Buttermaker is back ! Der Mann aus Steinhagen in Westfalen meldet sich zurück. Zwar mit seinem 95er Hit „Elke Nelke“ in neuer Version, aber dies soll nur der Vorgeschmack sein auf das demnächst erscheinende Album „Sexy wie Elvis“. Die neu abgemischten Versionen machen Vorfreude. Besonders gut gefällt mir der Hilton Bar 3 Promille Mix.
Falls Harald Juhnke jemals wieder als Entertainer auf Tour gehen sollte: dies ist ein Song für ihn! Produzent Jochen Vahle hat ganze Arbeit geleistet, Buttermaker ist kaum noch wieder zu erkennen, recht hat er aber immer noch.
Innovativ wie immer ist auch wieder das Artwork dieser wunderschönen Maxi.
Interview: Tarnation
Paula und ihre Männer
Meine Mutter sagte immer: „Ehrlich währt am längsten“. Sie sagte aber auch: „Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, sag lieber gar nichts.“ Jetzt stehe ich vor einem Problem, denn ich muß etwas über Tarnation sagen, diese in San Francisco beheimatete Band, die mit „Mirador“ gerade ihr drittes Album veröffentlicht hat. Also denn (sorry, Mom!):
WeiterlesenRoh – Ich möchte nicht mehr mit der Kelly Family verwechselt werden
„Ich möchte nicht mehr mit der Kelly Family verwechselt werden“ singen die Jungs von Roh. Warum eigentlich nicht? Ich meine: Besser doof und erfolgreich als doof und erfolglos.
Das Titelstück dieser 3-Take-Single klingt für mich wie ein billiger Abklatsch von Tocotronic. Vielleicht sollten Roh beim nächsten Versuch doch lieber die Kellys imitieren. Oder besser gleich ’ne Banklehre machen und was Anständiges lernen.
Secret Discovery – Slave to the rhythm
Und das Gleiche in grau: Hier bitte die Single-Kritik zu D-Age lesen und die Worte Bronski Beat resp. Jimmy Somerville durch Grace Jones und Berlin resp. Hauptstadt durch xyz ersetzen (keine Ahnung wo die Kerle von Secret Discovery herkommen).
Was lernen wir daraus? Die Label-Manager von Gun bleiben sich geschmacklich treu.
Waid/Ross: Kingdom Come
Judgement Day für Superhelden
Was passiert eigentlich, wenn die alte Garde der Superhelden abtritt und das Regiment ihren Nachkommen überläßt? Im 21. Jahrhundert ist es soweit. Die Alten (Supie, Batman, Wonder Woman…) haben sich mehr oder weniger verbittert aus dem Weltrettungsgeschäft zurückgezogen, da ihre humanistischen Moralvorstelllungen nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Die Neuen sind aggressiver, brutaler, härter. Sie kehren mit eisernen Besen und beseitigen die Superschurken. Arbeitslos geworden prügeln sie sich untereinander. Diese Machtkämpfe werden auf dem Rücken ihrer eigentlichen Schutzbefohlenen ausgetragen. Die Folge: zerstörte Städte, Tote, atomar verstrahlte Landstriche!
Irgendwann können Supie und Kumpanen diesen Zustand nicht mehr länger ignorieren und brechen auf, um ein letztes Mal für Recht und Ordnung zu sorgen. Damit beschleunigen sie aber nur die Entwicklung der Apokalypse und eins ist klar: am Ende wird ein Urteil gefällt…
Die Story von „Kingdom Come“ ist intelligent aufgebaut und packend. Die Kampftechniken und Kräfte der Superhelden stehen weniger im Mittelpunkt, als die Eigenverantwortlichkeit der Menschen ihre Probleme selbst zu lösen. Die Erzählweise schafft eine Distanz zu den Figuren. Kein Action-Comic wie es zu erwarten wäre, sondern Charakterstudien der neuen und alten Götter. Eingepackt ist das Ganze in wunderbare fotorealistische Illustrationen. Nicht bunt und poppig, sondern atmosphärisch dicht.
Kingdom Come ist auch für diejenigen lesenswert, die nicht die Lebensgeschichte sämtlicher Superhelden im Volldelirium runterbeten können. Die Protagonisten des Comics sind entweder alte Bekannte, oder haben nur einen kurzen Gastauftritt. Daher ist es schade, daß Kingdom Come nur in niedriger Auflage gedruckt wurde und deswegen so teuer ist. Außerdem könnte man für diesen Preis erwarten, daß einem das Comic nicht nach dem drittenmal lesen auseinanderfällt.
Waid/Ross
KINGDOM COME
Carlsen Comics 49,90 Deutschmark
ISBN 3-551-72625-6
Carmen Mc Callum – Mare Tranquillitatis
Terror im Meer der Stille
Carmen Mc Callum, von der IRA in angewandtem Terrorismus ausgebildet, setzt ihre Kenntnisse lukrativ ein und betreibt ein Ein-Frau-Unterehmen für Sabotage, Spionage und Menschenraub. Mitte des 21. Jahrhunderts scheint dieses Geschäft recht einträglich zu sein. Nur mit ihrem letzten Auftrag hat sie sich ein Ei ins Nest gelegt: Für ungenannte Finsterlinge entführt sie Naoko Sonoda, einen weiblichen Häftling aus dem Eisknast, der dort seit 15 Jahren tiefgefroren vor sich hin gegammelt hat wie ein Fischstäbchen mit überschrittenem Verfallsdatum. Obwohl es sich bei ihr um eine scheinbar bedeutungslose Dealerin handelt, sind so ziemlich alle irdischen Sicherheitsorgane und die Yakuza hinter den beiden her. Mit einigen Helfern gelingt ihnen die Flucht auf den Mond.
You Am I: Hourly, Daily
Es gibt einen Haufen guter Bandnamen. YOU AM I gehört sicher nicht dazu, das klingt sowohl auf englisch, als auch in deutsch (Du bist Ich) ziemlich scheiße. Normalerweise haben die Australier doch immer Stil. YOU AM I sind ein Trio und kommen aus Australien, klingen aber nicht so und sind dort allerdings schon groß, so ging das aktuelle Album „Hourly, Daily“ auf Platz 1 der Aussie-Albumcharts. Nicht umsonst erscheint das Album bei Warner Bros. und ist eine clever gemachte Produktion.
WeiterlesenVolebeats: Sky and the Ocean
Das Ende der Dekonstruktion – Hurra!
Die Volebeats aus Michigan machen’s möglich: An die 50er und 60er Jahre angelehnte Gitarrenmusik, die es ernst meint. Die sechsköpfige Band spielt ihre Mischung aus Byrds und Everly Brothers ohne jedes ironische Augenzwinkern und ohne die heute so beliebte clevere Distanz.
Supersuckers: Must’ve Been High
Im Beipackzettel des Labels SubPop zur neuen CD der Supersuckers heißt es:
„Ob es Dich interessiert oder nicht. Die Supersuckers machen was sie wollen. Ohne Dich zu fragen, haben sie ihr neues Album Must’ve Been High genannt. Und ohne mit Dir Rücksprache zu halten, haben sie daraus ein astreines Country Album gemacht. Die Supersuckers wären nicht die Supersuckers, wäre dieses Album nicht supercool geworden. Sie haben Must’ve Been High so eingespielt, wie man ein echtes Country – Album einspielen muß. Nach einem Tag voller harter Arbeit haben sie sich abends zusammengefunden und alles gegeben. Das klang schon mal nicht schlecht. Dann haben sie sich professionelle Outlaw-Musiker gemietet, um ihre Fehler zu kaschieren..“
Yo La Tengo: I can hear the heart beating as one
Nach der B-Seiten Veröffentlichung („it smells like a B-Side“) „Genius and Love = Yo La Tengo“ gibt es nun das reguläre Album der alten Tante Yo La Tengo. Das Werk ist ganz poetisch mit „I can hear the heart beating as one“ betitelt. Der Cosmos von Yo La Tengo ist begrenzt, Veränderungen spielen sich nur im marginalen Bereich ab, unerwartete Dinge gehören nicht zu den bevorzugten Lebensgefühlen. Nukleus der seit 1984 bestehenden Band ist das Ehepaar Georgia Hubley (Drums, Voc) / Ira Kaplan (G, Voc), ergänzt um den etwas fülligen James McNew am Bass, der nach wechselnden Besetzungen so etwas, wie ein festes Bandmitglied zu sein scheint, was auch seine wachsendes Bedeutung bei den Songs erklären könnte. Das Idyll wird durch Produzent Roger Moutenot ergänzt, der nun auch schon seit Jahren dieses Job macht. Bei Yo La Tengo ist alles etwas langsamer und gemütlicher, man könnte anders aber auch sagen, sie sind in ihrem seelischen Gleichgewicht. Na ja, sie machen ja auch keine twenty-something-Musik sondern eher thirty-and-more.
WeiterlesenWilliam Gibson – Idoru
William Gibson, laut Spiegel, „wohl der einzige Science-Fiction-Autor der Welt, dessen Werke eine unmittelbare Wirkung auf die Gegenwart haben“. William Gibson, der mit seiner Neuromancer-Trilogie den Begriff des „Cyberspace“ kreierte, hat jetzt mit IDORU seinen neuen Roman abgeliefert, sehnsüchtig erwartet von einer treuen Leserschar, sicherlich aber auch von den Verlegern – zwecks Säckelfüllen. Wie sonst ist das geradezu parallele Erscheinen in den USA und in Deutschland zu erklären – beim Plattwalzen von Mia Farrows Seelenleben, John Hewitts Liebesleben, etc gang und gäbe, bei einem SF-Roman bisher wohl nicht für möglich gehalten.
WeiterlesenDie Scheibenwelt von A-Z
Den Menschen, die noch nie etwas von Pratchett´s Scheibenwelt gehört oder gelesen haben, sei vorausgeschickt: Terry Pratchett ist der, der wo Bücher schreibt, die auch die Leute lesen, die wo sonst keine Bücher lesen. Aber Spaß beiseite, denjenigen die noch keine Scheibenwelt-Romane gelesen haben, ist nichts entgangen, außer Lachkrämpfen, entlarvenden Darstellungen der menschlichen Natur und Gesellschaft, Nachdenkliches und Amüsantes über den Charakter von Gevatter Tod. Sie haben also nichts geringeres verpaßt außer das, was allgemein als Lesevergnügen bezeichnet wird. Zugeben sie werden seltener das Mittagessen verpaßt haben und über kein Schlafdefizit klagen, aber jetzt mal ehrlich: Wer braucht das schon?
WeiterlesenJumpin‘ Johnny Sansone: Crescent City Moon
Mit „Crescent City Moon“ von Jumpin‘ Johnny Sansone erscheint ein Longplayer bei uns, der in den Staaten schon 1995 veröffentlicht wurde. Gnadenlos treffend ist diesmal das Info der Plattenfirma: „er kämpfte sich durch die umfangreiche Plattensammlung seiner Eltern“.
WeiterlesenSven Böttcher – Wal im Netz
Die Zukunft ist einfach nicht mehr das, was sie einmal war, bevor William Gibson den Cyberspace erfunden hat. In naher Zukunft hängt alles am Netz, Stadtwerke, Post, Pornokanal, einfach alles. Und, wer das Netz kontrolliert, sitzt am Drücker.
Das muß auch Inspector Victor Sherman feststellen, als irgendwann im nächsten Jahrhundert in seiner Dienststelle die Meldung eintrudelt, daß ein Irrer namens Moby Dick in totsichere Systeme eingebrochen ist. Der Spaß hört auf, als Moby Dick seine virtuellen Muskeln spielen läßt und die Wasserversorgung der Stadt lahmlegt.
Der dicke Meeressäuger erweist sich als übermächtiger Gegner für Sherman und seine Crew. Jede Spur endet in einer Sackgasse. Es gibt Ärger mit fliegenden Pizzadrohnen, brutalen Kindergangs und religiösen Massenmördern. Als ob das noch nicht genug wäre will Shermans Freundin auch noch Sex. So richtig körperlich wie früher und nicht virtuell. Es sieht zunächst also gar nicht rosig aus. Doch Shermans neuer Mitarbeiter, der computerbegeisterte Scapegood, bringt virtuelles Licht ins Dunkel und die Verfolgung beginnt. . .
Sven Böttcher, vielen bekannt als Übersetzer von Douglas Adams, schickt mit „Wal im Netz“ bereits zum dritten Mal Inspector Sherman auf Verbrecherjagd. Die Stärke des Romans liegt eindeutig darin, daß man jetzt schon nachlesen kann, wie sich das Neunzigerjahre-Revival im nächsten Jahrhundert anlassen wird: mit lustigen Gerichten wie „Serbische Schlachtplatte“ und „Geschnetzeltes Gorazde“.
Sven Böttcher Wal im Netz Goldmann ISBN 3442435218
Terry Pratchett: Echt zauberhaft
Jeder weiß von der Existenz und den Taten der Götter. Aber auch Götter sind schließlich nur Menschen und langweilen sich ab und zu. Wenn dieser Zustand eintritt spielen sie Spiele mit dem Schicksal der Sterblichen. Das neueste Spiel heißt ‚Mächtige Reiche‘. Die Spieler: das ‚Schicksal‘ und die ‚Lady‘.
WeiterlesenMartha Grimes – Freier Eintritt
Der 15jährige Sammy lebt mit seiner Familie in einem schicken New Yorker Appartement. Sein Vater ist erfolgreicher Banker, und seine Mutter verbringt ihre Zeit vorzugsweise vor dem Spiegel – wenn sie nicht gerade auf Beutezügen durch teure Boutiquen ist.
Eines Tages hört Sammy seine Eltern in der Küche über „Die Toten“ reden. Für ihn steht fest, daß es sich um die gleichnamige James Joyce-Geschichte handeln muß oder deren Verfilmung durch John Houston. Erst als ihm eine Reihe zerknitterter Photos in die Hände fällt, dämmert es ihm: „Die Toten“ sind nichts anderes als „The Dead“ – so die liebevolle Abkürzung der Hippie-Band „Grateful Dead“! Und es scheint so, als wären seine Eltern ihre größten Fans gewesen.
WeiterlesenCailleteau/Bajram: Cryozone – Böses Erwachen

Das Weltall. Unendliche Weiten. Sternzeit 31.12.2059.
Seit zehn Jahren ist die „UNSS Neil Alden Armstrong“ mit 10 000 konservierten Passagieren unterwegs, die sich außerhalb des Sonnensystems ansiedeln wollen. Für die Besatzung des Schiffs ist dies der eintönigste Job schlechthin, bis es an Bord zu einer Katastrophe kommt. Das Energiesystem wird sabotiert und die Siedler müssen aus ihrem künstlichen Tiefschlaf gerissen werden, ohne die notwendige Warm-Up Phase. Dadurch werden sie größtenteils zu Zombies gegen die sich die Besatzung zur Wehr setzen muß.
WeiterlesenJupiter Coyote: Ghost Dance
Da muß ich jetzt im Trüben fischen, da leider auf die Schnelle kein Bandinfo aufzutreiben war. Es handelt sich wohl um Mitt-Dreißiger Amerikaner, die immer noch ihrem Hobby frönen. Ansonsten haben wohl alle ihren eigenen Gitarrenladen (Hallo, Tocotronic!) oder sind schlimmstenfalls Studiomusiker in Nashville. Na ja, immerhin haben sie es geschafft, 12 für meinen Geschmack überlange Songs (im Schnitt etwa 5 Minuten) aufzunehmen. Was mir wiederum Schwierigkeiten bereitete, das Album am Stück anzuhören. Könnte natürlich auch an meinem permanenten Schlafdefizit liegen, aber ich tippe eher auf zu glatte Produktion in Kombination mit zu platten Ideen.
WeiterlesenMiguelanxo Prado – Die Endzeit der Delphine
Praktisch mit seinem ersten Album begann für den Spanier Miguelanxo Prado eine mustergültige Karriere. Er wurde bei allen namhaften Festivals ausgezeichnet und gehört heute zu den angesagtesten Zeichnern. In Deutschland ist er bekannt geworden durch seine Alben Der tägliche Wahn, Kreidestriche und seine jüngste Veröffentlichung Berührungen.
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