RIP JG Ballard

10 Songs für JG Ballard (1930-2009)

  • Joy Division: The Atrocity Exhibition
  • Gary Numan: Down in the Park
  • The Normal: Warm Leatherette
  • The Buggles: Video Killed the Radio Star
  • Hawkwind: High Rise
  • Madonna: The Drowned World
  • Manic Street ­Preachers: Mausoleum
  • The Jawbox: Motorist
  • John Foxx: Underpass
  • Dan Melchior´s Broke Revue: Me and JG Ballard


Nachrufe im →Guardian und bei der →BBC.
Und – passend zur Songliste – noch ein Artikel aus dem Guardian: →How JG Ballard cast his shadow right across the arts.

Krimistammtisch: Charles den Tex, Die Zelle

Fünf aufmerksame Leserinnen und Leser haben am Krimistammtisch Platz genommen: →Henny Hidden, Thomas Elfers, →Kirsten Reimers, →Joachim Feldmann und dpr. Sie erzählen von ihrer Lektüre des Kriminalromans „Die Zelle“ des Holländers Charles den Tex. Es werden keine Bierkrüge auf Köpfen zerschlagen, keine unüberwindlichen Gräben tun sich auf. Man ist sich, im Groben, einig: „Die Zelle“ ist ein verdienstvolles, aber kein überragendes Buch. Jede / jeder findet Stärken und Schwachstellen, das Spannende daran: jede / jeder findet andere. Darüber morgen etwas mehr. Für heute: die fünf Rezensionen.
Seitdem ich John Katzenbachs „Patienten“ gelesen habe, ist mir deutlich geworden, dass man mit einem Krimi, dessen Thema um einen Identitätsverlust kreist, große Spannung erzeugen kann.

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80 at last

Nachträglich zum gestrigen 80. von James Last meine Lieblingszitate aus zwei gerade gelesenen Interviews:

Heute fallen Stars durch Skandale auf: Amy Winehouse oder Dieter Bohlen. Bei Ihnen stand die gute Stimmung im Vordergrund. Ist das eine Frage der Zeit?

Das sind Extreme. Mit Amy Winehouse, das ist schade. Die kann doch heute machen, was sie will, und sofort ist die Polizei da. Bei Bohlen leider nicht.

Die Zeit: →„Auf was für Partys gehst du denn?“

Sie dirigieren ein Vierzig-Mann-Orchester mit bloßem Schnippen, so aus dem Handgelenk. Oft tun Sie sogar überhaupt nichts.

Musiker sind nicht blöd. Bis vier zählen können die selber.

FAZ: →„Wenn ich mal politisch war, dann nur aus Zufall“

Nachösterlicher Krimisamstag

Nach einer kurzen Feiertagspause geht es an diesem Krimisamstag beim Titelmagazin wieder hoch her. Doris Wieser hat →Guillermo Martinez gelesen und assoziiert sofort Jorge Luis Borges. Derweil Claire Gorrara einer weiteren geschlossenen Krimibuchhandlung, dem →„Murder One“, nachtrauert. Nüchtern indes fragt Frau Dr. Lehmann in ihrer heutigen →Warenkunde, wie lange einer tot ist, wenn er tot ist. Und die anderen Herrschaften? Sven Jachmann hat in einem →Comic geschmökert, Sabina Schutter mit Gewinn →Stefan Kiesbye gelesen, Nadja Israel zweifelt an →J.M. Calder, Beate Mainka schwärmt für →Paule Constant. Und dpr? Der ist auf dem Holländertrip. Heute →Tomas Ross, am Montag Krimistammtisch mit Charles den Tex. Darauf ein mörderisches Wiegenlied von →Alfred Jarry.

Nichtstun

Mal gucken, ob der Alligator merkt, dass die heutige Krimirezension nicht von mir, sondern von Anna Veronica, unserer Fachreferentin für pakistanische Kriminalliteratur, geschrieben wurde. Ich selbst drehe Däumchen. Warte auf die letzten Eingänge zum Krimistammtisch, an dem am Montag Freibier und Meinungen in Strömen fließen sollen. Überlege, ob anlässlich eines runden Geburtstags ein Klassiker-Check angebracht wäre und wie ich den zweiten Mord im dritten Krimi inszenieren könnte. Und einen alten Krimi habe ich auch noch zu benachworten. Summa: Ich übe mich im Nichtstun und freue mich aufs Wochenende, wenn die Arbeit wieder richtig losgeht.

Mohammed Hanif : Eine Kiste explodierender Mangos

Wenn 1988 in Islamabad, Pakistan, zum 4. Juli in der amerikanischen Botschaft eine Grillparty unter dem Motto ‘Kabul – Texas’ steigt, dann kostümieren sich die (wohlgemerkt) amerikanischen Gäste gern und überschwänglich als afghanische Stammesfürsten. Und wenn der OBL (Osama Bin Laden) anklopft und ihm der örtliche CIA-Chef im Vorübergehen anerkennend zuraunt : “Gute Arbeit. Machen Sie weiter so”, dann lässt sich der OBL getrost durchs Party-Getümmel treiben, auch ohne rechten Anschluss zu finden.

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Cross-Marketing

„Meine Eltern sind übrigens durch einen IKEA Prospekt auf das Buch gestoßen, sagen sie. Es sei dort als Kaufempfehlung drin gewesen und sie hätten es daraufhin im örtlichen Buchhandel bestellt.“

Das schreibt Nina in einem →Kommentar zu ihrer Besprechung von Ralf Strackbeins Krimi „Der Billy-Code“ bei der „Krimikiste“. Ein Buch, in dem ein Mord geschieht und sich alle Beteiligten – wegen eines Schneesturms – bis zum Showdown in einem „Möbelgeschäft“ aufhalten. Hübsch.

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Andrea Maria Schenkel: Bunker

Je kürzer der Text, desto ausführlicher die Rezension. Und dann ist es noch nicht mal eine… Aber ist „Bunker“ überhaupt ein Krimi? Wird wohl, oder? Ihn zu analysieren, das ist ganz bestimmt einer…
Wenn einem die Kritikaster das eigene Werk wie ein nasses Handtuch um die Ohren hauen, dann kommt Lob gerade recht. Aber, mal ehrlich, möchte man wirklich SO gelobt werden? : „(…) nicht ganz so geglückt ist wie die ersten beiden (…) Dafür besticht die Konstruktion (…)“ – „eklatante sprachlich-dramaturgische Schwächen (…)bei aller Kritik, eher Respekt (…)“ – „Aber die frühere Faszination hat sie nicht hervorgerufen. (…) Eine Etüde eben.“

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Osterpause

So. Über Ostern urlaubt die wtd-Redaktion. Natürlich auf den Osterinseln, Geld ist schließlich genug da. Wir lesen Jerry Oster und hören die alten Scheiben von Blue Oster Cult, während sich unsere Leser im idyllischen saarländischen Ostertal oder einer italienischen Osteria erholen, Hartgesottene zieht es nach Osterreich, noch Hartgesottenere spielen die Schlacht von Osterlitz nach. Und bevor wir jetzt alle in die Wortspielhölle wandern: Frohe Ostern! Man sieht sich. Nächsten Dienstag.

Schlag nach bei…

Hallo, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem plotverarbeitenden Gewerbe! Na? Sitzt ihr wieder niedergeschlagen vor dem weißen Bildschirm? Keine Idee? Nix Knackiges plotmäßig? Die Figurenrede will auch nicht so? – Heißer Tipp: Ihr müsst mehr Klassiker lesen! Genau!: Das Zeuch, das sie einem in der Schule bis zum Erbrechen um die Ohren… doch, doch, das hilft eurer Kreativität auf die Sprünge! Das hier zum Beispiel, daraus läss sich was basteln…

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Der Traum der Aufklärung

Wir müssen mitstreiten, uns einmischen und die Rechte der Öffentlichkeit zurückerobern. Mit „wir“ meine ich uns, das Volk, das die Verfassung geschaffen hat und das den aufklärerischen Grundsätzen, die dabei Pate standen, in der Alltagsrealität der Informationsgesellschaft zur Geltung verhelfen sollte. Gewiss, digitalisieren müssen wir. Aber wichtiger noch: Wir müssen auch demokratisieren.

Robert Darnton, Leiter der Universitätsbibliothek von Harvard in Le Monde diplomatique über Segen und mögliche Gefahren des Buchdigitalisierungsprojekts von Google: →Im Besitz des Wissens.

Kaspars Bruder

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Wer war W. Hauser? Wir wissen es nicht. Gewiss ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Mutter und Vater. Und Krimis hat er geschrieben, einen einzigen zumindest, eine kurze Erzählung. „Dort sitzt der Mörder!“ – ja, genau, aber das hilft uns auch nicht weiter. Wo sitzt W. Hauser? Sein Text erschien 1902 in der Wochenschrift „Freya“ – und nun eben in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. Er verrät uns einiges – aber nichts über den Autor. Sei’s drum.

Sprachbunker. Vorbereitungen einer Lektüre

Sprache spielt, seien wir ehrlich, in vielen Kriminalromanen keine besondere Rolle. Man brütet über Plot und Spannungsbogen, Personenzeichnung und dem Unterschied zwischen einer Pistole und einem Revolver, die Sprache indes bleibt eben die Sprache, so wie der Löffel, mit dem der Koch die delikate Suppe kostet, halt der Löffel ist. Knackig soll Sprache sein, eingängig, „gut“, einigermaßen dudenkonform.

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The Whitest Boy Alive: Rules

2003 gründete Erlend Oye, bekannt (oder auch nicht mehr) von der sehr leisen, aber sehr guten Indieband Kings Of Convenience, die seit vielen Jahren sträflich untätig ist, mit Freunden aus Berlin The Whitest Boy Alive. Es sollte eine Tanzband basierend auf elektronischer Musik werden. Genau so klingt ihr neues Album ‚Rules‘ auch, auf dem mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards Indie-Electro-Pop-Funk produziert wird.

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Die Krimisamstagstoten

Man glaubt es nicht, aber es ist so: Raymond Chandler ist tot. In der heutigen Ausgabe des Krimisamstags im Titelmagazin weist →Matthias Penzel noch einmal darauf hin und erklärt, warum Chandler dennoch lebt. MIt dem Phantomhaften der Toten hat es auch Uta-Maria Heim in ihrer Kopfschuss-Kolumne. Sie hat nämlich →Glenn Coopers „Die Namen der Toten“ gelesen. Still alive and well: →Pablo De Santis. Doris Wieser hat ihn porträtiert und interviewt.

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Heute in der Regionalzeitung

Wenn die Regionalzeitung etwas über den Regionalkrimi von einem wissen will, dann steht man natürlich jederzeit zur Verfügung. Die „Saarbrücker Zeitung “ wollte wissen. Jetzt weiß sie es. →Hier (leicht gekürzt nachzulesen), man beachte auch die hübsche Zeichnung. Stolz ist der Interviewte darauf, auch beim saarländischen Regionalkrimi Jerome Charyn und Pieke Biermann untergebracht zu haben. Soll ihm erst mal einer nachmachen…

The Black Box Revelation: Set Your Head On Fire

The Black Box Revelation stammen aus Brüssel und setzen sich aus dem 19-jährigen Gitarristen und Sänger Jan Paternoster (geiler Name!) und dem zwei Jahre jüngeren Schlagzeuger Dries Van Diyck, beide Ex-The Mighty Generators, zusammen. Das famose Duo wandelt auf den Spuren der Jon Spencer Blues Explosion, mag sicherlich auch The White Stripes und die New Yorker Art Rock-Band Yeah Yeah Yeahs.

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