Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive (erster Eindruck)

Ein Ziegelstein? Eher ein Backstein. Unhandlich und kiloschwer, kein Schnäppchen aus der Krabbelkiste: Jochen Schmidts „Gangster, Opfer, Detektive“ in überarbeiteter, aktualisierter und stark erweiterter Neuausgabe der Erstveröffentlichung von 1989 bei Ullstein. 1127 Seiten, Großformat. Ein Buch, über dessen Existenzberechtigung nicht zu streiten ist, ein Buch aber auch, das nur dann wertvoll wird, wenn man sich MIT IHM streitet.

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Presseschau 6. November 2009

20 Jahre Mauerfall bringen auch das musikalisch Schlimmste ans Tageslicht (nicht alles lässt sich so einfach wie U2 hinter einer Mauer verstecken). Die taz über musikalische Missverständnisse zum 9.11.89: ↑Der Mauerbarde David Hasselhoff

Die taz über Robbie Williams: ↑Führerscheinlos im Präriestaub. Alternativ dazu die Frankfurter Rundschau: Butterweich bis zackig. Oder die Welt: Es geht ihm gut. Und in der FAZ gar die CD der Woche

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The Flare-Up!: Whip ‚Em Hard, Whip ‚Em Good

Flareup heißt einer der Transformers – gewusst? Wir auch nicht. Ist auch völlig nebensächlich. Interessanter ist derweil, dass sich Nicke Andersson für The Flare-Up! begeistern kann. Andersson spielte vor einigen Jahren bei Entombed, um diese dann für The Hellacopters links liegen zu lassen. Nun steht der gute Mann also auf The Flare-Up! und hat diese gleich für einen Vertriebsdeal bei seiner Firma Sound Pollution verpflichtet.

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Presseschau 5. November 2009

Die Mauer steht wieder. Dank U2. Michael Pilz in der Welt über die Verleihung der europäischen MTV Awards: ↑Aufgeladen für Millionen

Yesterday’s Jukebox PopMatters über das gerade in einer Deluxe-Edition wiederveröffentlichte Nirvana-Album „Bleach“.

In seiner Öligkeit perfekt. Der Spiegel hört zwei akuelle Coverversionen von Foreigners „I Want To Know What Love Is“: Fiep, fiep, fiep, Mariah hat uns lieb

Der Tagesspiegel über die neue (CD, natürlich) von Robbie Williams: ↑Groß zu sein, bedarf es wenig

Die FAZ über Julian Casablancas: Die elfte Dimension

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Das allerletzte Tabu

Frauen. Sie denken anders, lieben anders, schreiben anders und fahren anders Auto. Anders als die, aus deren Rippen sie entstanden sind. Daran hat man sich im Laufe der Evolution gewöhnen müssen und eigentlich klappt das Zusammenleben trotz aller Widrigkeiten recht gut, manchmal jedenfalls. Aber jetzt: Könnte es sein, dass Frauen auch anders Krimis lesen? Und, natürliche Konsequenz, auch anders rezensieren?

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Presseschau 4. November 2009

Neue Reihe bei PopMatters: Torch & Twang: The Music That Matters. Erster Teil:↑Bill Monroe and Ralph Rinzler

Der Tagesspiegel spricht mit Markus Kavka über dies und das: ↑Busta Rhymes wollte 100 Kondome

„Often seen as the poor third in the Berlin Trilogy, Ben Graham argues that it only shines when examined in isolation.“ The Quietus würdigt ausgiebig David Bowies „Lodger“-Album – ↑30-Years On: David Bowie’s Lodger Comes In From The Cold

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Presseschau 3. November 2009

The Quietus spricht mit Michael Rother über dessen Vergangenheit (und da kommt ja einiges zusammen): ↑Dr Rock on Deutsche music from the 70s – heavenly!

Dietmar Dath in der FAZ über das neue Album von Slayer: Ich hab‘ meinen Hass, der hält mich warm

Was gefällt ihr eigentlich an diesem schweren Schlagbrettschaben; an tieffrequenten Bauchfellmassagen mit der Basswalze; an einer Perkussionsarbeit, die sämtliche Spannreifen aller Knüppelbecken bis kurz vorm Zerspringen bedrischt; an Texten schließlich, die von nichts als Zorn, Verstümmelung, Wahn, Seuchen und Christdemokratie handeln?

König Midas? Der Tagesspiegel über ein Konzert von The Dead Weather: ↑Mehr als die Summe der einzelnen Teile

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Süddeutsche Musikblog: ↑Letzter Tanz am Zydeco Highway

Der Spiegel über den „Rap-Newcomer“ Kid Cudi: ↑Auch HipHopper dürfen heulen

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Broadcast And The Focus Group: Investigate Witch Cults Of The Radio Age

Im Radiozeitalter Hexenkult zu untersuchen – das klingt im doppelten Sinne merkwürdig und verrückt: auf dem Papier wie auch im Ohr. Broadcast, also Trish Keenan und James Cargill, haben sich für dieses Unternehmen mit The Focus Group zusammen geschlossen. Dahinter steckt wiederum Julian House, Grafikdesigner und zugleich Mitinhaber des Ghost Box Labels.

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2059: ein Blick in die Zukunft

Das „Syndikat“ als Vereinigung deutschsprachiger Kriminalautorinnen und –autoren sowie die Jurorenschaft der „KrimiWelt-Bestenliste“, federführend in Sachen Krimikritik, baten mich, meine anerkannten spirituellen Fähigkeiten zu bemühen, um einen Blick auf die Krimikultur 2059 zu werfen. Meine unbestreitbaren Erfolge der jüngeren Vergangenheit (eine Frau im Kanzleramt, Wolfsburg deutscher Fußballmeister und das Auftauchen autistischer Floristinnen als Ermittler in Kriminalromanen – alles exakt vorhergesagt!) lassen uns in guter Hoffnung, dass sich auch die folgenden Prognosen in fünfzig Jahren als schnöde Wirklichkeit besichtigen lassen.

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Harri Nykänen: Ariel. Mord vor Jom Kippur

Harri Nykänen hat die Seiten gewechselt. Wanderten wir bisher mit seinem Serienhelden Raid, einem ausgewiesenen Gangster, durch die finnische Normal- und Unterwelt, tun wir dies nun mit dem Polizisten Ariel Kafka. Die sofort fällige Namensassoziation spielt keine Rolle; wohl aber das, was dahintersteht. Denn Ariel Kafka ist Mitglied der kleinen jüdischen Gemeinde von Helsinki und die wird in „Mord vor Jom Kippur“ kräftig durcheinander gewirbelt.

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Die Couch liest

– und wer „Arme Leute“ noch nicht gelesen, ja, nicht einmal im Bücherregal stehen hat, der verkneife es sich bitte, an der →Leserunde zu partizipieren (statt dessen: kaufen, lesen, weiterempfehlen. Nur so kommt Deutschland aus der Krimikrise). Aber erfahren, wie es den Teilnehmern bisher gefällt, sollt ihr dennoch…

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Weezer: Raditude

Der erste Song des neuen Weezer-Albums, namentlich „(If You’re Wondering If I Want You To) I Want You To“, klingt überraschend frisch und unbekümmert und man glaubt, Weezer hätten tatsächlich ihr kreatives Tief endlich überwunden und würden wieder annähernd so gut wie zu „Buddy Holly“-Zeiten loslegen.

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Athlete: Black Swan

Bis dato haben es Athlete hierzulande nicht über einen Insiderstatus hinaus geschafft. Mit „Black Swan“, ihrem vierten Album, versuchen sie es dennoch wieder, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Dabei steht ihnen nach der Trennung von Parlophone/EMI mit Fiction ein neues Label zur Seite, das immerhin schon mal erreicht hat, dass die Band in den letzten Wochen der deutschen Presse einige Interviews gab.

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