Rezensionsnachhut

Mordskalender_200px.jpg„Warum kommt diese Buchbesprechung erst jetzt? Wäre es nicht besser gewesen, sie zum Jahreswechsel 2011/2012 zu veröffentlichen, also richtig passend zur Geschenkezeit?“ – Die Antwort auf diese Fragen kann man →in einer Besprechung von rezension.org nachlesen, die sich dem „Mord(s)kalender 2012“ widmet. Für mich als Mitherausgeber ist es ein denkwürdiges Ereignis, denn zum ersten Mal wurde einem Buch, an dem ich beteiligt war, „Lesbarkeit“ bescheinigt. Fünf von fünf Sternen – und auch sonst freuen wir uns. Und versprechen: Der „Mord(s)kalender 2013“ ist schon in Arbeit.

Dpr erklärt euch das Internet

Was ist das Internet. Das Internet ist das Leben, also ein krimineller Ort. An ihm haust der Idealist einträchtig neben dem Intriganten, hier trifft sich intellektueller Tiefsinn mit der Facebookhymne „Bin gerade aufgestanden“, hier blättert man von einem Foto der syrischen Gräuel unvermittelt zu dem einer geschändeten Vierjährigen. Im Internet werden Geschäfte gemacht und zwar im doppelten Wortsinn, wobei der Teufel wie immer auf den größten Haufen scheißt. Es wird beschenkt und bestohlen, ge- und missbraucht, ein Philosophensatz besitzt die gleiche digitale Wertigkeit wie der Satz eines geistigen Brandstifters. Also, noch einmal: Das Internet ist das Leben ist ein krimineller Ort, eine Inszenierung, ein Konvolut von Texten, Literatur im Rohzustand, die darauf wartet, dramaturgisch hergerichtet zu werden, ein Krimi.

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Ach übrigens: die Zeiten ändern sich

Damit ich auch mal was zum Urheberrecht gesagt habe und zum „JA!“, das einem gerade auch aus krimiliterarischer Richtung entgegenschallt: Verschissen, Leute. Arschkarte gezogen. Das läuft jetzt so wie in der Musikindustrie, als MP3 aufkam. Unsere MP3s heißen ebooks und vergesst mal schnell so etwas wie „Kopierschutz“. Die illegale Verbreitung von ebooks wird man nicht verhindern können, es sei denn, man stellt einfach keine mehr her, was aber illusorisch ist.

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Michael Molsner: Dich sah ich

dich_sah_ich.jpg Der Krimi lässt vieles mit sich machen, mehr oder weniger klaglos, wenn man das Ächzen im Gebälk der Story, der Sprache, der Intention gnädig überhört. Eine Prise Krimi als geschmackliche Verfeinerung, der Spannungskick als Einschlafverhinderungshilfe und, versteht sich, schlagendes Verkaufsargument. Die entscheidende Frage lautet dann zuverlässig: Würde der Text auch ohne das Krimikorsett eine gute Figur machen und, falls ja, warum braucht er dann überhaupt diese Stütze? Bei Michael Molsners „Dich sah ich“ fällt die Antwort leicht: Ja, macht eine gute Figur, doch, Krimi kann nichts schaden.

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