… den ersten „Noir“-Krimi der deutschen Krimigeschichte gelesen. Kurz. Prägnant. Gnadenlos. Hard boiled. Gigantisch. Titel, Autor? Verrate ich (noch) nicht. Denn merke: Der deutsche Kriminalroman hat keine Tradition. Also muss man auch nicht den ersten „Noir“-Krimi kennen. Oder?
Duane Swierczynski: Secret Dead Men
Krimis, die so richtig quer stehen zur üblichen Lesart, sind, wenn man mal ehrlich sein will, selten. Klar gibt es Bücher, die herausragen, sei es aufgrund der Sprache oder des ausgefeilten Plots oder der dichten Atmosphäre …, Handwerk eben. Die verschiedene Subgenres haben ihre Schnittmuster, und wenn der Leser Glück hat, kann der Autor des Kaisers Kleider vortrefflich schneidern, aber dass ein Autor etwas ganz Neues hinzufügt, das passiert nicht oft. Duane Swierczynskis „Secret dead men“ ist, glaube ich, so ein seltenes Buch.
WeiterlesenSprachkrimi
Die Kriminaldichterin Anobella ist →umgezogen und hat gleich zu einer großen Housewarming-Party eingeladen. Schön. Und sie gibt uns auch gleich ein Rätsel auf, einer Kriminaldichterin durchaus würdig:
Weiterlesen„Es hat keiner abgesagt. Eher im Gegenteil.“
Prognosen 2006
Ludger Menke ist unter die →Handleser gegangen. Was geschieht deutschkrimimäßig im ersten Quartal 2006? Unbestritten: Sein „wichtigstes Buch 2006“, das man sofort vorbestellen sollte. Erst mal bei Ludger gucken, dann den Link anklicken, dann dort den Link anklicken, kurze Mail schreiben – und schon geschehen.
Karl Braun
Bis die schöne Seite alte-krimis.de steht, gibt es hier Hinweise auf lesenswerte Criminalia aus dem 19. Jahrhundert. Heute: Karl Braun. Auch der ein liberalpolitischer Kopf, Autor diverser Novellen, u.a. „Der Cadettenmord zu Weilburg an der Lahn. Eine Criminalnovelle aus der Kaserne“, die →hier als PDF verfügbar ist, nebst Interessantem zum Leben des Autors.
Wochenausblick
Diese Woche ist, wie man so schön sagt, in einigen Teilen noch ergebnisoffen. Am Dienstag lobt Bernd Duane Swierczynskis „Secret Dead Men“ als „eines der herausragenden Bücher des Lesejahres“, am Donnerstag lasse ich mich nicht lumpen und nenne Charles Willefords „Ketzerei in Orange“ einen absoluten Klasseroman. Aber sonst? Man könnte mal das Thema: „Warum ich nach der ersten Seite erkenne, dass jemand nicht schreiben kann“ ausführen, natürlich wie immer die Aktualitäten im Blick haben und auf Herrn K. hoffen, aber ich fürchte, der alte Finanzbeamte verprasst gerade sein Weihnachtsgeld und kommt blogmäßig vor Heiligabend nicht mehr in die Gänge. Mit Holtei verschone ich euch, aber zum Jahrbuch hätte ich vielleicht noch das eine oder andere Wörtchen zu sagen, wenns genehm ist.
WeiterlesenErster Einblick in die Krimiproduktion 2006

„Dann sind die Zugvögel den ganzen Winter lang beieinander gewesen, haben diverse Kontakte geknüpft, alte Bekanntschaften aufgefrischt, neue Lebenspartner gefunden, dabei tüchtig allerhand Viren und anderes verstreut und kehren zurück. Dann müssen unsere Hühner wieder in den Stall. Dann kriegen sie Beklemmungen, unsere Hühner, Ängste, sie werden, um das mal gewichtig zu sagen, klaustrophobisch, unsere Hühner.“
Dies sagt voraus: →Astrid Paprotta. Und was sagt dpr voraus? Astrid Paprotta arbeitet derzeit am ersten Hühnerkrimi der internationalen Spannungsliteratur! Aber ganz sicher! Ich kenn doch die Anzeichen!
Der Verlag und die Kultur

Ursprünglich sollte das Jahrbuch als „book on demand“ erscheinen. Auf Verlagstour wollte ich nicht gehen, denn was hätte ich schon zu bieten gehabt? Die Aussicht auf Profit ganz gewiss nicht. „Ein Jahrbuch, meine sehr verehrten Damen und Herren“, hätte ich sagen können, „muss man sich als Verlag leisten. Einfach so. Im Dienste der Krimikultur.“ Und dann hätten sie mich rausgeschmissen.
WeiterlesenDas Edgar Wallace Lexikon
Genau so zum Beispiel. Man nehme zwei Autoren, die den Gegenstand ihres Forschens lieben. Sich in ihn hineingraben und das, was sie zutage fördern sauber und exakt präsentieren. Voilà: ein Lexikon. Das Edgar Wallace Lexikon von Joachim Kramp und Jürgen Wehnert.
WeiterlesenAltpapier gesucht
Besitzt ein Leser, eine Leserin dieses Blogs das Buch „Untersuchungsrichter, Diebsfänger, Detektive. Theorie und Geschichte der deutschen Detektiverzählung im 19. Jahrhundert“ von Hans-Otto Hügel? 1978 in der Sammlung Metzler erschienen. Wäre der Besitzer, die Besitzerin dieses Buches bereit, mir nämliches zu verkaufen? Falls ja: hier kann man mir das mitteilen. Bitte mit Preisvorstellung.
Noch mehr Importe?
Ja, das ist verdienstvoll: Ekkehard Knörers neue Kolumne →„Translate this!“ bei den Alligatorpapieren. Wir kriegen halt nicht alles Gute aus dem Englischen, manches harrt noch immer seiner Übersetzung.
WeiterlesenAndrew Taylor: Der Schlaf der Toten
Doch, mir hat Andrew Taylors Roman „Der Schlaf der Toten“ auch gefallen. Vorzugsweise im Lehnsessel zu schmökern, draußen schneit es, drinnen prasselt das Ferngas romantisch im Heizkörper, und wenns schaurig wird, dimmt man die Beleuchtung auf Zwielicht. Was also inhaltliche Wiedergabe und summarische Bewertung angehen: siehe die →Rezension des Kollegen Menke. Willkommene Gelegenheit, zwei spezielle Punkte näher zu beleuchten. Einen, der bei Ludger keine Erwähnung findet, einen anderen, in dem ich ihm – nicht widerspreche, aber ihn doch etwas ergänzen möchte.
WeiterlesenErgebnis eines Dienstgangs
Wie hier vor Wochenfrist angekündigt, habe ich in den letzten Tagen eine zwar nicht repräsentative, so doch vage wissenschaftlich angedachte Inspektion hiesigen, d.i. Saarbrücker Handels mit Kriminalromanen durchgeführt, partiell begleitet von Chef Walter, der sich bei dieser Gelegenheit nicht zügeln konnte, über die noch elendere Situation der Science Fiction Literatur zu lamentieren.
WeiterlesenUncool
… ist mal wieder Ludger vom anderen-Blog-da. Erst muss er natürlich seine →Andrew-Taylor-Rezension vor meiner ins Netz hauen. Keine Rücksicht mehr auf alte Leute. Ich bin halt nicht mehr so schnell! Dann, kaum habe ich meinen Deutschkrimirückblick fertig, konfrontiert er mich mit dem →Gemetzel Eckert – Seghers, was ich jetzt wohl auch noch da reinpacken soll, was? Wenn sich zwei streiten, von denen der eine mit den historischen Begrifflichkeiten nicht ganz klarkommt und der andere in diesem Jahr doch eigentlich schon genug Scheiß erzählt hat. Muss der Menke natürlich wieder alles haarklein…böser Menke! Sollten wir uns in der Vorweihnachtszeit nicht mal alle ganz furchtbar lieb haben? Der Horst den Jan, der Ludger das Syndikat, der Krimi die Vollwertliteratur. Macht mal einer ein Teelichtchen an?
Grace F. Edwards: Do or die
Die dicht gezeichnete Atmosphäre Harlems, New Yorks „schwarzem“ Stadtteil, ist das was besonders auffällt an Grace F. Edwards Buch “Do or Die”. Die Stadtführerin des Lesers heißt Mali Anderson. Sie kennt Harlem, seine Kultur und seine Bewohner von Geburt an. Ihr Vater ist Jazzmusiker und seit Jahrzehnten eine feste Größe in der lokalen Szene. Bis vor kurzem war Mali Anderson Polizistin.
WeiterlesenHans Söllner und Bayaman‘ Sissdem: Im Regen
Es soll ja Menschen geben, die Ottfried Fischer für ein richtig bayerisches Ur-Viech halten. Wem es nicht reicht, dass es Sat1 allen zeigt, schätzt wahrscheinlich das Urtümliche von Hans Söllner mehr. Der Bad Reichenhaller ist ein global denkender Ur-Bayer und streitet seit Jahren öffentlich um sein Recht, zu leben, wie er das will.
WeiterlesenDeutschkrimi-Rückblick

Puh, ächz – fertig! Erste Version wenigstens. Rückblick auf den deutschsprachigen Krimi 2005, 6 Seiten nur, aber was für welche! Angst im Nacken. Nichts vergessen? Wieder mal die epochalen Trends verschwitzt? Alles möglich. Zwei Tage liegen lassen und dann noch mal drüber.
WeiterlesenIn letzter Minute…
auf den Jahrbuchzug gesprungen ist Herr Jost Hindersmann, Autor von →„John Le Carré: Der Spion, der zum Schriftsteller wurde“, und er wird sich, Überraschung, mit den aktuellen Tendenzen des Spionageromans beschäftigen. Spannend, weil aktuell. Kann hier vorbestellt werden. Mit Bonustrack.
Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung
Wer in den – sagen wir mal – letzten zwei Jahren gut aufgepasst hat, ist bestimmt schonmal über Rainald Grebe gestolpert. Zum Beispiel in der „Kurt Krömer Show“, wo er am Flügel inbrünstig eine Hymne über Thüringen vortrug.
WeiterlesenDetlef Opitz: Der Büchermörder
Liebe Leute, tut euch bitte diese Rezension nicht an. Und wenn ihr die Warnung schon in den Wind schlagt: Lest auf eigene Gefahr. Meint der es ernst? Will er uns veräppeln? Ja, wenn ich das wüsste!
„nieder mit ihnen! ihm! aus!“ – So beginnt, nach 354 Seiten, Detlef Opitz’ Roman „Der Büchermörder“.