Ein Genre fällt in sich zu sich zusammen. William Faulkners „Die Freistatt“

freistatt.jpgLexikonwissen

Sanctuary (engl.): Zuflucht, Schutzgebiet, Freistätte, Freistatt (gehoben), Altarbereich, Heiligtum, heiliger Ort

„Schätzen Sie Faulkner im allgemeinen nicht; oder aber nur speziell dieses 1 Buch?“. „Allgemein nich. Und schpeziell schon gleich gar nich.“ (Arno Schmidt, „Piporakemes!“; mit dem „1 Buch“ ist der Erzählband „New Orleans Sketches“ gemeint, den Schmidt übersetzt hatte)

Weiterlesen

Geschichtsnachhilfe, bitte

ZDF, Aspekte, 18.3.2011. Von Moderator Wolfgang Herles hören wir Warnendes, wohin zu viel der Umweltschützerei doch führen könnte:

Und es gibt Leute, die sagen, die nächste Diktatur ist eine Umweltdiktatur. Denn jede Diktatur, das war auch bei Hitler so, die kommt ja erst einmal unter dem Fähnchen von etwas Großem, Positivem. Auch der Umweltschutz kann umkippen in etwas Totalitäres.

Weiterlesen

Faulkner wieder- und fertiggelesen

Als ich auf Facebook nach einem geeigneten „klassischen Krimi“ für eine ausführliche Betrachtung fragte, nannte mir der gute Frank Nowatzki William Faulkners „Sanctuary“(„Die Freistatt“). „→(Jim)Nisbet hatte mir speziell Sanctuary ans Herz gelegt. Definitiv Crime.“

Hm, guter Typ, also guter Tipp, also das Büchlein angeschafft. Schon nach den ersten Sätzen wusste ich: Hast du schon einmal gelesen. Jahre her, in einem ganz anderen Zusammenhang und auch nicht zu Ende. Jetzt habe ich das nachgeholt und durchaus mit Gewinn. Und da man im Hinblick auf eine zukünftige bessere Welt ja alles teilen sollte, tue ich das auch mit meinen Leseerfahrungen. Anfang nächster Woche.

Hier auch noch

Den folgenden Text kann man auch →hier lesen, aber das ist natürlich Werbeumfeld und deshalb gehört er auch auf wtd, wo ja nicht geworben wird, das heißt anders geworben. Man kann sich auch das Werbeumfeld einmal anschauen, ist ja nix Schlimmes. Ein Autor wirbt für sein Buch, andere werben für Atomkraft, Windmühlenflügel begegnen diesen wie jenem, ach, so ist das nun einmal.

Weiterlesen

Hans Helmich: Stadt der Spitzel

helmich.jpg

Einen guten Stoff findet der Krimiautor auf der Straße oder in den Geschichtsbüchern. Man kann auch beides kombinieren, wie es Hans Helmich in seinem Debüt „Stadt der Spitzel“ getan hat: das Verflachen, Gewinnmaximieren und Klüngeln der Medien trifft die Hausbesetzerszene der frühen 80er Jahre in Berlin. Der Stoff ist also weniger das Problem. Seine Be- und Verarbeitung entscheiden über die Qualität, auch, man will es kaum glauben, die Sprache und ihr möglichst unfallfreies Umschiffen von Klischees. Überhaupt: Klischees.

Weiterlesen

Musikrevue

Um die Musikabteilung hier mal wieder in Gang zu bringen habe ich mich breitschlagen lassen, in unregelmäßig regelmäßigem Rhythmus hier interessante neue Alben vorzustellen. Und das möglichst mit entsprechenden Videos. Zum Auftakt habe ich drei Coverversionen ausgewählt, die sich deutlich vom Original abheben.

Los geht´s mit dem britischen Wunderjungen James Blake und einem Feist-Cover, das schon letztes Jahr als Single erschien aber auch auf dem gerade erschienenen Debütalbum „James Blake“ zu finden ist.


Weiterlesen

Zapfenstreich

Trommelwirbel in Nahaufnahme, der Dirigent lächelt, eine Deutschlandflagge weht im Wind. Eine Kamera umkreist mehrfach einen Solotrompeter. Andere fangen Fackelwiderschein im Stahlhelm ein und ernste, junge Gesichter. Das Wetter steuert Dramatik bei: Starker Wind weht Funken quer durchs Bild und rauscht im Mikrofon des Kommentators Ulrich Deppendorf. Dieser erklärt dem Zuschauer recht knapp, was gerade zu sehen ist. Gut zwanzig Kilometer Kabel hat die ARD für das – in Neudeutsch – TV-Event ausgerollt, zehn Kameras setzen die düstere Stimmung in Szene.1

Wie man die ganze Sache deutlich billiger und dem Anlass angemessener hätte über die Bühne bringen können sieht man hier: Weiterlesen

Schreiben ist nicht Fotografieren

Nicht erst das dräuende Zeitalter des Dreidimensionalen – Menschen mit komischen Brillen vor Leinwänden und Monitoren – behauptet das Primat der plastischen Detaildarstellung über die flüchtige Konturenskizze. Es war schon immer so. Wer so zeichnen kann wie unsereiner höchstens fotografieren, gilt, zumindest in gewissen Kreisen, als künstlerisch hochbegabter als der Liebhaber des Abstrakten, bei dem ein Gesicht, falls überhaupt noch als solches erkennbar, immer zum bloßen Strichcode gerät.

Weiterlesen

Machen Sie doch was sie wollen

Auch Arbeit kann spannend sein, sogar im Krimi, dort vor allem. Lesen Sie den →zweiten Teil meiner kleinen Spannungsstudie auf der Krimicouch und seien Sie wie ich gespannt, wie es →diesem Titel ergehen wird, der gerade in den Druck einsteigt. Bestellen Sie das Ding, wo auch immer, notfalls →beim Autor, dann haben Sie es möglicherweise vor allen anderen und auf Wunsch auch signiert und gewidmet und ganz bestimmt ohne Aufpreis. Oder lesen Sie kostenlos, wie →das Drood-Projekt von einer Spannung in die nächste pehst oder lesen Sie gar nicht und schauen lieber Fernsehen wie der Herr Klingenmaier (kleiner Facebook-Insiderscherz). Werbung aus, Arbeit an.