Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur

„Das gibt’s doch nicht!“ Fräulein Anna Veronica, wie jeden Morgen als erste vor der wtd-Tür, weil sie als Redaktionsküken für den ordnungsgemäßen Zustand des Frühstücks verantwortlich ist, Fräulein Anna Veronica also, die sonst immer ein Wort auf der scharfen Zunge parat hat, – ist sprachlos. Ein DinA4-Blatt, akribisch handbeschrieben, mit Reißzwecken an die Tür gepinnt. „Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur“ prangt darauf als Überschrift, sie seien den wtd-Konsumenten nicht vorenthalten.

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Ein Verteidiger

So, es ist wieder einmal Zeit für krimihistorische Bildung. Diesmal präsentiert die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ ein weiteres Werk von Dietrich Theden, „Ein Verteidiger“ (1900). Interessanter Mann, das. Redakteur der „Gartenlaube“, Kinder- und Jugendbuchautor, Autor auch des Romans „Menschenhasser“, den man ebenfalls in der Criminalbibliothek lesen kann. Also keine Zeit verlieren!

Krimi und Gesellschaft

Ist der Krimi „die ideale Form des Gesellschaftsromans“, wie es Anne Chaplet glaubt, →Herr Linder aber wohl eher nicht? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ auch dort Gesellschaftsroman ist, wo der Held allein auf seiner einsamen Insel fuhrwerkt. Man muss schon lange suchen – wahrscheinlich vergebens -, um einen Roman zu finden, der nichts über die Gesellschaft erzählt, und fände man ihn, würde er, gerade weil er nichts erzählt, sehr viel darüber erzählen.

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Presseschau 12. Juli 2009

„Heutzutage spiele ich bei Konzerten etwa 65 Prozent aller Noten richtig“ erklärt ein Klarinettist und sein Gesicht überzieht ein Anflug von Stolz und Genugtuung. „Vor zehn Jahren waren es vielleicht 40 Prozent.“

Spielt immer miserabel: das ↑Really Terrible Orchestra

Die taz über die Online-Petition gegen die Gema: ↑Der Krieg der Kreativen

Die FAZ über Madness: ↑Melancholie und Party

Die lauteste Band der Welt, die auch schon mit Madonna zusammen auftrat – jetzt.de über Sunn O))): ↑Der direkte Draht nach unten Weiterlesen

Presseschau 9. Juli 2009

Trent Reznor gibt auf der NIN-Homepage ein paar Tipps für aufstrebende aber noch unbekannte Bands: ↑my thoughts on what to do as a new / unknown artist

Forget thinking you are going to make any real money from record sales. Make your record cheaply (but great) and GIVE IT AWAY. As an artist you want as many people as possible to hear your work. Word of mouth is the only true marketing that matters.

John Leckie listet die ↑10 wichtigsten Alben, an deren Produktion er beteiligt war (meine No.1. dieser Liste ist natürlich Magazines ´79er Debüt „Real Life“).

Und wo wir bei alten Helden sind: ↑Richard Hell Repairs the Voidoids’ 1982 Album “Destiny Street”. Am 1. September soll  das Album erscheinen – mit neu eingespielten Gitarren- und Gesangsspuren und den Gastgitarreros Marc Ribot und Bill Frisell.

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Michael Robotham: Dein Wille geschehe

Handy-Thrill. Wer noch nicht von einem notorischen Endlos-Anrufer selbst belästigt wurde, kennt das inzwischen aus dem Kino und weiß, welch dramatische Ausmaße solch fernmündliche Verbindung annehmen kann. Auf jeden Fall, so lassen uns geläufige Filmtitel wissen, darf man ‘Nicht Auflegen’ (USA, 2002), denn der ‘Final Call’ (USA, 2004) bestimmt von nun an über dein Leben, wobei der Täter mit ‘Eagle Eye’(USA, 2008) dem Opfer immer mehrere Schritte voraus scheint. Bei so viel Hollywood-Telefonat-Thrill drängt sich die Frage auf: Schon wieder Telefon-Terror?

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Presseschau 8. Juli 2009

Erst mal ganz seriös/theoretisch: Der Scientific American zum Thema ↑Why Music Moves Us

Und dann rein in die Praxis:

„Muss denn jeder, der Rap macht, unbedingt verhaftet werden?“ Der Spiegel über den weißen Rapper Asher Roth: ↑Ein Weißbrot kriegt’s gebacken

U2’s ‚massive carbon footprint‘ called into question

Filter: ↑You Should Already Know: …And You Will Know Us by the Trail of Dead

IGN ↑interviewt Pixies-Frontmann Black Francis.

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Gesprächskrimikultur

Wie bereits angekündigt, wurde soeben ein längeres Gespräch mit Else Laudan, Herausgeberin der Ariadne Kriminalromane im Argument Verlag, ins →Krimikultur: Archiv eingelagert. Aber nicht, um dort zu verstauben, das wäre nämlich sehr schade. Was im Krimijahrbuch locker über 15 Seiten gekommen wäre, wird Ihnen hier in sogar bebilderter Form präsentiert. Wir reden über den Zustand des „Krimimarktes“, das Aufklärerische im Genre, feministische Kriminalromane, Glanz und Elend der kleinen Verlage, das Affirmative und das Subversive, den Verlockungen des Erfolgs und warum man ihnen widerstehen sollte und, neben anderen Themen mehr, natürlich auch über die Ariadne Krimis selbst, die man, sollte man sie bisher noch nicht gekannt haben, spätestens seit den Kritikerhymnen für Lehmann, Geier, Scharsich und Co. auf der Rechnung haben muss.

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Feuchte Stelle im Westen

Seine Forderungen sind gefährlich, seine Schuldzuweisungen sind abenteuerlich, sein Selbstmitleid ist rührend — aber was mich wirklich fasziniert, ist, dass seine Interviews immer noch so sind wie früher. Die schlimmste Aufgabe hat nicht der Interviewer. Während man dabei ist, hat man das Gefühl: Das wird gut, der Mann sagt markige Sachen. Die schlimmste Aufgabe hat der Redakteur, der aus dem Interview eine Nachricht machen muss, eine Überschrift und einen Vorspann finden, und dabei merkt, dass all diese großen Wörter Scheinriesen sind. Je genauer man sich die Sätze anguckt, umso weniger schaut zurück. Beim Versuch, einen konkreten Inhalt zu erfassen, bleibt von den schillernden Sprechblasen nur ein feuchter Fleck.

Stefan Niggemeier über Dieter Gorny im Allgemeinen und ein Interview im WAZ-Portal Der Westen im Besonderen:  ↑Understanding Dieter

Halbe Schweden

Es muss schwer sein, in Schweden Karriere zu machen. Eine Prinzessin, einen Prinzen heiraten – okay, das schafft gerade mal drei gutdotierte Arbeitsplätze. Als ABBA-Nachfolgeband jede Menge Geld scheffeln, das lichtet auch nicht das Heer der um Ruhm und gutes Auskommen bemühten Nordländer, denen folglich nur der letzte und grausamste Schritt bleibt: KrimiautorIn werden.

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