Jan Zweyer: Goldfasan

Zwei Dinge sprechen gegen „historische Krimis“: Dass sie selten die Denkweisen einer vergangenen Zeit rekonstruieren können, sehr wohl aber „Fakten“, und dass diese Fakten dann wie aus Kübeln auf die armen LeserInnen regnen, sehr zum Nachteil des Erzählduktus, nebenbei. Der Autor steckt in einer Zwickmühle. Präsentiert er zu wenig Fakten, mag dies dem Text zugute kommen, alle mit der beschriebenen Zeit nicht vertrauten Leser jedoch düpieren. Übertreibt er es, riskiert er vor lauter gutgemeintem Infotainment Stilbrüche, der Erzähler wird zum Dozenten. Schauen wir, wie sich Jan Zweyer aus dieser Lage herausgewunden hat.

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Presseschau 16. November 2009

Der Tagesspiegel war beim Berlin-Konzert von Van Dyke Parks:  ↑Eigenartig schön

Geschichtsstunde? Die Frankfurter Rundschau über ein Konzert von Jerry Lee Lewis:  ↑Dieser nagelnde Ton

Der Spiegel interviewt 50 Cent: ↑Ruhm ist wie eine Sucht

Rund 2000 Alben soll er aufgenommen haben (u.a. Nirvana, Pixies, Will Oldham, Neurosis und Cheap Trick): Steve Albini im ↑sehr ausführlichen Interview mit The Daily Swarm.

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Trend 2009?

Nach Gabriele Brinkmanns „Ehre, wem Ehre gebührt“ (wir erinnern uns an den Skandal, der die Nation erschütterte), gibt es ein weiteres Werk der kritischen Kriminalliteratur zum Thema: Rose Gerdts-Schifflers „Ehrenhüter“. Der Berichterstatter der →„Kreiszeitung“ verrät uns, worum es geht: „Während der Vater despotisch die Familie regiert, versteht die Kopftuch tragende Mutter sich devot unsichtbar zu machen, wenn das Familienoberhaupt in Zorn gerät.“ Ja, „die Kopftuch tragende Mutter“, das hat sie jetzt davon… Doch bevor solche tabulosen, politisch natürlich völlig inkorrekten Krimis zum neuen Trend ausgerufen werden, bestehen wir auf der Feststellung, dass Friedrich Schillers „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ nicht dazugehört. Oder trägt Mutti dort ein Kopftuch? (Danke an →frauenkrimi.net für den Hinweis).

Die allgegenwärtige Kamera

Eine Polizistin, die mit Kleinkind und WG-Mitbewohner, einem schreibblockierten Kriminalautor, urlaubt. Gestattet sich Astrid Paprotta hier, in ihrem ersten Tatort-Drehbuch „…es wird Trauer sein und Schmerz“, einen augenzwinkernden Scherz? Handy. Ein Bäckermeister ist erschossen worden, das dritte Opfer eines „Sniper“. Kommissarin Lindholm, zufällig in der Nähe des Geschehens, ermittelt mit den Braunschweiger Kollegen, während ihres Urlaubs.

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Ja, Panik: The Angst And The Money

Wien, die Hauptstadt der Kaffeehäuser, hat außer der für Hintergrundberieselung geeigneten warmen Electro-Musik, d.h. TripHop und Downbeat, auch phantastischen, rebellischen Gitarrenrock zu bieten. Ja, Panik sind fünf junge Österreicher, die mit „The Angst And The Money“, ihrem dritten Streich, das beste deutschsprachige Gitarrenrockalbum der letzten Monate präsentieren.

Sicherlich haben Ja, Panik das erste Album von Franz Ferdinand, ein paar Fehlfarben- und sicherlich auch Ton Steine Scherben-, Oma Hans- und Kommando-Sonne-nmilch-Alben in ihren Plattenregalen stehen. Muss so sein, denn ihre Songs haben von alledem etwas. Die Rotzigkeit, die Energie, die Brillanz – Ja, Panik beeindrucken maßlos.

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Snow Patrol: Up To Now

Weihnachtszeit ist Best Of- und in diesem Jahr vor allem Special Edition-Zeit. Snow Patrol haben sich für die Variante Retrospektive entschieden. Aus gutem Grunde, denn ihre ersten Alben, die noch bei dem Indie Jeepster erschienen waren, sind zwar nach wie vor erhältlich, doch wer von all denen, die Snow Patrol seit „Chasing Cars“ kennen, weiß um diese Alben, geschweige denn kennt oder besitzt sie.

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Presseschau 13. November 2009

Die NZZ über Robbie Williams: ↑Draufgänger im Mainstream

The Independent über Melody Gardot: ↑An accidental musician

The Quietus-Interview mit Alice Cooper:  ↑Love And Poison

Thomas Winkler in der Frankfurter Rundschau über Norah Jones´ neues Album „The Fall“: ↑Unaufdringlich

Aber die lauwarme Temperatur, die die Songs von Jones zur perfekten Soundtapete beförderten, bildet auch auf „The Fall“ die grundsätzliche Stimmungslage.

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Interview: Biffy Clyro

Dem schottischen Trio Biffy Clyro gelingt der Spagat zwischen dem Stadion-Alternative Rock der Foo Fighters und dem Rock-Wahnwitz ihrer englischen Kollegen Muse immer besser. Der aktuelle Beweis ist ihr mittlerweile fünftes Album „Only Revolutions“,dessen Titel von dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski entlehnt wurde. Wie schon der Vorgänger „Puzzle“ wurde das Album mit Garth „GGGarth“ Richardson aufgenommen – allerdings nicht wie zuletzt in Kanada, sondern im sonnigen Los Angeles. Und das hatte seine ganz speziellen Gründe, wie Hinter-Net! im Interview mit Schlagzeuger Ben Johnston erfuhr.

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Presseschau 12. November 2009

Der Tagesspiegel interviewt den großen Van Dyke Parks: ↑Stille Nacht mit Einstein

The Quietus interviewt Wayne Coyne: Near Death Experiences & Creative Rebirth

Konzertkritik im Tagesspiegel Grizzly Bear: ↑Nervöser Wohlklang unter Einweckgläsern

Das Musikblog der Süddeutschen mit einem ↑Norah Jones-Interview: Willie Nelsons Joints sind unglaublich stark (und sie hat nicht inhaliert)

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Declan Burke gibt auf

Zwei Bücher hat der irische Krimiautor Declan Burke herausgebracht. Hochgelobt in den angloamerikanischen Landen, noch nicht ins Deutsche übersetzt, von Bernd Kochanowski indes auch hierzulande gepriesen. Burke führt zudem einen feinen Blog mit dem hintersinnigen Namen →Crime Always Pays, und auf diesem teilte er nun seiner bestürzten Leserschaft mit, er gebe das Schreiben von Krimis auf. Er müsse eine Familie ernähren, was ihm mit journalistischen Arbeiten besser gelinge als dem mühseligen Zusammenbosseln von „fiction“, dieser zeitraubenden und schlechtbezahlten Tätigkeit. Wir soll man sich eines gutes Gewissens erfreuen, wenn man seine Familie vernachlässigt, sie in ökonomische Nöte stürzt – und das werte Publikum, aller Jubelarien zum Trotz, dann doch lieber zum üblichen Massenfroufrou greift?

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Presseschau 11. November 2009

The Quietus interviewt Jarvis Cocker: ↑Complicating The Human Animal In Fantastic Mr Fox

Die taz über ein Konzert und den Artrock der Grizzly Bears: ↑Seltsames Verlangen nach Soul

In short, no one knows the music industry better than Butch Walker. Der erste Teil (von dreien) eines Interviews mit dem Musiker/Produzenten bei PopMatters: ↑The Gospel According to Butch: Part 1—The Producer

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Ross Thomas: Voodoo, LTD.

Der Stein, der alles ins Rollen bringt, ist ein Kieselchen, wenn überhaupt. Das erfahren wir natürlich erst zum Ende des Romans, aber gedacht haben wir uns das schon früher. Denn irgend etwas an „Voodoo, LTD.“, dem abschließenden Teil von Ross Thomas‘ Wu/Durant-Trilogie, ist von Anfang an merkwürdig, nein, die ganze Story ist es. Völlig unglaubwürdig, überkandidelt – man kann es nennen wie man will. Also: ein Fehlgriff?

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Editors: In This Light And On This Evening

Editors waren seit jeher eine sogenannte Liebe-Hass-Band. Viele mögen sie, ebenso viele scheinen sie zu hassen. 2007 traten sie beispielsweise auf dem größten französischen Rockfestival „Les Eurockéennes de Belfort“ auf. Sänger Tom Smith machte einen derart schieren, irgendwie apathischen Eindruck, so als hätte er sich kurz vorher erst die Nadel einer Heroinspritze aus dem Arm gezogen. Es war ein äußerst irritierendes Erlebnis, ihn so auf der Bühne zu sehen.

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Presseschau 10. November 2009

taz-Interview mit der Goldenen Zitrone Ted Gaier: ↑Kultursozialismus? Da haben wir gelacht

Die Welt: ↑Arctic Monkeys reifen von Schuljungen zu Männern

Der Sack Reis ist umgefallen. Die aktuelle CD indiziert. Gähn. Denkt wohl auch Matthias Heine in der Welt: ↑Rammstein – öde Tabubrüche für Einfältige

Thomas Winkler in der Frankfurter Rundschau über Antye Greies neues Album „Einzelkämpfer“: ↑Bewusste Leerstellen

The Quietus interviewt Captain Sensible: ↑On Why He Likes Trains

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