Frank Wagners Inselplatten

Die 10 Platten, die man aus seiner Plattensammlung mitnehmen würde, wenn man auf eine einsame Insel müßte. Platten die einem ans Herz gewachsen sind, die man einfach nicht zurücklassen könnte, weil sie ein Teil der eigenen Biographie sind. Vielleicht sind es nicht die besten zehn Platten der Welt, aber zumindest einige meiner liebsten.

  1. Joni Mitchell : „Shadows and Lights“
    Eine Platte bei der es für mich unmöglich ist einen einzelnen Song herauszugreifen. Vielleicht die beste Band der Welt, was das technische Können angeht. Die Autorität von Joni Mitchell sorgt dafür, daß dies nichts schadet und führt dazu, daß sich alle anderen Bands mit Frauenstimme an dieser Platte messen lassen müssen und (fast) immer scheitern.
  2. James Taylor: „Greatest Hits“
    Auch heute kann ich noch jede Textzeile dieser Platte mitsingen. Natürlich ist das Hippieschmalz und wehleidiges, selbstgefälliges Gejammere. Aber wo, wenn nicht auf der einsamen Insel, soll man solches Zeug denn sonst hören.
  3. Yo La Tengo: „Elekctr-O-Pura“
    Auch bei Yo La Tengo ist es schwer aus ihren Gesamtveröffentlichungen eine Platte herauszugreifen. Neben den guten Songs und vielem anderen mehr ist es für mich einfach die unpeinlichste Gitarrenarbeit in den Neunzigern.
  4. Beatles, The:“Sgt. Pepper’s Lonley Hearts Club Band“
    Letztendlich in den Top Ten, weil ich auf „A Day In A Life“ nicht verzichten will. Hat nichts damit zu tun, daß sie von den meisten Leuten genannt wird.
  5. Silver Jews: „Starlite Walker“
    Diese Platte hat mir, stärker noch als die Pavement Veröffentlichungen, den Weg für alternative amerikanische Rockmusik bereitet.
  6. Velvet Underground, The: „The Velvet Underground & Nico“
    Die vier sonnenbebrillten Gestalten (Mo Mucker ging ja immer als Junge durch) und die elfenhafte Nico sind für mich speziell mit diesem Album die 60er Jahre, noch mehr als die Beatles.
  7. Go-Betweens: „1978-1990“
    Auch hier kann ich jede Liedzeile mitsingen. Best Popsongs ever. Hier ziehe ich das „Best of“ Album den regulären Veröffentlichungen vor.
  8. Rockers Hi-Fi: „Mish-Mash“
    Weil sie mir wahrscheinlich den Einstieg in die elektronische Muisk der ausgehenden Neunziger Jahre ermöglichen, wird in zehn Jahren ein Klassiker sein.
  9. Eddie Cochran: „Best of“
    Eine gute Rock´n Roll Scheibe sollte natürlich mit auf die Insel gehen. Die Wahl fällt eher zufällig auf den guten Eddie. Hier wäre vielleicht ein guter Sampler die bessere Wahl (mit Jerry Lee „The Killer“ Lewis, Carl Perkins, Chuck Berry und dem King etc.)
  10. Young, Neil: „Harvest“
    Neil Young ist natürlich als Gesamtwerk bedeutend, aber wenn ich schon wählen muß, dann doch den Hippie.

Ilja Trojanow: Autopol

Spindler, Rudolf;/Trojanow, Ilija: Autopol

Prosa und Lyrik im Internet, die sogenannte Web- Literatur, ist Neuland. Für Leser und Schriftsteller. Dem vertrauten Buch weicht das Springen zwischen den Texten per „Hyperlink“, oftmals schreiben Dutzende Autoren gleichzeitig an einer Geschichte. Die Redaktion des ZDF-Kulturmagazins Aspekte betreut seit längerem das Internet-Projekt „Novel in Progress“ – Literatur, die im Internet entsteht. Das erste Ergebnis liegt jetzt als Buch vor: Der Science-fiction-Roman „Autopol“ von Ilja Trojanow und Rudolf Spindler.

Die Thematik des Romans ist ebenso realistisch wie spannend: „Autopol“ ist ein geschlossenes Autobahnnetz, das sich im Besitz des Großkonzerns TETA befindet. Auf ihm werden Schwerverbrecher, Giftmüll und sonstiger „Ballast“ der Gesellschaft verschickt. Sie zirkulieren zwischen den Sammelstationen, bewegen sich im Schneckentempo durch ganz Europa. Das Interesse der Gesellschaft an Autopol ist erloschen, es weicht der Zufriedenheit, Probleme gelöst und im wahrsten Sinne des Wortes „abgeschoben“ zu haben. Widerstand blüht allenfalls im kleinen Maßstab im Untergrund.

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Savatage: The Wake of Magellan

Savatage sind ein Stück Urgestein in der Metal-Szene. 1979 gegründet, begeisterte die Band immer mehr Fans mit ihrem melodischen, epischen Metal. Ja damals, als Gruppen wie „Queensryche“ („Operation Mindcrime“) oder „Magnum“ in aller Munde waren, waren die Zeiten für die Amerikaner noch einfacher. Vor etwa sieben Jahren sonnten sich „Savatage“ im Lichte ihres Erfolgs.

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Markus Caspers – 70er – einmal Zukunft und zurück: Utopie und Alltag 1969-1977

Wenn Sie sich zur Zeit mit Anfang Zwanzig schon alt fühlen, dann sind Sie wahrscheinlich weiblich und befinden sich im Erdgeschoß einer H&M-Filiale (wahlweise auch in einer Fußgängerzone oder an der Bushaltestelle): als erwachsener Normalo sind Sie konfrontiert mit einem Haufen Lolitas im Unilook (hautenge Strickpullöverchen, Schlaghosen, Schuhsohlen in Größe einer Packung Knäckebrot und die unvermeidlichen langen Haare mit Madonnenscheitel). Die 70er am Ende der 90er – wir leben bekanntlich in einer Welt der Zitate: Retro, Recycling und Stilmix sind die Stichworte (Snobs sprechen von Eklektizismus)!

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Planet ohne Erinnerung 1, Der zweite Mond

Es war einmal auf einem fernen Planeten, in einer fernen Galaxie. Dort blühte eine reiche Zivilisation, die alles hatten, von der Mikrowelle bis hin zu bezahltem Urlaub. Doch eines Tages – man und frau weiß ja: Hochmut kommt vor dem Fall – rebellierte das geschundene Volk der Zwerge gegen ihre menschlichen Unterdrücker, die den Turm, den mystischen Ort des Reichtums und des Wissens bewohnten. Der Tradition eines ordentlichen Bürgerkriegs folgend, löschte dieser die Infrastruktur und das Wissen der Hochkultur aus, und es brachen nun düstere Zeiten herein.

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Wir sehen zunehmend egoistischen und zynischen Zeiten entgegen

Ein Roman im Internet? – Der Schriftsteller Ilja Trojanow sieht darin keinen Widerspruch und legt mit „Autopol„ein respektables Werk vor

Einem Schriftsteller bei der Arbeit zuzusehen, ist eine spannende Sache. Von März bis August diesen Jahres konnte der Internet-Nutzer Ilja Trojanow (32) beim Schreiben des Science-Fiction-Romans „Autopol“ beobachten. Der Roman, vor kurzem bei dtv premium erschienen, ist das jüngste Werk der sogenannten Web- Literatur: „Novel in Progress“ (fortschreitende Geschichte) nennt beispielsweise das ZDF sein Web- Literatur-Projekt. Ilja Trojanow sprach mit Hinternet-Mitarbeiter Martin Schrüfer in München Ende November über die düstere Zukunftsvision seines Buches und über Literatur im Internet.

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Live: Die Popette Betancor

Passau, Scharfrichter. 11/1997.

Chanson mit Augenkullern

Ach, Sie wissen nicht, was eine Popette ist? Macht nichts. Die Gattung ist jung, und es gibt eigentlich nur eine würdige Vertreterin: Die Popette Betancor, eine gewagte Mischung aus POPsängerin und ChansonETTE. Susanne Betancor heißt sie in Wirklichkeit, lebt in Berlin, und singt mit zunehmendem Erfolg ihre Lieder und Chansons.

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Live: The Prodigy

München, Zenith. 29.11.1997

Maschinen für die Massen
„Seltsame Dinge passieren in einer Musik, die wir früher einmal, vielleicht voreilig, als Techno belächelt und abgetan haben“ bemerkte der „Rolling Stone“ in seiner April-Ausgabe. Und richtig: Daß zum Beispiel die englische Band „The Prodigy“ zu einem der wichtigsten Acts wurde – bei Konzerten wie auch am Plattenmarkt – sahen wenige voraus. Ein exzellenter Kurzauftritt beim „Go Bang!“-Open-air im Sommer ließ auf die Tour im November hoffen.

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Live: Savatage

28.11.1997, Passau, Music-Hall

Hardrock, der wehmütig macht
Der Ozean braust durch die Passauer Music-Hall. Ein alter Fischer begibt sich auf`s Meer, um dort zu sterben. Statt dessen rettet er einen Ertrinkenden und lernt den Wert des Lebens schätzen. Schöne Geschichte, die die Mitglieder der amerikanischen Hardrock-Gruppe „Savatage“ vor 800 Fans am Freitag abend musikalisch darzustellen versuchten, ehrlich.

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Interview: Twenty Ton Fly

Twenty Ton Fly sind kurz nach Veröffentlich ihrer ersten CD für 14 Tage auf Tour. Mit den Melvins und Schweisser. Es gibt sicher schlechtere Voraussetzungen eine neue Platte zu promoten. Bisher (10 Termine) scheint alles sehr gut gelaufen zu sein für die 5 Jungs aus München mit Proberaum in Landshut.

„Wir haben befürchtet als Opener vor leerem Saal spielen zu müssen. Meist hatten wir aber Glück und das Publikum hat nicht nur an der Bar gesessen und Aufwärmbiere getrunken. Wir sind viel besser angekommen, als wir zu träumen gewagt hätten.“ meint Sänger Gigi, der erst relativ kurz bei der Band ist.
Anläßlich ihres Auftritts in der Batschkapp zu Frankfurt (am 20. November 1997) sprach Carsten Frank mit der Band.

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L.A. Confidential

Es gibt wenige Filme, denen es gelingt, die spezifische Spannung und Atmosphäre eines Buches auf die Leinwand zu übertragen – „L.A. Confidential“ ist einer davon. Vorlage für den Streifen ist der gleichnamige Roman von James Ellroy, der 1990 in den Staaten erschien. Ein Jahr später kam er in Deutschland unter dem Namen „Stadt der Teufel“ bei Ullstein heraus. Einen 534-Seiten-Roman muß man natürlich für die Leinwand kürzen, aber da fangen die Probleme meist schon an. Was ist für den Charakter einer Geschichte wesentlich, was darf fehlen?

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Metallica – Reload

Okay. Anderthalb Jahre hab ich sie verteidigt, hab sie unermüdlich in Schutz genommen gegen den Vorwurf, das alte Feuer sei erloschen. Und sind wir mal ehrlich: die Jungs sind alle über dreißig, da macht man keine Revolution mehr. Die Innovationen leisten Jüngere, außerdem – Metallica haben ihre Pflicht mehr als erfüllt mit fünf grandiosen Alben. Und was ist peinlicher als eine Band, die sich selbst kopiert?

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Live: Oasis

Prag, Sportovni Hala, 21. November 1997.

„Ladies and gentlemen, O – A – S – I – S ….“
…Jubel bricht los, man könnte meinen, Götter steigen vom Himmel herab, um den Sterblichen ein Konzert zu geben. Langsam öffnet sich die Tür einer gigantischen roten Telefonzelle, drinnen stehen zwei etwas gelangweilt wirkende junge Männer mit Sonnenbrillen, die zu ihren Instrumenten beziehungsweise Mikrophonen schlendern.

Na das kann ja heiter werden, denke ich mir, und beginne die Minuten zu zählen, bis Bierbecher die Jungs von Oasis treffen. Doch die merken innerhalb von kurzer Zeit, daß das Publikum über alle Maße begeistert ist, schreit und klatscht, was Lunge und Hände hergeben und sogar vergißt, Bier zu trinken. Das imponierte anscheinend auch Liam und Noel Gallagher und dem Rest von Oasis.

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Interview: 16 Horsepower

Dem Tod ins Auge blickend…

Gerade durch den wiedergewonnenen Underground-Status eines Johnny Cash hat Country-Musik neuen Boden gewonnen und kann sich ständig wachsender Beliebtheit erfreuen. Wir reden hier schließlich nicht von Weichspülcountry der Marke Garth Brooks, sondern von einer alteingesessenen Größe. Wie kaum ein anderer versteht er es, mit bissigen, sarkastischen Texten und einer cool gezupften Klampfe die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Nicht ungern würden 16 HORSEPOWER, die wie eine „ländliche“ Kreuzung aus Nick Cave und GUN CLUB klingen, mit dem „alten“ Herrn touren.

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Metallica: Reload

Okay. Anderthalb Jahre hab ich sie verteidigt, hab sie unermüdlich in Schutz genommen gegen den Vorwurf, das alte Feuer sei erloschen. Und sind wir mal ehrlich: die Jungs sind alle über dreißig, da macht man keine Revolution mehr. Die Innovationen leisten Jüngere, außerdem – Metallica haben ihre Pflicht mehr als erfüllt mit fünf grandiosen Alben. Und was ist peinlicher als eine Band, die sich selbst kopiert?
Genau das ist jetzt passiert. Dabei hätte ich es wissen müssen: das Album heißt RE-Load, das Material stammt zum Teil aus den Load-Sessions, von denen ja bekannt ist, daß der Stoff für eine Doppel-CD gereicht hätte. Aber um nicht alles auf EINER Tour abfackeln zu müssen und dann vielleicht wieder ein halbes Jahrzehnt abzutauchen, wurde der Rest nun nach besagten anderthalb Jahren nachgeliefert.

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