Bevor ich mich ins verlängerte (Arbeits-)Wochenende verabschiede, hier noch ein Hinweis auf den aktuellen Stand des →Krimikultur: Archivs. Neu: Zwei Nachrufe von Thomas Klingenmaier auf Edward Bunker und Michael Collins alias Dennis Lynds (beide aus dem Krimijahrbuch 2006) sowie ein paar Petitessen von mir selber. Bis zum Montag habt ihr also genug zu lesen!
Ein Dokument der Hilflosigkeit
Letzten Monat verabschiedeten einige Hamburger Großverlage eine „Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“. U.a. mit dem Evergreen „Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben“ – aber das zur am Rande.
Stefan Niggemeier hat jetzt bei den fraglichen Verlagen einfach mal nachgefragt, wer denn mit solchen Sätzen wie
Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen.
oder
Wir widersprechen all jenen, die behaupten, dass Informationsfreiheit erst hergestellt sei, wenn alles kostenlos zu haben ist.
gemeint sein könnte.
Die Antworten (und Nicht-Antworten) und mehr hier: ↑Hamburger Bankrott-Erklärung)
Presseschau 22. Juli 2009
Irre Rockmythen. Der Spiegel interviewt Gavin Edwards, den Autor von ↑“Do You Want To Know A Secret?: Die größten Geheimnisse, Mythen und Gerüchte der Rockwelt“ und präsentiert in einer Klickstrecke einige dieser Gerüchte. Von Bob Marleys Abneigung gegen den Leopardenstringtanga von Prince bis zu Stevie Wonders Geruchssinn. Und warum Rockstars auf die eigenen Schallplatten, bzw Füße schiessen. Nur ob Mick und David wirklich… das weiß auch Edwards nicht. ↑ LSD vom Zahnarzt
Animal Collective durften als erste ↑ein Grateful Dead-Sampler benutzen. Für die Deadheads da draußen: es geht um ein Stückchen aus „Unbroken Chain“ und das resultierende AC-Stück „What Would I Want Sky“.
Die Nominierungen für den ↑Mercury-Preis sind raus und natürlich meckern jetzt einige der Übergangenen wie Lily Allen („I’m like Gazza. The judges hate me, but the people – dem love me.“) oder Patrick Wolf: „The judges have ignored all four of my albums. At times like this, I always think ‚What would Klaus Nomi do?'“ (aber diese Frage scheint Wolf sich ↑ständig zu stellen). The Quietus hat eine Alternativliste: ↑Never Mind The Mercury Prize.
Eine beunruhigende Studie für die englischen Gornys: ↑UK men pirate more than women; everyone confused over rights. All die Prozesse der Musikindustrie, die ja nur dem Ziel dienten, das Bewußtsein der Nutzer für Copyright und Musikerinteressen zu entwickeln haben offenbar gar nichts genutzt.
Three out of five (…) adults said they didn’t believe musicians should profit from their music and videos being downloaded online, and more than two-thirds said the same of TV and filmmakers.
Toller Plot
Keine Zeit, tut mir leid. Muss tollen neuen Plot entwickeln. Also… Deutschland hat endlich die Schnauze voll, generationenlang für die riskanten und lukrativen Spielchen der Reichen und ihrer Bankgenossen zu bluten. Das mit der Arbeitslosigkeit gefällt ihnen auch nicht mehr, seit auch „Leistungsträger“ stempeln gehen müssen. In einer Fabrik eskaliert die Situation: Die Arbeiter drohen mit der Sprengung des Werks, wenn nicht jeder von ihnen (allesamt entlassen) 30.000 € Abfindung bekommt. Nu gut, unter Revolution hatte man sich eigentlich was anderes vorgestellt, aber immerhin. Jetzt…
WeiterlesenGeorge Gently: Der Unbestechliche
Am späten Sonntagabend ist Krimizeit. Vor allem beim ZDF, neuerdings aber auch bei der ARD. Doch zurück zum ZDF: Der Mainzer Sender strahlte jüngst die ersten drei Folgen der britischen TV-Serie „George Gently“ (im Original: „Inspector George Gently“) aus: den Piloten „Kalte Rache“ („George Gently“) sowie „Der Verbrannte“ („The Burning Man“) und „Die Schuld Der Väter“ („Bomber’s Moon“). Die Hauptrolle spielt Martin Shaw, der Ende der Siebziger an der Seite von Lewis Collins (alias William Andrew Philip Bodie) als Raymond Doyle in der Serie „Die Profis“ („The Professionals“) bekannt wurde.
WeiterlesenPresseschau 21. Juli 2009
Patti Smith gab ihr einziges Deutschlandkonzert in Frankfurt. Und alle waren begeistert. Die FAZ (↑Mit Pathos wird Geschichte gemacht), die ↑Frankfurter Rundschau, die ↑dpa, die ↑Stuttgarter Nachrichten, alle. Alle? Nur der saubere Herr Walter hat in der taz zu nörgeln:
Mit bloßen Händen Gitarrensaiten zerreißen und sich in eine Tibetfahne wickeln, das geht eigentlich nicht zusammen. Sich outside of society zu verorten, als RocknRoll Nigger, und den Erniedrigten, Beleidigten, Benachteiligten, Tibetern, Teheranern und anderen Problemfällen des Universums eine Bergpredigt widmen, mit weit ausgebreiteten Armen, das geht eigentlich nicht zusammen. Es geht nicht zusammen, weshalb die 80 Prozent des Konzertes, die aus Kirchentag & Dalai Obamalama bestehen, auch dann schwer zu ertragen sind, wenn man Patti Smith zugesteht, dass sie sich an der Unvereinbarkeit von großer (Punk-)Distinktionsgeste und großer (Hippie-)Vergesellschaftungsmission schon abgearbeitet hat, als Bono noch nicht Oma sagen konnte.
Klaus Walter:↑ Raus aus der Piss Factory
Krimileseleben -2-
Und ein weiterer Leser, der für wtd die Hüllen fallen lässt. Georg, auch als →Giorgione bekannt, erzählt uns aus seinem wilden Leseleben… Zwei weitere Bekenntnisse →hier, ein viertes folgt auf jeden Fall in den nächsten Tagen…
WeiterlesenPresseschau 20. Juli 2009
Für das Wall Street Journal ist Jack White jetzt zu einem Mogul des Musikbusiness aufgestiegen. Entsprechend pompös kommt auch ↑der Artikel daher – mit Video und interaktiver Grafik. Sieht glatt nach Arbeit aus.
The Quietus: ↑The right way to remember Joy Division
Groove is in his heart: Chic’s Nile Rodgers ↑on the unlikely inspiration for ‚Le Freak‘
Listmania. The Observer: ↑The 50 albums that changed music (von Velvet Underground bis LFO) Weiterlesen
Ein Herz für die Kleinen
Liebe Krimikleinverlage. Wir finden euch gut – aber manchmal finden wir euch nicht. Kein Wunder. Unter all dem Hochglanz, inmitten des dröhnenden Marktgeschreis habt ihr einen schweren Stand. Und die Liebhaber eurer Bücher nicht weniger. Das müssen wir ändern, das werden wir ändern.
Weiterlesen…und wächst und wächst und wächst…
Während ich gerade vier Rezensionen von Claus Kerkhoff zu französischen Krimis im handlichen PDF im →Krimikultur: Archiv einlagere, ist Pieke Biermann immer noch fleißig am Hochladen. Bester rarer Stoff, Rezensionen, Gespräch und Porträt Sara Paretsky, wer weiß, was sie heute noch so alles aus der Schatzkiste kramt (also morgen auf jeden Fall noch mal vorbeischauen). So. Und jetzt noch schnell den wtd-Beitrag für morgen, damit wir auch hier sagen können: Stillstand? What Stillstand?
Der Mord als simple Filmkunst betrachtet
Die Filmkunstwerke der Helene Tursten sind radikal. Sie denken das Genre Film zuende, was man leicht daran erkennt, dass ihr jüngstes Werk „Das Brandhaus“ nicht als Film, sondern als Buch daherkommt, obwohl es – was zu zeigen sein wird – natürlich ein Film im Bucheinband ist. Es kurbelt sich sozusagen direkt ins innere Kino des Lesers und okkupiert seine Bildwelten, denn bei allem digitalen Fortschritt auf dem Gebiet des Filmemachens ist nur das menschliche Gehirn in der Lage, „Das Brandhaus“ in seiner avantgardistischen Schönheit, seinem experimentellen Anspruch zu projizieren.
WeiterlesenEs wächst und wächst…
Neue Lieferungen im →Krimikultur: Archiv. Jochen Königs Beitrag für das Krimijahrbuch 2008 „Zur Lage des Hardboiled-Krimis in Deutschland am Anfang eines neuen Jahrtausends“ sowie weitere Rezensionen des nimmermüden, stets ausgeschlafenen Dschordsch. Und für nächste Woche liegt schon ein neues Päckchen mit Claus-Kerkhoff-Rezensionen bereit…. undundund…
Vereinswechsel
Eigentlich sollte es ja noch geheim bleiben. Aber inzwischen zieht es als „Gerücht“ längst seine digitalen Kreise: Ja, ich werde ab August bei der Krimi-Couch mitarbeiten. Rezensionen, eine ständige Kolumne – und alles andere läuft wie gewohnt weiter: dieser Blog, das Krimikultur-Projekt… Leicht ist mir diese Entscheidung nicht gefallen. Ich hatte einige kritische Fragen an den Couch-Chefredakteur und … aber lesen Sie selbst.
WeiterlesenPresseschau 17. Juli 2009
U2 kommt nach Berlin. Im Gepäck: die GRÖBAZ, die Größte Bühne aller Zeiten: ↑High-Tech-Messe der dritten Art
Tom Bryant vom Guardian trifft auf guten alten Rock´n´roll aka Tommy Lee:
Interviewing Tommy Lee is never an easy task. Especially when you have to compete for his attention with a 20-year-old groupie wearing a little black dress and no underwear
Presseschau 16. Juli 2009
Die taz über ein Jochen Distelmeyer-Konzert in Hannover: ↑Frische Frucht für altes Gemüse
jetzt.de: Warum Lady Gaga ein Popstar ist, ↑den wir eigentlich gar nicht verdient haben
The Independent über Moby – ↑‘To my shame, I liked the attention‚ Weiterlesen
Krimileseleben –1-
Welche Krimis lesen Sie eigentlich – und warum – und wie kommen Sie dran – und was wünschen Sie sich noch von der „Szene“ und was ganz bestimmt nicht? Fragen zum Krimileseleben, und einige Menschen waren so freundlich, mir darauf zu antworten. Manche taten es kurz und bündig, andere ausführlicher. Beginnen wir heute mit den ersten beiden Interviews. Ein erstes Päckchen werden wir dann auch ins →Krimikultur: Archiv einstellen.
WeiterlesenPresseschau 15. Juli 2009
Umzugspläne. Musikexpress, Metal Hammer und Rolling Stone ziehen demnächst um nach Berlin (wo die Mutter Axel Springer Verlag sitzt) und Ulf Poschardt wird ihr Herausgeber, denn ↑„Pop verträgt keine Routine“.
↑End of physical singles? Wenn die Zahlen stimmen: ja. Die Stone Roses landen in den UK-Singlecharts auf Platz 3 mit der Wiederveröffentlichung von „Elephant Stone“ mit 406 verkauften „physischen Tonträgern“ (also Vinylsingles und Single-CDs). Eine der neuen Hoffnungen von der Insel, Florence And The Machine, landen auf Platz 16 mit 64 verkauften Exemplaren.
Geschichtsstunde. When Polly Met Parish: ↑Walking Through the Years with PJ Harvey and John Parish.
Der Jochen. Distelmeyer streamt einen ersten Vorgeschmack („Wohin mit dem Hass“) auf das neue Album auf seiner ebenfalls ↑neuen Website.
Zeit sparen
Was haben Marquez´ „100 Jahre Einsamkeit“, Don DeLillos „Weißes Rauschen“ und Jonathan Franzens „Die Korrekturen“ gemeinsam? Alle werden sie einem von literarisch interessierten Menschen ans Herz gelegt, nachdrücklich zumeist. Sie stehen aber auch auf einer Liste von The Second Pass
Below is a list of ten books that will be pressed into your hands by ardent fans. Resist these people. Life may not be too short (I’m only in my mid-30s, and already pretty bored), but it’s not endless.
DeLillo’s critique of society has all the depth and insight of the average teenager’s, and sometimes less.
Presseschau 14. Juli 2009
Zahlen, bitte! Everything you ever wanted to know about worldwide record sales—Michael Jackson, the Beatles, Pink Floyd and more!
Drowned in Sound setzt die Reihe zum Zustand des Musikjournalismus fort: Music criticism in Web 2.0, The 12-second critic und A Day In The Life Of A Music Critic