Die Toten 1996

13.9.: Tupak Shakur

Der umstrittene Rapper erlag seinen Schußverletzungen, nachdem er und sein Manager im Auto angeschossen worden waren.


20.8.: Rio Reiser

„Herz/Kreislaufversagen und innere Blutungen“ mit 46.


23.7.: Rob Collins

Nach einem Autounfall in den frühen Morgenstunden starb der Keyboarder der Charlatans auf dem Weg zum Krankenhaus. Er wurde 32 Jahre alt.


12.7.: Jonathan Melvoin

Der Konzert-Keyboarder der Smashing Pumpkins und ex-Dickies starb in einem New Yorker Hotelzimmer an einer Heroin-Überdosis.


15.6.: Ella Fitzgerald

„Die beste Sängerin der Welt“ (Frank Sinatra)


25.5.: Brad Nowell

Der Sänger und Gitarrist der Ska-Punk-Band Sublime starb an einer Heroinüberdosis.


17.5.: Johnny „Guitar“ Watson

Der oft gesampelte Musiker und Einfluß auf Leute wie Prince, Snoop Doggy Dogg und Jimi Hendrix starb während einer Japan-Tour an einer Herzattacke.


??.?: Bryan „Chas“ Chandler

der ex-Bassist der Animals, Hendrix-„Entdecker“ und Slade-Manager starb mit 57 Jahren an einem Herzanfall.


18.4.: Bernard Edwards

Das Chic-Grüdungsmitglied starb im Alter von 43 Jahren während einer Japan-Tournee.


31. 3.: Jeffrey Lee Pierce

Mit nur 37 Jahren erlag der ehemalige Vorsitzende eines Blondie-Fanclubs und langjährige Chef des Gun Club den Folgen eines Schlaganfalls.


21.1.: Edem Ephraim und Dennis Fuller

besser bekannt als London Boys (zwei Top10 Hits in den späten 80ern mit „London Nights“ und „Requiem“.). Die beiden kamen – zusammen mit Ephraims Frau – bei einem Verkehrsunfall in den Alpen ums Leben.

Die Toten 1995

25.12.: Dean Martin

(*17.6.1917) Tankwart, Schauspieler, Preisboxer, Sänger, Trunkenbold („Wenn du auf dem Boden liegen kannst, ohne dich festzuhalten bist du nicht richtig betrunken“)


24.11.: Junior Walker

Motown Saxofonist


22.11.: Peter Grant

Manager der Yardbirds und von Led Zeppelin.


17.11.: Alan Hull

Leadsänger von Lindisfarne


8.11.: Dick Montana

den Beat Farmers-Schlagzeuger (der u.a. auch auf einigen Mojo Nixon-Platten zu hören ist) erwischte ein Herzanfall mitten in einem BF-Konzert. Er wurde 40 Jahre alt.


21.10.: Shannon Hoon

Der Blind Melon-Frontmann starb in New Orleans an einer Überdosis Kokain. Er wurde 28 Jahre alt.


19.10.: Don Cherry

Jazztrompeter, Vater von Neneh


4.10.: Suliaman El-Hadi

Das Mitglied der Last Poets starb mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt


30.8.: Sterling Morrison

Der unscheinbare Vierte von Velvet Underground. Während John Cale und Lou Reed Karriere machten und Schlagzeugerin Mo Tucker auf die alten Tage viele Sympathiepunkte sammelte, war Morrison seit den 70er Jahren Dozent für englische Literatur an der Universität von Austin. Er wurde 53 Jahre alt. Seine wirkliche Bedeutung für den VU-Sound wurde nie ausreichend gewürdigt.


23.8.: Dwayne Goettell

der Skinny Puppy Schlagzeuger starb im Alter von 31 Jahren an einer Heroinüberdosis.


8.8.: Jerry Garcia

der Tod des Grateful Dead-Gitarristen bedeutete zugleich das Ende der Dead-Ära.


1.7.: Wolfman Jack

bürgerlicher Name Robert Smith (nicht zu verwechseln mit dem wuscheligen, kleinen Cure-Sänger), war einer der legendärsten US-DJs. Bekannt war er eigentlich nur unter seinem Pseudonym „Wolfman Jack“. Seine Markenzeichen waren Rock’n’Roll, freche Sprüche und sein Wolfsgeheul. Mit 57 Jahren erlag er einem Herzinfarkt.


14.6.: Rory Gallagher

(„the hardest gigging musician in the business“). Einer der Gitarrenhelden der 70er Jahre (Markenzeichen: Bluesrock, Fender Stratocaster und Baumfällerhemd), ein Mann, der sogar ein Angebot, Mitglied der Stones zu werden ausschlug (was andererseits von vielen Gitarristen behauptet wird). Geboren am 2. März 1949 in Ballyshon erhielt er seine erste Gitarre mit neun Jahren und tingelte seit er 15 war mit der Fontana Showband (später umbenannt in The Impact) durch die irischen und außer-irischen Lande. In den späten 60ern wurde er als Mitglied von Taste bekannt, in den 70ern beschritt er sehr erfolgreich Solopfade (verwies in den Jahrespolls als bester Gitarrist mehrfach Eric „Gott“ Clapton auf den zweiten Platz) und war so etwas wie ein Vorreiter der irischen Rockszene. Nach einer zunächst gut verlaufenen Lebertransplantation erlag er einer Lungenentzündung.


31.3.: Selena

die Sängerin, die als Latino-Pendant zum Popidol Madonna galt, wurde von der Gründerin ihres Fanclubs erschossen. Zur Beerdigung kamen 30.000 Fans. 1994 erhielt die einen Grammy. Wenige Tage nach ihrem Tod erschien eine LP von ihr, die prompt auf Platz 1 in den US-Charts kletterte.


30.3.: Paul Rothchild

in den 60er Jahren als Produzent für Elektra tätig und vor allem durch seine Arbeit mit den DOORS und LOVE bekannt geworden, starb im Alter von 59 Jahren an Lungenkrebs.


28.3.: Baltimora

Popsänger, mit bürgerlichem Namen Jim McShane,starb im Alter von 37 Jahren in seiner nordirischen Heimatstadt Londonderry an Aids. Sein bekanntester Song in den 80ern war: „Tarzan Boys“


26.3.: Eazy E

Eric Wright, so sein bürgerlicher Name, war das, was man in Nachrufen gerne eine vielschichtige Persönlichkeit nennt. Er hatte sieben Kinder (von sechs verschiedenen Frauen), war Begründer von ‚Ruthless‘ (eines der erfolgreichsten unabhängigen Rap-Labels Amerikas) und Gründungsmitglied von NWA (Niggers With Attitude). Hier rappte er zwar Titel wie „Fuck Tha Police“, zeigte später jedoch Verständnis für die Polizisten, die Rodney King zusammengeschlagen hatten, spendete Geld für die Republikaner und aß mit Präsident Bush im Weißen Haus. Eazy-E starb mit 31 Jahren an AIDS.


17.3.: Sunnyland Slim

Pianist der frühsten Bluesjahre, starb im Alter von 87 Jahren, spielte mit MaRainey, Blind Date, Little Water und Lonnie Johnson, führte Muddy Waters beim Chess Label ein.


5.3.: Vivian Stanshall

Das Gründungsmitglied der Bonzo Dog Doo-Dah Band starb bei einem Feuer in seiner Londoner Wohnung. Er wurde 52 Jahre alt.


23.2.: Melvin Franklin

Sänger und Original Mitglied der Temptations starb 52jährig an Herzversagen, verursacht durch ein jahrelanges Diabetisleiden und rheumatische Athritis.Seine Stimme ist bei allen großen Temptation Hits zu hören.


19.2.: Bob Stinson

Gitarrist der Replacements starb 35jährig nach der Einahme von Aufputschmitteln in seinem Haus in Minneapolis.


24.1.: David Cole

das eine C der C+C Factory.


11.1.: Heiner Pudelko

den etwas betagteren Semestern noch als Sänger der Berliner Band Interzone bekannt, starb Mitte Januar an Krebs.


11.1.: Sean McDonnell

(29), der Sänger von Surgery starb im Brooklyn Hospital in Brooklyn, New York, nachdem er kurz zuvor in ein durch seine Asthmakrankheit hervorgerufenes Koma gefallen war.


1.1. Ted Hawkins

amerikanischer Blues/Country/Soul-Sänger.

Mein Leben mit Hugo Pratt

Hugo Pratt ist tot und er hat einen ganz schönen Haufen Zeichnungen hinterlassen. Das erste, was ich von Pratt las, müssen die Südseeballaden mit Corto Maltese gewesen sein, Mitte der siebziger Jahre. Sie erschienen als Fortsetzungsgeschichte in „Zack“, das ich damals neben „Perry Rhodan“ gegen eine Lesegebühr von 5O Pfg. von meinem älteren Bruder bezog.

Ehrlich gesagt konnte ich damals 15-jähriger mit Pratts „romantischen Helden“ nicht allzuviel anfangen. Ich stand ihnen und ihren Abenteuern mit einer pubertären Mischung aus Neid und Ablehnung gegenüber und konnte mich nicht damit abfinden, dass es vor 60 Jahren Leute gegeben haben sollte, die tollere Sachen erlebten, als ich sie jemals erleben würde. Ich kehrte schnell zu Michel Vaillant und Luc Orion zurück – da war noch alles drin.

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Zum Tod von Hugo Pratt

Corto Maltese, Abenteurer und Kapitän ohne Schiff, der vielleicht poetischste, sicherlich aber geheimnisvollste Held der Comic-Literatur, ist in seinen Bestimmungshafen eingelaufen – am 20. August starb der Autor und Zeichner Hugo Pratt im Alter von 68 Jahren in der Pully-Klinik von Lausanne.

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Ted Hawkins, der ewige Straßenmusiker

„Ich war schon viele Male tot, aber ich war einfach zu stur, um liegen zu bleiben.“

(Ted Hawkins – zu Lebzeiten)

Seine Musik, eine Mischung aus Blues, Soul und Country, war vor allem geprägt durch seine rauhe, stark an sein großes Vorbild Sam Cooke erinnernde, Stimme und eine Ausdrucksstärke in der sich wohl all die Niederlagen und Nackenschläge seines Lebens widerspiegelten.

Foto Ted Hawkins

Hawkins wurde am 28. Oktober 1936 in Lakeshore, Mississippi geboren. Er wuchs in äußerst ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater machte sich früh davon, seine Mutter war Alkoholikerin. Mit 12 Jahren kam er in eine Besserungsanstalt. Das Beste was ihm dort widerfuhr war wohl ein Besuch der New Orleans Legende Professor Longhair, ein Besuch, der in Hawkins die Liebe zur Musik weckte. Im Alter von 15 Jahren wurde er in die berüchtigte Parchman Farm State Strafanstalt in Mississippi eingewiesen, weil er eine Lederjacke aus einem Harley-Davidson Laden gestohlen hatte.

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