Wolfgang Burger: Die falsche Frau

burger.jpg Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers „Die falsche Frau“, wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.

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Tag 94

Texte schreiben am Computer fällt mir leicht. Naja, nicht wirklich leicht. Aber es geht mir besser von der Hand als die traditionelle Textwerkerei mit Papier und Stift. Texte am Computer korrigieren hingegen klappt fast gar nicht. Das erklärt auch die vielen Rechtschreib- und Interpunktionfehler im Hinternet. In Wirklichkeit bin ich nämlich gar kein Legastheniger. Weshalb ich früher manchen korrigierungsbedürftigen Text lieber ausgedruckt habe. Zum Beispiel Seiten unseres →Historischen Kalenders. Natürlich nur Teile, denn bei mehr als 14000 Einträgen käme da einiges zusammen und die druckerpatronenherstellende Industrie würde auf den Tischen tanzen.
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Zukunft des Kriminalromans?

Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den „Boten“ und mag ihn sogar. „Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen.“ Und weils so schön ist, finden auch → „Die Sorgen der Killer“ des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.

Und wieder muss sich einer das Gel aus dem Haar waschen und gehen

„Er heuchelt Interesse für die völlig überteuerten Weine, die der Händler von Gegenüber auf samtbezogenen Röhren präsentiert.“ Den Satz kennst du doch!, meldet ein hinterster Winkel meines Hirns. Der Satz steht in Guido Rohms „Die Sorgen der Killer“, aber daher kenne ich ihn nicht, ich hab ihn ja eben gerade erst gelesen. Aber, flüstert es aus meinem Hirn, du hast ihn eben auch schon früher einmal gelesen und das bedeutet, ob dir das gefällt oder nicht: Guido Rohm ist ein Dieb.

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Tag 85

In der erwähnten Fotokiste ist noch viel Stoff. Bis aus dem gedruckten Hinterland das digitale Hinternet wurde, habe ich Promofotos von interessanten Bands aufgehoben. Für den Fall, dass sich jemand fände, der über The Fluid, Miracle Workers, Giant Sand, Tar, The New Christs oder Soul Asylum einen Artikel schreiben wollte.
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Tag 84

Heute öffne ich eine Kiste mit Fotos. Nein, macht Euch keine Hoffnung. Darinnen sind kaum peinliche Belastungsfotos zu erwarten. Statt dessen Promofotos aus dem Hause SST. Große, schwarz-weiße Fotos von Bands und Künstlern wie Always August, Angst, St. Vitus, Das Damen, Treacherous Jaywalkers, Silvia Juncosa oder Brian Ritchie.
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