Im Herbst 2009 lief im ZDF auf dem angestammten sonntäglichen Krimiplatz (nach 22 Uhr) die neue skandinavische Serie „Protectors – Auf Leben Und Tod“ an. In fünf Folgen wurde einem eine dänische Spezialeinheit vorgestellt, in deren Mittelpunkt die drei Geheimdienst-Frischlinge Jasmina El Murad (Cecilie Stenspil), Rasmus Poulsen (Søren Vejby) und Jonas Michaelsen (André Babikian) stehen. Sie haben die Aufgabe, Personen zu schützen und Verbrechen aufzuklären. Damit hebt sich diese Serie von anderen ab: Wo sonst nur ermittelt wird, sind hier der Personenschutz und damit verbunden diverse präventive Maßnahmen wie Verwanzen einer Wohnung oder Beschattung eines Verdächtigen unumgängliches Mittel zum Zweck.
Saboteur
Es hat durchaus seinen Reiz, den Nazis eins auf die Mütze zu geben (und gar noch mehr als das). Dabei ist die Idee hinter „Saboteur“ aus dem Entwicklerhause Pandemic keineswegs neu. Während in „Uncharted 2: Among Thieves“ Diebe, Söldner und Schatzsucher bekämpft werden und in „GTA“ meist Gangster und Polizisten auf der Gegenseite stehen, sind es in „Saboteur“ die Nazis, die gerade in Frankreich einmarschiert sind und die dortige Hauptstadt eingenommen haben.
WeiterlesenPresseschau 15. Januar 2010
R.I.P.: Bobby Charles (1938-2010): Abschied eines Eigenbrötlers
Deutschlands einziger Crooner. Der Tagesspiegel über Max Raabe: Mein Herz, dein Nerz
Noch ein kleiner Nachklapp zur SPEX-Diskussion: Johnny Häusler schreibt im Freitag über Das Ende der Plattenkritik, wie wir sie kennen.
Der Spiegel interviewt Simon Frith zum Boom-Geschäft Popkonzerte: „Viele Bands spielen immer noch fast für umsonst“
WeiterlesenGlauben und schreiben
„Die Underworld-USA-Trilogie gilt als Ellroys Opus Magnum, er selbst als Erfinder des Pulp-Krimis.“
WeiterlesenDeutscher Krimipreis 2010
Diese Wette hätte ich also gewonnen. Ulrich Ritzel („Beifang“) und David Peace („Tokio im Jahr Null“) heißen →die glücklichen Gewinner des diesjährigen DKP, auch auf den Plätzen blieben die Überraschungen mit Friedrich Ani und Jörg Juretzka (national) sowie Roger Smith und Ken Bruen (trotz Harry Rowohlts witzischer Übersetzung – oder gerade deswegen?) aus.
WeiterlesenPresseschau 14. Januar 2010
R.I.P.: Teddy Pendergrass. Der Soulsänger stirbt 59jährig an Krebs. USA Today: ↑Singer Teddy Pendergrass dies at 59
PopMatters interviewt James Graham, Frontmann von The Twilight Sad: ↑Remember to Forget
PopMatters-Reihe Masters of the Form: ↑Funkadelic, 1975 – Let’s Take It to the Stage
Max Raabe & Palast Orchester: Heute Nacht Oder Nie
Max Raabe, der im Kinderkirchenchor seiner Heimatstadt Lünen (Nordrhein-Westfalen) zu singen begann, ist heute dank seiner klaren Stimme weit über Lünens Grenzen hinaus bekannt. Er sang sogar einst auf der Hochzeit von Marilyn Manson und Dita Von Teese – dem Eheglück half das jedoch nicht allzu lange.
Presseschau 13. Januar 2010
R.I.P.: Jay Reatard (1980-2009): ↑Jay Reatard Found Dead in Memphis Home
Jahrmarkt ist im Himmel. Michael Pilz in der Welt über die Vorliebe der Plattenfirmen für tote Künstler: ↑Hendrix findet keine Ruhe
R.I.P.: Willie Mitchell. Die junge Welt mit einem Nachruf auf den Soulproduzenten, der letzte Woche 81jährig starb: ↑Ein wenig hinter dem Beat
Presseschau 12. Januar 2010
Die taz über eine Essaysammlung über Michael Jackson („The Resistible Demise of Michael Jackson“): ↑Immer der Nase nach
Das New York Magazine spricht mit Patti Smith über ihre Memoiren „Just Kids“: ↑Remembrances of the Punk Prose Poetess
Der NME interviewt Florence Welch, Frontfrau von Florence And The Machine: ↑What Rock’N’Roll Has Taught Me
Kathy Reichs: Das Grab ist erst der Anfang
(Unsere Spezialistin für forensische Mahlzeiten, an denen man sich gerne die Finger verbrennt, jubelt. Kathy Reichs hat wieder zugeschlagen! Leider so, dass man schon nach wenigen Seiten in gnädige Leseohnmacht fällt. Aber lesen Sie selbst, wie Anna Veronica Wutschel en détail urteilt…)
WeiterlesenLaura Veirs: July Flame
Laura Veirs macht es einem sehr leicht, ihre Musik zu lieben. Das fängt gleich mit dem ersten Song ihres siebten (!) Albums „July Flame“ an. In „I Can See Your Tracks“ ist es nicht nur die bezaubernde Stimme von Veirs, die einen magisch anzieht, sondern auch die Männerchöre à la Fleet Foxes.
Presseschau 11. Januar 2010
Grober Stadionrock. Der Tagesspiegel über Depeche Mode in Berlin: ↑Ohohoho!
Die New York Times über Spoon (neues Album in knapp zwei Woche!): ↑Still Independent, Still Cool
Die taz über Vampire Weekend und deren neues Album „Contra“: ↑Raus aus der Uni, rein in die Tropen. Das Süddeutsche-Musikblog: ↑Erhöhung der Schichtzulage. Und das Musikblog des Wall Street Journals ↑interviewt die Vier.
Druckvolle Sensitivität. Edo Reents in der FAZ über Big Star und die Rhino-Box „Keep An Eye On The Sky“: ↑Das Erbe der glücklichen Verlierer
Jim Nisbet: Dunkler Gefährte
Nein, keine literaturtheoretischen Einlassungen an dieser Stelle. Nur das: Durch viele Texte ziehen sich mehr oder weniger offene Bedeutungsstränge, die, richtig miteinander verknüpft, so etwas wie einen Subtext, ein zusätzliches Zeichen- und Bedeutungssystem ergeben. Fast immer wird dabei mit Synekdochen gearbeitet. Ganz allgemein: Das was der Text auf seiner Oberfläche aussagt, ist auf seiner Subebene entweder eine Spezifierung oder eine Verallgemeinerung – oder beides. Wenn wir z.B. Gregor Samsa als Käfer wiederfinden, geht es nicht um die Person Gregor Samsa, es geht um den Menschen an sich in seiner Entfremdung. Habe ich das erkannt, kann ich von dieser höheren Warte des Allgemeinen wieder auf das Spezielle, vielleicht auf meine eigene Situation schließen.
WeiterlesenPES 2010 – Pro Evolution Soccer
„PES 2020“ (Pro Evolution Soccer), das Konsolenfußballspiel für Taktiker und Techniker, geht in eine neue Runde: mit fulminanter HD-Grafik (PS3) und einem Sound, dass man erschrickt, wenn man das Leder Vollspann an den Torpfosten donnert. Realistischer war das Kicken an der Konsole noch nie. Man kann Länderspiele bestreiten oder Clubmannschaften gegeneinander antreten lassen. Oder einen Spieler formen, den man von klein auf durch seine Karriere steuert.
WeiterlesenTornado Outbreak
Wer wollte nicht mal klein und blau sein, sich aber so dolle um die eigene Achse drehen können, dass ein erst harmloser, mit der Zeit aber an zerstörerischer Kraft gewinnender Tornado entsteht? Genau dieser sehnsuchtsvolle Wunsch liegt dem Spiel „Tornado Outbreak“ zugrunde. Die Tücke des Spiels: Dem kleinen blauen Männchen wird nur vorgegaukelt, mit seiner Wirbelei Gutes zu tun. Eigentlich wurde es vom Bösen instrumentalisiert.
WeiterlesenKommunikationsprobleme und Neues von der Couch
Ja, im Moment kommen wir irgendwie nicht zusammen. Ich kriege eure Mails, aber ich kann sie nicht beantworten. Mein Mailprogramm bockt. Werde, wenn ich ein Stündchen Zeit habe, entsprechend schrauben und bosseln. Bis dahin könnt ihr mich beschimpfen, ohne dass ich umgehend antworten kann. Aber wird schon.
WeiterlesenVampire Weekend: Contra
Es hat nichts mit dem unbedingten Willen zu tun, gegen den Strom zu schwimmen. Auch spielte für die folgende Kritik der Albumtitel keinerlei Rolle. Fest steht, dass Vampire Weekend auch im zweiten Anlauf, „Contra“ getauft, keine Bewunderung für ihre Songs beim Rezensenten vorfinden werden.
Synekdoche
Wieder was gelernt. Oder besser: wieder dran erinnert, was man einmal gelernt hat. In Jim Nisbets „Dunkler Gefährte“ kommt der Ausdruck „Synekdoche“ vor. Von „Synekdoche“ spricht man, wenn ein bestimmtes Wort durch einen Unter- oder Oberbegriff ersetzt wird. „“Man versteht unter einem kleinen Teil das Ganze oder unter dem Ganzen einen Teil“, soll Cicero gesagt haben, lese ich gerade. Also „Wenn du umziehst, leihe ich dir meine Hand“. „Hand“ wäre dann der Unterbegriff des konkreten Ausdrucks „Arbeitskraft“. „Ich lege dir die Welt zu Füßen“ der Oberbegriff von, sagen wir, „nächstes Mal bringe ich den Müll runter“.
WeiterlesenJahresrückblick II
Peter Meyers CDs und Konzerte 2009
CDs:
1. Elbow: „The Seldom Seen Kid Live At Abbey Road“
2. Yeah Yeah Yeahs: „It´s Blitz!“
3. Archive: „Controlling Crowds“
4. Mumford & Sons: „Sigh No More“
5. Glasvegas: „Glasvegas“
6. Fever Ray: „Fever Ray“
7. The Dead Weather: „Horehound“
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Jahresrückblick (I)
Kai Florian Beckers Top Ten 2009
Was vom Jahre übrig blieb. Oder: Aus den weit über 500 gehörten Tonträgern in diesem Jahr ist dies die Quintessenz der emotionalsten Platten. Denjenigen also, die einen tief berührt und nicht mehr los gelassen haben. Es war ein in vielerlei Hinsicht bewegtes Jahr: mit massenhaft guter Musik, die bevorzugt melancholischer Natur war. Liegt vielleicht am Alter — muss aber nicht.