Osterwelt im Schuhkarton

Ich liebe Schuhkartons und kriege bei der Nachricht, dass sie vom Aussterben bedroht sind, ein nervöses Zittern. Mit Schuhkartons lässt sich soooo viel machen. Am liebsten pflanz ich kleine Welten rein. So wie diese Osterwelt. Vielleicht hab ich auch einfach nur zuviel Simpsons geguckt, wo Lisa für die Schule ständig irgendwelche Dioramen bauen muss. Faszinierend! Einmal wird eins lebendig, und die kleinen Figürchen wollen die Weltherrschaft übernehmen! Das ist uns noch nicht passiert. Aber ich kann mir Schlimmeres vorstellen, als unter der Herrschaft von Hase, Käfer und Maulwurf zu leben. Weiterlesen

Kinderfest III

Heute wird´s rustikal. Ein Klassiker des Fest-Büffets. Und ich tippe, in vielen deutschen Familien gibt´s sowas auch an Heiligmittag und Silvesterabend: einen deftigen Salat. Kein normaler Kartoffelsalat – dafür sind hier einfach zu wenig Kartoffeln drin. Dafür aber noch jede Menge Kochschinken, Käse und Erbsen und Möhrchen. Gewürzt wird mit einer Vinaigrette. Meine Mutter nahm immer noch ein bisschen Gewürzgurkensaft, um Kartoffelsalat zu würzen. Ich habs mir hier verkniffen. Steht ja nicht im Rezept. Aber ich merke schon, wie beim Kochen verschüttetes 70er Jahre-Wissen aus dem Nebel des Vergessens hochsteigt. Vielleicht biet´ ich das mal als VHS-Kurs an: „Kochen gegen das Vergessen – Toast Hawaii statt Psychoanalyse“. Weiterlesen

Ein politischer Krimi von 1862

temme.jpg Über die Vorzüge des Kriminalschriftstellers Joducus Donatus Hubertus Temme habe ich hier und anderswo schon genug gesagt. Dass er war, was es nach den Vertretern der Schundtheorie gar nicht geben dürfte, ein politischer Kriminalautor nämlich, erschließt sich schon aus seiner Biografie. Der Jurist Temme, u.a. Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, engagierte sich in der Revolution von 1848/49, wurde mehrfach inhaftiert und seines Richteramts mitsamt der Pensionsberechtigung beraubt, flüchtete schließlich nach Zürich, wo er seine vielköpfige Familie durch das Schreiben von Kriminalromanen und –erzählungen (letztere vor allem für „Die Gartenlaube“) ernährte.

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55

Allen Freunden alter Krimis im Allgemeinen und Auguste Groners im Besonderen sei folgende Ankündigung des Verlags Lindenstruth ans Herz gelegt:
Auguste Groner: Das Pharaonenarmband Gebundene Ausgabe in Leinen mit Goldprägung, 128 Seiten, farbige Vorsätze, limitiert auf 55 numerierte Exemplare, ISBN 978-3-934273-32-0, € 24,00 * Joseph Müller-Detektivroman
Erscheint Anfang Mai, Näheres beim Verlag, sputen.

Osterkörbchen

Nicht, dass man Osterkörbchen nicht für ein paar Cent und in hässlichen Farben in jedem Kaufhaus kriegt. Aber warum nicht selbermachen? Vielleicht sogar in schönen Farben? Das geht, wie dieser wunderbare Link beweist: ↑http://blog.revoluzzza.com/?p=981 . Und hier ist sogar noch eine andere Variante, immer noch in schönen Farben: ↑http://blog.revoluzzza.com/?p=994. Ich fand die Idee so simpel wie toll, und Filz und Borten gibt´s ja in jeder Bastel-Hausapotheke, also los. Weiterlesen

Politische Krimis?

Ja, ich mach mir schon so meine Gedanken. Andere auch? Falls Interesse vorhanden sein sollte, könnte man sich zu einer kleinen Denk- und Diskussionsrunde zusammenschließen, ein via Email kommunizierender Zirkel, der sich zum Thema austauscht. Jede/r kann mitmachen, →kurze Mail genügt schon. Kein Zeitstress, keine Beschränkungen, Näheres zum Procedere lassen wir uns dann einfallen.

Kinderfest II

Aprikosen-Flip (wunderbares Wort!) und Obst-Knäcke. Der Sommer kann kommen. Ich bin derart verliebt in das Foto, dass ich – kleine Notiz an ganz oben – gern noch zweimal nach diesem Leben auf die Erde zurückkäme. Im ersten Fall immer noch bitte als Trompeter im Orchester James Last. Aber im zweiten Fall dann als Food-Fotograph bei Dr. Ö. Wo sonst bringt man auf 18 Quadratzentimetern Stillleben soviel Pop-Feeling unter? Und das trotz Knäckebrots! Weiterlesen

Kinderfest I

Jemand den Film „Julie & Julia“ gesehen? Wo eine junge Frau nach der Milleniumswende ein Kochbuch aus den 50ern nachkocht, darüber bloggt und fast ihre Ehe ruiniert? Sehr sehenswert! Ich hab was Ähnliches vor. Aber um meine Ehe zu schonen, lass ich´s ein paar Klassen tiefer angehen.

Meine Vorlage heißt „Kinder feiern kleine Feste“. 12 Rezeptkarten von Doktor Ö. Sie dürften noch aus den 70ern stammen. Und wundersamerweise hat die Sammlung meine Kindheit lückenlos überstanden. Weiterlesen

Nur mal so

„Kriminalromane erzählen nicht von der Wirklichkeit, sondern von den Mythen der Menschheitsgeschichte, in denen Gewalt und Liebe stets eine große Rolle spielen: vom Gilgamesch-Epos bis zur Bibel.“ schreibt Cora Stephan aka Anne Chaplet für „Welt Online“. Ja, aber. Auch die Mythen der Menschheitsgeschichte sind LIteratur, die aus Wirklichkeit wurde und, sobald man sie liest, wieder zu Wirklichkeit werden. Krimis könnten also, nur mal „angedacht“, deshalb über die Wirklichkeit erzählen, weil sie beim Lesen nichts anderes werden als Wirklichkeit, aber nicht unbedingt die, aus der sie entstanden sind. Zu kompliziert? Is halt so.

Simon Beckett: Verwesung

beckett_verwesung.jpg (Jochen König, VIce Senior Editor-in-Chief & Master of the Breakfasttable der Krimicouch, liest Simon Beckett und nimmt damit den LeserInnen die Arbeit ab. Ein menschenfreundlicher Service von wtd)
Simon Beckett ist ein Phänomen. Während seine frühen Romane – auch von seinen Fans – eher verhalten aufgenommen werden, werden die Fortsetzungen der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter sehnsüchtig erwartet. Ein wenig erstaunt der Erfolg schon, denn die Geschichten, die Beckett erzählt, sind nicht besonders originell, bzw. im Falle von „Leichenblässe“ ein bloßes, jammervolles Wühlen in Eingeweiden, das in einer geschmacklosen Wanderung durch Leichenberge endet. Irgendwo dazwischen ein gesichtsloser Psychopath, ausgestattet natürlich mit dem gängigen hervorragenden Intellekt und dem überstrapazierten Zufall zunächst auf seiner Seite, bevor der Deus Ex Machina sich gegen ihn wendet.

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Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht

borrmann_schweigen.jpg Mechtild Borrmann hat den Krimi nicht neu erfunden. Sie arbeitet auch nicht in den Fertigungshallen des gerade wieder einmal durch das gruselige argumentative Fixierbad gezogenen „Regiokrimis“, obwohl – Überraschung – auch ihre Krimis „irgendwo spielen“. Kein Hype umwogt sie, kein „wichtiger Krimipreis“ hebt sie (oder habe ich etwas verpasst?), nicht einmal die Binnenanpreisung unter KollegInnen funktioniert so recht. Wenigstens das lässt sich ändern. Also: Mechtild Borrmann ist eine der interessantesten Autorinnen von Kriminalliteratur hierzulande, damit Ausrufezeichen und zum Buch.

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Besuch aus Plastikhausen

Neulich, nach einem Besuch beim Flohmarkt. Gerhard und Rupert sind bei uns eingezogen. Zwei äußerst kleingewachsene Mitglieder des deutschen Olympiakaders 1976. Abteilung Sportschützen. Es handelt sich um Play Big-Figuren. Sie versuchten ein paar Jahre lang, den Playmobil-Männchen einen Teil vom Markt-Kuchen wegzuschnappen. Weiterlesen

In eiserner Faust

Im idyllischen Bargfeld, Kreis Celle werden jetzt auch alte Krimis verlegt. Zumindestens einer, „In eiserner Faust“, 1872 von J. Steinmann (d.i. Julius Stinde) verfasst, „Ein Polizeiroman aus der neuesten Zeit“. Herausgegeben und verlegt wurde das Werk von Ulrich Goerdten, den kennt man auch, wenn man Bargfeld kennt. Und er hat eine →ausführliche Seite zum Roman bei Wikipedia angelegt, auf die an dieser Stelle hingewiesen sei.

In eiserner Faust

Im idyllischen Bargfeld, Kreis Celle werden jetzt auch alte Krimis verlegt. Zumindestens einer, „In eiserner Faust“, 1872 von J. Steinmann (d.i. Julius Stinde) verfasst, „Ein Polizeiroman aus der neuesten Zeit“. Herausgegeben und verlegt wurde das Werk von Ulrich Goerdten, den kennt man auch, wenn man Bargfeld kennt. Und er hat eine →ausführliche Seite zum Roman bei Wikipedia angelegt, auf die an dieser Stelle hingewiesen sei.