretern der kooperierenden Radiosendern aus: die Teilung ist überwunden und Deutschland geeint in allumfassendem Privatfunkgutelauneterror. Einzig der Moderator aus Baden-Württemberg sorgte hier für einen erfreulichen Ausreißer als ihm das Publikum – trotz Aufforderung – nicht fröhlich genug reagierte und er solchen Ungehorsam mit einem herzhaften „Arschlöcher hier“ quittierte.

Sweety-Terror

Quizfrage: Wieviel Jamba-Werbung gibt es täglich auf Viva?
20 Minuten? Falsch!
30 Minuten? Falsch!
Eine Stunde? Falsch!
Gefühlte dreieinhalb Stunden? Falsch!
Es sind reale dreieinhalb Stunden. Allein das gelbe Küken des Grauens taucht etwa 150mal täglich auf dem Viva-Bildschirm auf.
Noch mehr schreckliche Details hat Stefan Niggemeier in der FAS: ↑ Jedes Tönchen ein Milliönchen.

Gutfried Werbung

Was ist schlimmer als ein Johannes B. Kerner-Auftritt? Ein Johannes B. Kerner-Auftritt gemeinsam mit seiner Frau Britta „The voice“ Becker. So wie in der Geflügelwurst-Werbung. Was ist eigentlich aus der guten alten Werbe-Synchronisation geworden? Sie könnte viele Menschen vor schlimmem Geflügelwurst-Werbung-Tinnitus bewahren.

Söhnke Wortmann, was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Dass Leute, die sich den Anblick der Kerners antun, auch quäkende Stimmen ertragen? Ich bin dazu übergegangen, bei Auftauchen eben jenes Spots erst den Ton wegzuschalten und dann den Kanal zu wechseln. Meine Reaktionszeit ist ziemlich gut!